12 Okt

Ironman Hawaii 2016: um eine harte Erfahrung reicher

Gleich im ersten Anlauf hatte sich Sponser-Sportler Ruedi Wild für den Ironman auf Hawaii qualifiziert. Dass seine WM-Premiere auf Big Island hart werden würde, hat er sich schon im Vorfeld ausgemalt. Sein spannender Wettkampfbericht zeigt, dass er nicht enttäuscht wurde.

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«Ich war bereit für einen harten Tag und wurde nicht enttäuscht. Noch nie habe ich wohl in einem Wettkampf derart gelitten. Ich bin zu einem Wettkampf gestartet und endete in einem Überlebensmarsch, so in etwa die Zusammenfassung in einem Satz. Allen Widerständen und Versuchungen zum Trotz biss ich durch und beendete meinen ersten Start auf Big Island auf dem respektablen 21. Rang.
Jahrelang und seit Kindesalter habe ich dieses Rennen an der Geburtsstätte des Triathlons mitverfolgt, nun stand ich zum ersten Mal selber am Start. Ich wusste nicht recht, was ich erwarten konnte. Wie an der 70.3 WM über die halbe Distanz gezeigt, musste ich mich tempomässig sicherlich nicht verstecken und sollte einiges an Potential haben auch über die volle Distanz. ABER: ein Ironman über 8 Stunden in der Lavawüste und all den weiteren Besonderheiten dieses speziellen Rennens ist einfach ein anderer Sport. So ging es mir in erster Linie vor allem darum, nach dem Fokus auf die 70.3 WM hier Erfahrungen zu sammeln, was natürlich ein gutes Resultat nicht ausschliessen sollte.

Ich war nicht gross nervös am frühen Morgen, als es um 4 Uhr aus den Federn ging. Ich verspürte sogar etwas Vorfreude – ein bisschen naiv, wenn ich daran denke, wie ich nachher in der Wüste leiden sollte. Der traditionelle Kanonenschuss um 6.25 eröffnete das Rennen. Obwohl der Schwimmkurs 3,8 km lang war und das Race über 8h dauern sollte, war ich mir bewusst, wie wichtig eine gute Leistung in der Auftaktdisziplin sein würde. Das Schwimmen verlief optimal. Ich kam gut aus dem Wasser und durch die ersten Radkilometer, später fand ich Unterschlupf in der 20-köpfigen Spitzengruppe, alle schön aufgereiht 12 m einer nach dem anderen. Leider wurde sehr taktisch gefahren, wie bei einer Handorgel fiel das Tempo immer mal wieder zusammen oder stieg kurzfristig abrupt an, weshalb im Gegensatz zu früheren Jahren rasch viele weitere Verfolger aufschliessen konnten (was wohl auch an der Konstellation lag, dass einige Hauptfavoriten den frühen Abgang verpasst haben). Die Wettkampfrichter fackelten ebenfalls nicht lang mit dem Verteilen der Drafting-Strafen; ein unaufmerksamer Moment konnte schnell 4 min kosten.

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Als dann ab Kilometer 70 richtig die Post abging, bin ich wie vorgenommen dosiert mein Tempo weitergefahren – wohlwissend, dass dies ganz entscheidend sein würde für eine gute Laufleitung im abschliessenden Marathon, wo ich mir aufgrund meiner Voraussetzungen doch etwas erhoffen durfte. Nach dem zweiten Wechsel auf die Laufstrecke fühlte ich mich verhältnismässig frisch und war ob der Ausgangslage guten Mutes. Aber auch ich sollte kurz darauf mit den wohlbekannten Eigenheiten und Tücken dieses Kurses und von Ironman im Allgemeinen noch Bekanntschaft machen. Magenprobleme und –krämpfe machten mir zu schaffen. Zeitweise brachte ich überhaupt nichts mehr runter, und irgendwann musste ich im Kopf vom Wettkampf- in den Überlebens-Modus wechseln. In diesem Zustand und mit rebellierendem Körper noch knapp 25 km auf dem flimmernd heissen, monotonen Highway, hin und retour – auf was habe ich mich da nur eingelassen! Rangierungen sind in solchen Momenten wohl das letzte, was einen kümmert. Wo normalerweise mein Kampfgeist über den engen Ausgang bestimmt, war nun mentale Stärke gefragt, um ins Ziel zu kommen. Als Rookie wollte ich das Rennen unbedingt zu Ende bringen. So kämpfte ich mich irgendwie durch – die eine oder andere Gehpause oder Wasserdusche inklusive – und landete nach 8h38min auf dem 21. Rang.

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Trotzdem habe ich das Gefühl, dass mir der Ironman Hawaii mit etwas mehr Erfahrung und der einen oder anderen Anpassung, bspw. längeren spezifischen Vorbereitung, durchaus liegen könnte. So kurz nach dem Rennen bin ich jedoch unschlüssig, wie wichtig der Hawaii-Mythos für mich künftig werden wird. Im Gegensatz zu der Mehrheit der Athleten hat mich die Atmosphäre nicht vom Sockel gehauen. Vielleicht habe ich hier einfach schon zu viele andere Orte gesehen. Ich bin ein Wettkampftyp und liebe die Rennen, der Fokus auf Hawaii würde aber bedeuten, pro Jahr weniger Rennen bestreiten zu können. Zudem sind die Nachwehen nach einem Ironman viel stärker als nach kürzeren Rennen. Ich habe Blasen, aufgeschürfte Füsse, blaue Zehennägel und muss die nächsten Tage sicher rückwärts die Treppe hinuntersteigen; so wirklich spassig finde ich das nicht… Allerdings geht nichts über neue Herausforderungen! Auch der Fokus der Allgemeinheit, Medien oder Sponsoren ist schon sehr stark auf Hawaii gerichtet, von dem her lässt sich ein weiterer Start wohl kaum verhindern. .-)

Nach einer weiteren sehr erfolgreichen Saison freue ich mich aber zuerst einmal riesig auf die Flitterwochen hier auf Hawaii. Ich zweifle nicht daran, dort noch den ‚richtigen’ Hawaii Spirit jenseits von Blasen, Stützstrümpfen und Sportgetränken zu erleben. Erst danach werde ich mit der Planung fürs kommende Jahr beginnen.

Vielen Dank nochmals Mitfiebern und für eure zahlreichen Rückmeldung, Anfeuerungen und guten Wünsche.»

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