16 Jan

«In zehn Wettkämpfen fuhr ich sechs Mal aufs Podest!»

Mountainbiker Manfred Zöger zeigt sich sehr zufrieden mit seiner «Wintersaison», die er mehrheitlich auf dem Querfeldein-Rad verbracht hat. Bei zehn Cross-Wettkämpfen fuhr der Sponser-Sportler aus Österreich drei Siege ein. In seinem Bericht nimmt er uns mit ins «dreckige Gelände»:

«Mitte November fand am Gelände des Pferdezentrums in Stadl-Paura der internationale Querfeldein Grand Prix statt. Teilnehmer aus acht verschiedenen Nationen machten den Wettkampf zu einem Event der Sonderklasse. Das Rennen war von Beginn an unheimlich schnell und die Fahrer aus den Cross-Nationen Belgien und Hol-land fuhren an der Spitze ein unheimliches Tempo. Diese Pace konnte ich leider nicht mitgehen, ich konzentrierte mich auf meinen eigenen Rhythmus und eine technisch saubere Fahrweise. Am Ende landete ich auf Rang 18., im Mittelfeld, immerhin nur wenige Sekunden hinter dem amtierenden österreichischen Meister.

Im Hinblick auf den Höhepunkt der Querfeldein-Saison – die Staatsmeisterschaft Anfang Jänner – erhöhte ich das Trainingsvolumen beträchtlich. Nach diesem umfangreichen Belastungsblock wollte ich mir zwischen den Weihnachtsfeiertagen durch eine Reduktion der Trainingsstunden bei gleichzeitiger Erhöhung der Trainingsintensität noch den letzten Feinschliff für meine Form bei der Staatsmeisterschaft holen. Das war der Plan!

Mein nächster Renneinsatz war das Cuprennen am 9. Dezember in Pernitz. Dort erwischte ich leider nicht meinen besten Tag. Vor allem in den ersten beiden Runden fand ich überhaupt nicht ins Rennen. Ich verlor wertvolle Positionen und auch Zeit auf die Führungsgruppe. Im weiteren Rennverlauf konnte ich meine Leistung etwas stabilisieren und noch ein paar Plätze gutmachen. Mit dem sechsten Endrang war ich zwar nicht zufrieden, allerdings war ich über meine mäßige Performance nicht sonderlich überrascht. Nach dem äußerst umfangreichen Training in den Tagen und Wochen zuvor, war ich am Renntag einfach nicht frisch genug, um an der Spitze mitfahren zu können.

Nur eine Woche später hatte ich bereits die Möglichkeit, es beim Rennen in Wien wieder besser zu machen. Und das gelang mir auch. An diesem Tag war ich schon vom Start weg an der Spitze dabei. In einem lange Zeit spannenden Rennen war ich immer auf Podiumskurs. Schlussendlich belegte ich den dritten Rang, mir fehlten nach einer Stunde Fahrzeit allerdings nur 16 Sekunden auf den Sieg. Dementsprechend startete ich äußerst positiv gestimmt in die letzten drei Wochen bis zur Staatsmeisterschaft. Zwischen dem Rennen in Pernitz und jenem in Wien hatte ich – innerhalb von nur acht Tagen – fast zwei Minuten auf meine Konkurrenten gutgemacht. Und eigentlich sollte meine Topform nun erst kommen…

Aber manchmal kommt es leider anders… Kurz vor Weihnachten spürte ich leichte Verkühlungs-erscheinungen. Ich hatte Halsschmerzen, war müde und fühlte mich schwach – Training also sinnlos. Es war keine große Sache, nach ein oder zwei Tagen Ruhe würde ich sicher wieder fit sein und das Training wie geplant fortführen können. Das dachte ich zumindest. Leider erwies sich die Verkühlung aber als äußerst hartnäckig. Ich hatte kein Fieber und auch keine extrem starken Beschwerden, aber ich war trotzdem nicht fit und fühlte mich kränklich. Es war ein auf und ab, es ging mir Mal besser, am nächsten Tag fühlte ich mich wieder deutlich schlechter. Und mit jedem Tag, an dem ich nicht trainieren konnte, verschlechterte sich meine Stimmung. Ich sah meine gute Form regelrecht dahinschmelzen… Erst nach den Weihnachtsfeiertagen wurde meine Erkältung langsam wieder besser. Kurz vor dem Jahreswechsel fühlte ich mich endlich wieder fit genug für das Training. In Summe betrug die Zwangspause aber 9 Tage. Was dann folgte, waren sehr ernüchternde Trainingseinheiten. Meine Leistungsdaten zeigten es schwarz auf weiß: Meine Form war im Keller. Ich versuchte dennoch, das Beste aus der Situation zu machen – was anderes blieb mir auch nicht übrig. Nach dem fünften Trainingstag merkte ich wieder erste kleine Fortschritte. Von meiner Form, die ich Mitte Dezember schon hatte, war ich allerdings weit entfernt. Die Staatsmeisterschaft rückte aber unaufhaltsam näher, es waren nur noch vier Tage. Die Voraussetzungen am Renntag waren also alles andere als optimal. Ich versuchte, das ganze so gut wie möglich auszublenden und mich nur auf das wesentliche zu konzentrieren: Treten und schnell fahren! Nach dem Start war ich selbst etwas überrascht, als ich nach der ersten Runde in einer Gruppe rund um Position fünf unterwegs war. Die Beine drehten besser, als ich es erwartet hatte. Bei Rennhälfte kam dann aber ein Rückschlag für mich: In einer Waldpassage erlitt ich einen Defekt. Ich musste mit plattem Vorderrad mehrere Minuten bis zur Wechselzone humpeln, bevor ich das Rad wechseln konnte. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein. Insgesamt erlitt ich in den letzten drei Runden drei Reifendefekte – jedes Mal an der exakt selben Stelle des Kurses. Dadurch fiel ich noch bis auf Rang 10. zurück. Dank der großartigen und vor allem schnellen Arbeit meines Betreuerteams in der Technikzone konnte ich zumindest das Rennen beenden. Die Medaillen waren für mich an diesem Tag aber unerreichbar, die holten sich Athleten, die ich im Laufe der Saison schon hinter mir gelassen hatte.

Auch wenn das letzte Querfeldein-Rennen nicht wie erwünscht verlaufen ist, war es für mich dennoch eine gute Cross-Saison. In insgesamt 10 Wettkämpfen fuhr ich sechs Mal auf das Podest und konnte drei Rennen gewinnen! Nach einer etwas ruhigeren Trainingswoche starte ich nun die Vorbereitungen für die MTB-Saison.»

Fotos: Franz Luef zVg von Manfred Zöger

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