19 Jun

«Ich bin voller Stolz!»

Der Ironman Lanzarote gilt aufgrund seiner Topografie und der heftigen Winde, die immer über die Insel wehen, als toughest Ironman of the world. Umso grösser ist Iris Tiedekens Genugtuung, dass sie sich auf Lanzarote in 11:27 die ersehnte Hawai-Qualifikation geholt hat. Ihr Bericht:

«Voller Stolz nahm ich am Sonntag 27. Mai um 11:10 Uhr meine kleine Medaille für den Start beim 40. Ironman am 13. Oktober 2018 in Kailua Kona auf Big Island Hawaii entgegen. Dabei war das Training dieses Mal geprägt von wenigen Stunden wöchentlich, da ich ja seit Ende 2016 selbständig bin und sieben Tage die Woche immer zu tun habe. Meine Radkilometer holte ich bereits im Winter auf Lanzarote, wenn auch bei knapp 15 Grad bei Wind und Regen. Brr! Das härtet ab. Laufen konnte ich zum Glück den ganzen Winter/Frühling ohne Probleme, ein zweites Camp im März auf Mallorca machte meine Form perfekt.

Dienstag bis Freitag vor dem Wettkampf konzentrierte ich mich auf das Rennen, ich machte nur drei Trainingseinheiten plus black roll, in der Hoffnung, dass mein Körper sich gut erholt.

Leider fing ich mir dank Ansteckung noch eine kleine Erkältung ein, Freitag hatte ich Halskratzen (Wollstrumpfgefühl im Hals), aber ich dachte, dass es noch reicht, um zu starten. Früh um 4:00 Uhr fing der Samstag an: ein kleines Frühstück mit Haferbrei, zwei Tassen Kaffee und Carbo-Loader von Sponser, dann gings zum Start hinunter. Es war kalt (14 Grad) und wolkig.

Beim Schwimmen konnte nicht gut durchatmen, so hielt ich mich nach Erreichen der ersten Boje und etwas zurück und nahm es trotz aufkommendem Wellengang und Strömung schön locker. Die Zeit eher nebensächlich: 1:03 war nicht besonders gut, aber auch nicht langsam.

Den Wechsel gestaltete ich in Ruhe, nahm die Garminuhr mit und trabte locker zum Rad. Die ersten «Wellen» Richtung Weinstrasse La Geria hatten Gegenwind, aber störten mich nicht. Ich genoss die Abfahrt nach Uga und zum El Golfo in vollen Zügen. Auch durch Timanfaya hatte ich super Beine (trotz Gegenwind), nichts konnte mich heute aufhalten, dachte ich.

Ein bisschen fror ich schon (Erkältung und wenig Sonne plus Wind), aber zwischen den Häusern Richtung Haria wurde es wärmer. Dafür raste ich konzentriert die lange schnelle Abfahrt vom Mirador hinunter. Dann noch der Schlenker nach Farmara hinunter (mit starkem Gegenwind), hier profitierte ich bergauf dann vom Schub, echt klasse, es ging immer noch auf dem grossen Blatt bei mir!

Die Verpflegungsstellen waren optimal und ausreichend, so dass ich immer genug Wasser für meine Gels hatte (jene von Sponser vertrage ich am besten!), unnötig sich zu kühlen, war ja eh nicht warm für mich. Beim zweiten Wechsel nahm ich mir wiederum genug Zeit, meine Füsse zu pflegen, sie sollten nicht unnötig Blasen bekommen. Drei Runden waren zu laufen, davon die erste über 21 km, dann zwei kleinere mit Rundenbändchen jeweils im Zielbereich. Ich hatte ja meine Garmin nach dem Schwimmen umgemacht zur Kontrolle der Wattzahlen (Wind und Berge verfälschen das eigene Gefühl manchmal), jetzt war ich flott unterwegs, aber ich wollte es so! Als ich im Zuschauerbereich war, jubelte mein Freund mir zu, sagte aber nichts zu meinem derzeitigen Stand. Mmmh. Also blieb ich weiter dran und wartete ab. Später erfuhr ich (der Tracker war top), dass ich in Führung lag. So konnte ich die zweite Runde etwas entspannter angehen, die Müdigkeit kam und ich bekam nicht gut Luft (wie morgens beim Schwimmen).
Eigenverpflegung konnte ich an der 1. Aid Station nehmen und ich freute mich sehr auf mein Fläschchen mit Woo für die 3. Laufrunde. Es machte mich wach und frisch, da nahm ich mein «flottes» Tempo gern wieder auf und lief strahlend ins Ziel! Ich darf sagen, dass es ein perfektes Rennen war, alles passte und das bisschen Erkältung konnte ich in Schach halten zum Glück.

Der Sonntag war hart. Von 11 bis 22 Uhr waren wir im Club La Santa zur Hawaii-Slotvergabe und Awards Party und Siegerehrung. Dazwischen Poolliegen und im genialen 16 x 50-m-Olympiabecken etwas ausschwimmen. Leider war dann aber die Luft raus, mir ging es abends schlecht und am Montag (letzter und einziger Urlaubstag gemeinsam mit meinem Freund) lag ich nur im Bett. Zum Glück hatte ich ein paar homöopathische Arznei dabei und so darf ich sagen, dass ich bereits Mittwoch wieder 100% fit war!

Vielleicht ist jetzt jemand beim Lesen neugierig, inspiriert und motiviert geworden, auch Triathlon zu erleben oder dabei zu sein? Gerne beantworte ich Fragen oder gebe Trainings. Auf www.spirit-training.com freue ich mich auf neue Kontakte und Anfragen.»

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