16 Mrz

Malene Degn und Sina Frei gewinnen Gold und Silber

Das Ghost Factory Racing Team erreichte beim Weltcup in Stellenbosch das beste Ergebnis der letzten Jahre. Beim Auftakt in Stellenbosch konnte Malene Degn ihren ersten U23-Weltcup gewinnen und ihre Teamkollegin Sina Frei machte den Doppelsieg für das von Sponser Sport Food unterstütze Team perfekt.

Die Gegend um Stellenbosch und Kapstadt ist sonst vor allem für das Cape Epic bekannt und richtete im März 2018 zum ersten Mal einen XCO Weltcup aus. Der gleich zur Premiere als ein perfektes Event mit tausenden Zuschauern überzeugen konnte. Die Kulisse konnte nicht spektakulärer sein, auf Grund der langen Trockenheitsphase, wurde den Fahrerinnen auf dem technischen, physischen und vor allem sehr staubigen Kurs alles abverlangt.

Anne Terpstra ist nach ihrem Knöchelbruch wieder im Training auf der Strasse und konnte in Südafrika eine eindrucksvolle Vorstellung ihrer Teamkolleginnen verfolgen, die sie vom Streckenrand aus unterstützte. Barbara Benko lag in ihrem ersten Weltcup für das Team lange auf TOP10 Kurs, ehe sie in der vorletzten Runde mit einer Kontrahentin zu Boden ging, das Rad beschädigte und in der Techzone zu einem Stopp gezwungen war: «Ich wusste, dass ich in Form bin und hier ein TOP10 Ergebnis mit nach Hause nehmen könnte. Das sah auch lange danach aus, leider habe ich mir bei einem Sturz die Sattelstütze beschädigt und musste diese tauschen lassen. Unser Mechaniker hat aber grandiose Arbeit geleistet und ich bin mir sicher, er hat einen neuen Weltrekord aufgestellt», grinste die ungarische Meisterin nach dem Rennen. Sie lag zunächst in der Spitzengruppe, setzte sich in den TOP10 fest und war ihrem Ziel für diesen Tag nahe: «Am Ende waren die ersten vier Runden wirklich gut, schade dass ich es nicht bis ins Ziel gebracht habe, die Form ist aber da!»

Lisa Pasteiner war die Aufregung vor ihrem ersten U23-Weltcup anzumerken, konnte aber vielleicht gerade deshalb ein starkes Rennen abliefern: «Im ersten Weltcup gleich in die TOP10 zu kommen ist natürlich ein Traum, ich bin mit meinem Rennen wirklich zufrieden.» Die ehemalige Juniorenvizeweltmeisterin zeigte bereits auf Zypern eine starke Vorstellung und konnte diese in Südafrika wiederholen: «Ich war eigentlich etwas überrascht, dass ich das Tempo so mitgehen konnte, aber das Rennen hier war einfach ein Riesenspaß. Zum Ende hin war es nochmal hart, weil mir eine Fünfergruppe immer näher kam, aber die konnte ich dann gerade noch hinter mir halten. Sonst habe ich jede Runde auf der Anzeigetafel Malene ganz oben gelesen, das hat mir das Rennen über einen Extrapush gegeben, als ich dann im Ziel noch von Sina’s zweitem Platz erfahren habe, war das natürlich ein Hammer!»

Ihre beiden übrigen U23-Teamkolleginnen fielen sich nach dem Zielstrich in die Arme und insbesondere Malene Degn war von ihrem ersten Weltcupsieg seit 2014 komplett überwältigt. Die Dänin konnte in ihrer Juniorenzeit Rennen auf nahezu jeder Ebene gewinnen und feierte jetzt ihren ersten U23-Weltcupsieg «Ich wusste natürlich schon, dass ich gut in Form bin, aber dass es gleich beim ersten Rennen dazu reicht zu gewinnen, habe ich mir nicht erträumen lassen. Natürlich habe ich das als ganz kleinen Gedanken irgendwo im Hinterkopf gehabt, dass das das höchstmögliche Ziel für diese Saison wäre, das muss ich jetzt wahrscheinlich noch einmal überdenken.» Nach einem turbulenten Start konnten sich Sina Frei, Malene Degen und Evie Richards vom Rest des Feldes absetzen, ehe die spätere Siegerin immer mehr kleinere Fehler bei der Engländerin Richards bemerkte: «Zu Beginn des Rennens hab ich gesehen, dass Sina noch in unserer Gruppe ist. Das war natürlich gleich ein mentaler Vorsprung für uns beide, zusammenarbeiten zu können. Dann spürte ich, wie Evie langsam immer mehr Fehler macht und ging schließlich vorbei, konnte mich leicht absetzen und diesen Vorsprung bis ins Ziel ausbauen – das war einfach ein irres Gefühl. Ich möchte mich bei allen so herzlich bedanken, wir haben auf Zypern und auch hier nochmal am Bike gearbeitet und technisch noch den ein oder anderen Kniff gefunden. Zusammen mit einem guten Winter und der perfekten Unterstützung war das hier heute möglich! Was für ein verrücktes Rennen, ich kann eigentlich immer noch nicht glauben was hier passiert ist.»

Für die U23-Weltmeisterin Sina Frei war es ebenfalls ein sehr erfolgreicher Tag: «Mit meinem eigenen Rennen bin ich jetzt nicht unbedingt zu 100% zufrieden, ich habe doch ein paar Fehler gemacht und war mit den Gedanken nicht komplett bei der Sache. Das Ergebnis stimmt aber auf jeden Fall und dass Malene gewinnen konnte, freut mich so sehr für sie. Wir haben uns die ganze Woche ein Zimmer geteilt und wir haben uns dabei noch viel besser kennen und schätzen gelernt. Am Ende nebeneinander auf dem Podium zu stehen war der traumhafte Abschluss einer perfekten Woche.» Die Schweizerin war am Start noch nicht ganz vorne mit dabei, beging selbst den ein oder anderen Fehler und hatte zwischenzeitlich den Anschluss verloren: «Im Laufe des Rennens ging es dann aber besser und als ich an Evie vorbeigehen konnte und Malene vorne aber schon weg war, ging es vor allem darum den zweiten Platz nach Hause zu bringen. Ich denke, wir hatten einen tollen Einstand in die Saison und alle im Team sind superhappy. Das freut mich natürlich auch, etwas zurückgeben zu können, denn der Empfang im Team war super herzlich und ich bin superstolz dabei sein zu dürfen, so kann es für uns weitergehen!»

Für das Team war es der erste XCO-Weltcupsieg überhaupt. Nach Weltmeistertiteln, Weltcup- und Gesamtweltcupsiegen im XCE, zahlreichen Podestplätzen im XCO-Weltcup, erreichte das Team in Stellenbosch Historisches in der eigenen Teamgeschichte!

Fotos: Dobslaff & Keizer/EGO-Promotion zVg von Thomas Wickles/Ghost Factory Racing Team

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