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02 Mrz

«Die letzten 10 km vor Kona werde ich nie vergessen!»

Triathleten und Sponser-Fans kennen Matthias Weitz sicherlich bereits. Er ist der Ironman-Athlet, der als «Kona Diary» viele Fachbeiträge zum Thema Training, Wettkampf, Regeneration und Ernährung auf Social Media publiziert und beruflich als Physiotherapeut durchs Leben geht. In einem spannenden Interview erfahren wir, wie sich der 28-Jährige der Herausforderung Ironman stellt.

Matthias, welches sind Deine größten sportlichen Erfolge?

Ich finde, man muss das Wort «Erfolg» immer in zwei Kategorien unterteilen. Einerseits war es ein tolles Gefühl, als 4. Agegrouper Overall beim Ironman 70.3 Edinburgh über die Ziellinie zu laufen. Auch den 10. Gesamtrang beim Ironman Florida werte ich als Erfolg. So ein einzigartiges Event gegen die Elemente wie in Schottland kann ich nur jedem empfehlen, der nach einem Abenteuer sucht und nicht nur an PB-Zeiten denkt.
Auf der anderen Seite sehe ich Erfolg auf der persönlichen und mentalen Ebene. Bei meinem ersten ironman Hawaii in 2016 habe ich dabei alles richtiggemacht. Ich habe in der Rennwoche entspannt und den Aloha-Spirit aufgesaugt, viel Kona-Kaffee getrunken und mit interessanten Menschen aus aller Welt gequatscht. Mein Ziel für das Rennen selbst war, so viel wie möglich zu genießen. Obwohl ich die Hitze recht gut vertrage, hatte ich viel Respekt vor den kuscheligen Temperaturen, die gerne mal über 40 Grad steigen ohne ein Lüftchen Wind. Ich habe mich bis zur Energy Lab mit angezogener Handbremse unterwegs gefunden, um danach noch die 10km bis Kona zu überleben. Diese 10 km waren etwas sehr Besonderes und werde ich nie vergessen! Vor dem Startschuss hatte ich nie ein Wort mit Andre Lopes gewechselt. Kurz nach der Energy Lab liefen wir dann ein ähnliches Tempo und haben gequatscht. Von dort an haben wir alles zusammen gemacht, abgesprochen was, wir an den Aid Stations zu uns nehmen und wo wir wieder Gas geben. Wir sind dann zusammen über die Ziellinie und haben uns umarmt. In nur knapp einer Stunde sind wir von Fremden zu Freunden geworden. Toll, wie der Sport verbindet. So etwas nenne ich Erfolg!


Du hast Dich bereits sehr früh für die Ironman-WM 2018 auf Hawaii qualifiziert. Hast Du in Florida einen perfekten Wettkampftag erwischt oder was lief Dir besonders gut?

Der 4. November in Panama City Beach lief sehr gut für mich. Obwohl ich erst 28 bin habe ich mit Florida meine achte Langdistanz in den Beinen, ich liebe einfach die Brutalität und mentalen Anforderungen der Distanz. Florida war mein erster Ironman, bei dem ich das Gefühl hatte, dass mein Körper richtig auf den Marathon vorbereitet war. Der Tag begann im leicht welligen Golf von Mexico, wo ich endlich unter 60 min aus dem Wasser steigen durfte. Von dem Moment an geht es bei mir immer aufwärts und schneller voran. Die 180 km auf dem Rad bin ich konsequent nach meinen Angaben gefahren, habe mich perfekt ernährt, um eine gute Basis für den anstehenden Marathon zu legen. Nach 4:43 Stunden stieg ich dann in eine Laufschuhe. Die ersten Meter sind immer, wie soll ich sagen, interessant. Naja, was soll man erwarten nach knapp 6 Stunden Sport. Ich fand schnell meinen Rhythmus und lief stur nach dem Plan von meinem Coach. Jeder Kilometer sollte genau bei 4:35 min/km piepsen und das tat er auch bis knapp 30 km. Mental habe ich mir gesagt, dass ich ab km 32 die letzten 10 km nochmal draufdrücke und wenn möglich steigere. Mental war ich überraschend sogar bereit dafür nach so langer Wettkampfzeit. Leider hatte der Ironman andere Pläne und ich musste mich einem Krampf im hinteren Oberschenkel kämpfen, der mich fest am Kragen hielt. Trotz genug Flüssigkeit und Salz meldete er sich immer wieder und ließ mich aufspringen. Das hat mich etwas gebremst, aber ich denke für einen Ironman lief alles im Gesamtem ziemlich perfekt. Ich konnte den Tag genießen und mit einem breiten Grinsen ins Ziel laufen. Als ich hörte, dass ich mit 3:17 Stunden in der Hitze die schnellste Laufzeit meiner Altersklasse ergatterte und ich nach Kona fliegen darf, war ich einfach nur happy und dankbar!

Ist es ein Fluch oder ein Segen, wenn man 11 Monate Vorbereitungszeit hat?

Ich finde es persönlich super. Einerseits tut es meinem Geldbeutel gut, nicht nochmal knapp 1000 Franken für das Startgeld eines weiteren Ironmans auszugeben, um mich zu qualifizieren. Andererseits kann ich jetzt in Ruhe die besten Flüge und Unterkünfte buchen und mich gezielt vorbereiten. Klar, es wird vielleicht ungewohnt, nicht schon im Juni recht fit zu sein. Muss ich aber auch nicht, sonders erst am 13. Oktober in der Bucht von Kailua-Kona, wenn die Kanone den legendären Startschuss gibt. Ich sehe es als großen Vorteil gegenüber den anderen Athleten, die nach Kona anreisen dürfen. Die meisten sind durch die Qualifikation im Juni/Juli/August so platt, dass die kaum mehr über die Insel kommen. Der Matti hingegen wird frisch und munter ohne Ironman in den Beinen dort ankommen! Damit gehen mir leider auch sämtliche Ausreden flöten, die ich ausgraben könnte, falls alles in die Hose geht in Hawaii. Das wäre dann der einzige Nachteil, den ich finden kann.

