26 Sep

Höhenrausch und Abfahrtsglück für drei Athleten vom toMotion Racing Team

Alleine ist man auf dem Gipfel nicht – die 3.748 Meter hohe Grande Sassière in den französischen Alpen ist ein beliebtes Ziel bei Bergsteigern. Doch dass jemand sein Mountainbike mit auf den Gipfel schleppt und den Abstieg dann auf zwei Rädern bewältigt, das ist selten. Aber Andrea Potratz, Claudia Potratz und Roland Ast vom toMotion Racing Team taten genau das!

Und sie sorgten für viel Aufsehen, als sie ihr von langer Hand geplantes Projekt «Grande Sassière by Bike» in die Tat umsetzten. Am frühen Morgen des 27. August 2017 starteten sie von ihrem Basislager am Stausee Le Saut auf 2280 Metern Höhe aus, um die 1473 Höhenmeter zum Gipfel in Angriff zu nehmen. Ein langer, steiniger Aufstieg, den sie zumeist schiebend oder mit dem Bike auf den Schultern bewältigten. Und dann das Glück auf dem Gipfel und der Adrenalinrausch bei der Abfahrt. Im Folgenden schildert jeder der drei Akteure seine Erinnerungen an diese ganz besondere Tour.

«Das Bike lag praktisch von Anfang an auf unseren Schultern, wo es fast die ganze Zeit blieb», berichtet Andrea. «Nur kurze Abschnitte konnten geschoben werden und ganz kurz konnten wir sogar fahren.» Die ersten 350 Höhenmeter führten über steile Almwiesen an einen felsigen Steilaufschwung mit einer Kletterstelle. Danach folgte schottriges Gelände, in dem die drei Sportler, das Bike durchgängig auf dem Rücken, zügig an Höhe gewannen. «Als wir wieder oben auf dem Bergrücken ankamen, sahen wir den restlichen Aufstieg vor uns. Na bravo!», so Roland. «Der Anblick ließ uns erst mal tief Luft holen – der Gipfelaufschwung mit seinen 450 Höhenmetern war viel höher als gedacht, bocksteil, und der Weg führt zeitweise sehr direkt zum höchsten Punkt. Dazu erschien mir der weitere Anstieg bis zum Gipfelaufschwung noch kilometerlang, zwischen Gletscher linkerhand und senkrecht abfallender Felswand rechts. Dennoch – keiner von uns hatte Zweifel, dort hoch zu kommen».

Andrea fügt hinzu: «Ab ca. 3300 hm habe ich die dünne Luft deutlich gespürt und musste ziemlich schnaufen. Also schön langsam gehen und immer wieder Pausen machen, dann geht es gut und man kommt oben an, ohne allzu kaputt zu sein». Und tatsächlich: nach etwa 4:30 Stunden und fast 1.500 Höhenmetern standen sie mit ihren Bikes auf dem Gipfel. «Der letzte Schritt hatte einfach etwas von Erlösung», erinnert sich Claudia. «Die letzten 4,5 h haben wir uns und unser Bike hier hoch geschleppt. Gefahren sind wir vielleicht 200 Meter. Warum tun Menschen sich das an? Der Gipfel mit diesem Panorama gab eine atemberaubende, stillschweigende Antwort. Noch nie war ich so tief zufrieden beim Bike-Bergsteigen wie dort oben. Vergessen waren all die Mühen, das Training, die Schulterschmerzen. Die Gruppe Wanderer hier oben schaute uns ungläubig an, der Respekt für unsere Leistung wurde in mehreren Sprachen bekundet, einige haben uns angefeuert auf den letzten Metern. Das war toll!»

Und dann der zweite, fast noch schwierigere Teil: der Abstieg auf zwei Rädern. Mental sicherlich noch anstrengender als körperlich. «Nach einer kurzen Stärkung ging es in die Abfahrt», so Claudia. «Ich schob anfangs etwas mehr als die beiden anderen. Das war mir aber egal – Chirurgenhände vertragen keine Verletzungen und das Hochgebirge ist der falsche Platz für Experimente. Ich war trotzdem erstaunt, wie fit wir alle noch waren und wie viel wir fahren konnten». Andrea beschreibt die Abfahrt so: «Sie war insgesamt doch deutlich technischer als gedacht. Die Gipfelpyramide hatte ein Gefälle von ca. 90 Prozent (also 40 Grad), mit rutschigem Untergrund und engen Serpentinen. Da braucht es maximale Bremskraft und Bikekontrolle, um solche Serpentinen fahrend zu bewältigen, was dann aber auch gelang. Die Diskrepanz zwischen hohem Sauerstoffbedarf und dem geringen Sauerstoffgehalt der Luft machte sich auch bergab bemerkbar. Mein Puls war gerade zu Beginn der Abfahrt genauso hoch, als würden wir den Berg hochgehen. Und wir mussten auch immer wieder Pausen machen, um zu atmen und Sauerstoff in Arme und Beine kommen zu lassen. Je tiefer wir kamen, desto besser wurde es. Es gab auch bergab einige Stellen, an denen man das Bike tragen musste, weil das Gelände teilweise zu verblockt war oder auch ein paar leichte Kletterstellen bereit hielt. Diese Stellen waren aber immer nur kurz und insgesamt konnten wir trotzdem fast alle Höhenmeter fahrend bewältigen. Die letzten 350 Höhenmeter waren zwar steil, dann aber trotzdem noch richtig flowig durch die Wiesenhänge.» Nach insgesamt siebeneinhalb Stunden trafen sie erschöpft, aber glücklich an ihrem Basislager am Stausee ein.

«Das war insgesamt wohl die anspruchsvollste Eintages-Unternehmung, die ich bisher mit einem Bike gemacht habe», fasst Roland das Erlebte zusammen. «Wir waren ein homogenes Team. Jeder war, weil verantwortungsbewusst, optimal vorbereitet, also konditionell fit, fahrtechnisch stark, hoch motiviert und am Ende glücklich über diesen Erfolg. Das Erlebnis «Grande Sassière» mit Claudia und Andrea teilen zu können, macht es für mich besonders wertvoll.»

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