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20 Jul

Triathlon-Weltcup in Tiszaujvaros kurz vor Ende des Radsplits abgebrochen

Leerer Blick, ungläubiges Kopfschütteln und ab und an ein Lächeln, dass zwischen Entsetzen, Enttäuschung und der irrrealen Gewissheit, sich in einem schlechten Traum zu befinden, hin- und herpendelte. Maximilian Schwetz aus Kirchhain wollte im ungarischen Tiszaujvaros einen weiteren Anlauf nehmen, die Deutsche Triathlon Union (DTU) davon zu überzeugen, dass er für die Weltmeisterschaftsserie nominiert werden sollte. Doch das Rennen wurde wegen des schlechten Wetters kurz vor Ende des Radsplits abgebrochen. Somit steht nun kein Resultat auf Schwetz‘ Bewerbungsschreiben.

«Tja, was soll man dazu sagen. Ich bin einfach unheimlich enttäuscht», sagte der 27-Jährige. Zum Hintergrund sei erwähnt, dass Schwetz die Norm der DTU bereits im März erfüllt hatte, der Weltcup in Australien aber rückwirkend aus den Kriterien gestrichen wurde. Der nächste Anlauf in Kasachstan fiel ins Wasser, weil der Profi-Triathlet krank war. Nun fiel unter anderem das Wasser in Ungarn in Strömen. «Zum ersten Mal in 22 Jahren ist uns so etwas passiert», hieß es in der Mitteilung der Organisatoren, die wegen der Wetterbedingungen und der Sorge um die Sicherheit der Athleten den Abbruch beschlossen. «Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man drüber lachen. Das ist eine Katastrophe für meine zweite Saisonhälfte. Ich war in Topform, das Rennen lief ebenfalls in meinem Sinne mit einem guten Schwimmen und einer Ausreißergruppe, in der die besten Läufer nicht vertreten waren», schüttelte Schwetz auch ein paar Stunden nach dem «Nicht-Rennen» den Kopf.

Beim speziellen Format in Tiszaujvaros, wo samstags Vorqualifikations-Rennen die Finalteilnehmer für den Sonntag ermitteln, hatte Schwetz in seinem Rennen problemlos und kraftsparend seinen Platz in der 30 Athleten starken Startliste für das entscheidende Rennen gesichert. Rang vier eine Sekunde hinter dem Ungarn Tamasz Toth war komfortabel ausreichend. «Aber letztlich muss man natürlich auch sagen, dass die Sicherheit oberstes Gebot ist. Hut ab vor der Entscheidung, die den Veranstaltern sicher auch nicht leicht gefallen ist.»

Trainingssteuerung benötigt eine langfristige Planung
Ärgerlich ist es für Schwetz natürlich trotzdem. Der Sport-Profi hatte seine Trainingsplanung der letzten Wochen speziell auf den Weltcup ausgerichtet und dafür sogar in Kauf genommen, bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf am 1. Juli nicht in allerbestem Zustand zu sein, am Ende sprang dort Rang vier hinaus. «Trainingssteuerung und Erholungsphasen waren auf Tiszaujvaros ausgerichtet. Da die DTU mich nicht für die WM-Serie melden will, hatte ich keine andere Möglichkeit», so Schwetz. «Wenn man es übertreibt, kann man gar sagen, dass der Abbruch mich im Nachhinein zwei Rennen gekostet hat», hatte der Kirchhainer immerhin seinen Galgenhumor wieder gefunden. «Ohne den Ungarn-Weltcup wäre das Juli-Highlight die DM gewesen und somit wäre ich in einer anderen Form gestartet. Hätte, hätte, Fahrradkette – klar.»

Analyse und Neuplanung in den nächsten Tagen
Aktuell ist noch unklar, wie die nächsten Wochen für den Profi-Triathleten aussehen werden. Dass die DTU ihre Kriterien überdenkt, erscheint unwahrscheinlich, daher rückt ein Start in der WM-Serie in 2018 in weite Ferne. «Wir müssen das Geschehene nun überdenken und unsere Planung neugestalten», ist Schwetz‘ nächster Schritt die Analyse mit Trainer und Management.

Foto: Linda Betzler zVg von Management Maximilian Schwetz

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