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29 Nov

Nur 9 Sekunden trennen Sie vom Sieg

Das zweite Rennen auf der Mitteldistanz für Anne Haug ist mehr als geglückt. Beim Ironman 70.3 Middle East 2017 zeigte die Sponser-Sportlerin mit dem 2. Gesamtrang eine sehr starke Leistung, zum Sieg fehlten nur Sekunden.

Holly Lawrence schlug im Wasser sofort ein sensationelles Tempo an und kam nach nur 24:16 Minuten relativ knapp vor Daniela Ryf aus dem Wasser. Anne Haug folgte mit nur 1:15 Minuten Rückstand. Emma Pallant wechselte 2:08 Minuten nach Lawrence auf das Zeitfahrrad. «Das Schwimmen war ganz gut. Bis zur zweiten Boje war ich hinter Daniela. Nach der Boje habe ich sie leider verloren und bin dann alleine im Gegenstrom geschwommen», so Anne Haug zum Schwimmen.

Auf dem Rad wartete Ryf die ersten Kilometer ab und hielt sich zurück, bevor sie nach etwa 40 Kilometern die Führung übernahm und das Tempo erhöhte. Nach 50 Kilometern hatte die Schweizerin dann bereits über 1:20 Minute Vorsprung vor Ihrer Verfolgerin aus England. Dahinter folgten Anne Haug und Emma Pallant mit bereits 5:45 Minuten Rückstand. Durch einen herausragenden Radsplit von 2:10:07 hatte Ryf über zwei Minuten Vorsprung vor Ihrer Konkurrentin und wechselte mit fast zweieinhalb Minuten Vorsprung auf die Laufstrecke.

«Beim Rad habe ich Daniel und Holly leider nie gesehen. Ich war sehr lange Zeit ganz alleine und dann habe ich Führungsarbeit für einige Athletinnen mit übernommen. Ich entschied mich dann dafür, gemeinsam in der Gruppe, in der auch Emma Pallant war, mitzufahren. Zum Ende hat Angela Naeth auch die Führung übernommen. Ich hätte aber auch alleine keine bessere Performance abliefern können», so Anne Haug zum Radsplit.

Haug fliegt über die Laufstrecke
Schon nach der Hälfte der Laufstrecke war absehbar, dass der Vorsprung der Schweizerin nicht zum Sieg reichen würde. Holly Lawrence kam immer näher und überholte Ryf schließlich in der dritten von vier Laufrunden. Dem Überholmanöver hatte die Schweizerin nichts entgegenzusetzen. Lawrence ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Gefahr in Form von Anne Haug. Sie hatte zwar mehr als fünf Minuten Rückstand nach dem Wechsel vom Rad in die Laufschuhe, flog aber regelrecht über die Laufstrecke. Mit einer Zeit von 1:17:27 für den Halbmarathon hätte Sie an diesem Tag sogar in der Spitze der Männer mitlaufen können. Im Ziel kam es dann fast noch zu einem Zielsprint.

Einige Meter mehr hätten Anne Haug wohl gereicht, um bei Ihrem zweiten Start über die Mitteldistanz mit Topbesetzung auch den zweiten Sieg zu feiern. So hatte sie mit nur neun Sekunden Rückstand das Nachsehen. Holly Lawrence siegte durch ein Finish mit 4:02:34 Stunden. «Wäre das Rennen ein paar hundert Meter länger gewesen, hätte ich womöglich nicht gewonnen. Man könnte aber auch sagen, dass ich mir den Wettkampf genau richtig für diese Distanz eingeteilt habe», sagte die Siegerin mit einem Lachen im Ziel.

Anne Haug freute sich trotzdem sichtlich über den großen Erfolg bei ihrer zweiten Mitteldistanz. «Das Laufen lief gut und ich konnte gut aufholen – jede Runde. Natürlich schon sehr schade um 9 Sekunden zu verlieren. Aber ein zweiter Platz mit zwei Weltmeisterin auf dem Podest ist aber natürlich fein», so die Bayreutherin im Ziel. Daniela Ryf erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 3:40 Minuten und musste dem Tempo von Lawrence und Haug sowie der Hitze Tribut zollen. So kam sie nicht über eine Halbmarathonzeit von 1:28:20 Stunden hinaus. Ryf war die Enttäuschung im Ziel ins Gesicht geschrieben.

Anne Haugs Trainer Dan Lorang freute sich mit ihr und kommentierte das Renne folgendermaßen: «Anne hat ein gutes Rennen gemacht. Wir wissen, dass es da noch Einiges an Potenzial vor allem auf dem Rad gibt, aber sie hat es gut gemacht. Es war auch ein Ziel, noch Kräfte fürs Laufen zu haben und nicht auf Biegen und Brechen zu agieren. Es war wichtig, ein gutes Rennen zu machen für die Motivation 2018 und um das Potenzial nach der langen Verletzung zu sehen. Lanzarote war schon ein großer Schritt und das Rennen heute hat gezeigt, dass Anne auch auf der längeren Strecke wirklich das Potenzial hat. Der Lauf am Ende war sensationell. Wir werden alles im Detail analysieren und dann die richtigen Rückschlüsse ziehen. Nicht zu vergessen ist auch die gute Performance vom ganzen Team rund um Anne im Hintergrund. Das Projekt Langdistanz hat nun richtig Fahrt aufgenommen.»

Foto: Frank Übelhack

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