Wie sieht Dein Training bis Oktober 2018 in groben Zügen aus, welche Schwerpunkte hast Du eingeplant?

Also am genauen Plan bastelt grade mein Coach Dan Plews und darum muss ich mir zum Glück keine Sorgen machen. Er ist ein Genie und Science-Geek und ich habe blindes Vertrauen, dass er mich für den Startschuss in bestmögliche Form bringt. Ich werde im Frühjahr ein paar Läufe machen. Ende Juni starte ich beim Ironman 70.3 Finnland mit vielen Freunden und meiner Freundin zusammen. Anfang September bin ich bei der Challenge Walchsee Half im schönen Österreich, um dort den Ofen noch etwas anzuschwitzen, bevor ich dann Ende September in Richtung Hawaii fliege. So schnell gehts!

Wie sieht bei Dir die Ernährungsstrategie im Ironman-Wettkampf aus?

Ich habe mich seit Jahren mit der Ernährung im Wettkampf beschäftigt und ich bin davon überzeugt, viele machen es deutlich zu wenig. Warum steht man jeden Tag früh auf, um hart und lang, viel allein zu trainieren, wenn man am Wettkampf alles riskiert, nur weil man nicht die Ernährung testet? Morgens vor dem Rennen gibts für mich als Low Carb High Fat-Athlet ein Käse-Omelett sowie 60 g Sponser Waxy Maize Starch mit Stevia versüßt als Kohlehydrate. Von einer weitere Flasche Waxy Maize Starch trinke ich schluckweise bis zum Startschuss. Auf dem Rad gibt es pro Stunde 60 g Kohlenhydrate in Form von Ultra Competition mit Salt Caps verstärkt. Nach der dritten Stunde auf dem Rad dann nur 30 g Ultra Competition im 800-ml-Bidon aber dazu einen High Energy Salty Nuts mit ebenfalls 32 g Kohlenhydraten. Nach knapp vier Stunden Wettkampfzeit finde ich es angenehm, etwas Leckeres zu essen, um auch kein leeres Gefühl im Magen zu bekommen. Sobald die Laufschuhe geschnürt sind, nehme ich alle 20 min eine halbe Tube Liquid Energy zusammen mit viel Wasser zu mir. Um Magenprobleme zu vermeiden, führe ich nur Wasser und Liquid Energy Gel zu, anstatt alles zusammen mit Cola, Isodrink etc. zu mischen. Da man bei Hitze ca. 800-100 mg Natrium pro Stunde zu sich nehmen sollte, helfe ich noch mit Salt Caps aus. Diese Strategie gibt mir konstante Energie und mein Magen ist somit neun Stunden lang happy und entspannt.

Hast Du ein Lieblingsprodukt von Sponser?

Im Alltag liebe ich das Whey Protein 94. Ich benutze es fast täglich in meinen Smoothies und direkt nach Workouts. Ich kann mir die Milch sparen und es vermischt sich perfekt ohne Stücke selbst mit Wasser. Zusätzlich hat sich mein Magen nach all dem Süßkram schon mehrfach über einen High Energy Salty Nuts Riegel in Wettkämpfen gefreut.

Wie schaut für Dich die perfekte Erholung nach Training und Wettkampf aus?

Nach harten Einheiten oder Wettkämpfen nutze ich das 30-min-Fenster des Körpers, wo er besonders aufnahmefähig ist. Dann gibt es immer einen Smoothie mit Whey Protein 94 als Eiweissquelle, mit qualitativen Kohlendrahten wie Banane und jede Menge entzündungshemmende natürliche Zutaten wie Zimt, Pfeffer, Kurkuma, Chilli (!), Ingwer mit Kale und sämtlichen Beeren und guten Fetten. Dann Beine hoch, viel trinken, nochmal gut essen innerhalb zwei Stunden nach dem Training, Kompressionssocken und viel schlafen. Ich respektiere meinen Körper, wenn ich ihn über die Grenzen pushe. Man muss clever trainieren und man wird erst besser während der Erholung, nicht dem eigentlichen Training.

Du bist als «Kona Diary» auf Instagram und Facebook unterwegs. Was dürfen Deine Followers da erwarten?

Ich wollte mit Kona Diary eine Plattform schaffen. Wenn man dort nach harten Workouts, schnellen Splitzeiten oder lauter Pace-Durchschnittszeiten sucht, wird man das nicht finden. Ich möchte andere Menschen motivieren, aktiv zu werden und die Liebe zum Sport und der Natur zu finden. Jeder hat es in sich, viele wissen es noch nicht, trauen sich nicht den ersten Schritt zu machen. Ironman-Training bringt längere Einheiten auf dem Velo und Laufschuhen mit sich, bei denen ich immer wieder wunderschöne Orte erkunden darf. Die mentale Belastung wird oft unterschätzt neben Arbeit, Familie und dem Wunsch, ein ausgeglichenes Leben zu führen. Ich versuche, alle Bereiche abzudecken und täglich frische und positive Luft in alle Regionen der Welt zu senden. Diese Reise, welche mich im Oktober 2018 auf die traumhafte Insel Big Island Hawaii führen wird, möchte ich mit allen teilen.

Jetzt zum Download bereit: Das kostenlose Trainings-PDF für Rumpfstabilität im Triathlon-Sport von Matti Weitz

Fotos: zVg von Matthias Weitz

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