15 Nov

Produkte ohne Palmöl: Es gibt noch viel zu tun!

Palmöl hat derzeit einen ässerst schlechten Ruf. Waldabholzung, erhöhte Treibhausgasemissionen sowie reduzierter Biodiversität sind nur einige der Stichworte, die derzeit in Konsumentenkreisen kursieren. Da ist es verständlich, dass immer mehr Konsumenten nach palmölfreien Produkten verlangen. Doch die Suche nach valablen Alternativen gestaltet sich schwierig.

Palmnuts

Palmöl ist das am meisten verwendete Pflanzenöl der Welt, hauptsächlich aufgrund der Effizienz seiner Produktion. Es wird in Futtermitteln, Backwaren, Reinigungs- und Kosmetikmitteln und auch als Biotreibstoff verwendet. Im industrialisierten Markt wird es in etwa der Hälfte aller vorverpackten Nahrungs-, Pflege- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Millionen von Menschen, vor allem in Indonesien und Malaysia, hängen mit ihrem Lebensunterhalt von Palmöl ab.

Während Palmöl einen signifikanten Anteil zur Volkswirtschaft der Produktionsländer beiträgt, hat seine rasche Verbreitung auch deutliche Umweltschäden verursacht. Ölpalmen sind ursprünglich in Westafrika beheimatet und wurden anfangs den 20. Jahrhundert nach Südost-Asien gebracht.

Zweifellos hat die Palmölproduktion zu Waldabholzung und damit erhöhter Treibhausgasemissionen sowie reduzierter Biodiversität beigetragen. Auch Verschleiss von Landressourcen wurde thematisiert. Solche Bedenken wurden von Umweltschutzorganisationen schon in der Vergangenheit angebracht. Und falls Nachfrage und Produktion weiter steigen, werden sich diese Probleme sicherlich verschärfen.

Um diesen Umwelt- und Sozialbedenken zu begegnen hatte die Umweltschutzorganisation WWF zusammen mit der Palmölindustrie die Non-Profit Organisation RSPO gegründet (Roundtable of Sustainable Palm Oil), um alle Beteiligten aus dem Palmölsektor sowie Umwelt- und Sozialorganisationen zusammenzubringen. Das Ziel von RSPO ist eine umweltverträgliche und auch sozial nachhaltige Palmölproduktion. Denn bisheriges Palmöl aus «nachhaltiger» Produktion wurde durch Umweltschützer seit langem mit dem Argument attackiert, es handle sich bloss um ein «Weisswaschen» der Palmölindustrie. Diese Ansicht verbessert sich innerhalb der Umweltschutzkommune auch nach der Bildung der RSPO im Jahre 2004 nicht merklich, während andere Kreise dies durchaus als einen breit akzeptierten Weg einer zertifiziert nachhaltigen Produktion mit reduzierter Abholzung sehen. RSPO ist heute jedenfalls die grösste Nachhaltigkeits-Organisation innerhalb des Palmölsektors, notabene unter Einsitz der Umweltschutzorganisation WWF. Richtigerweise verbietet der RSPO-Standard die Abholzung oder die Kultivierung von Torflandschaft mit Palmenplantagen nicht komplett, sondern begrenzt dies nur innerhalb definierter Vorgaben.

Palmoil

Der erwartete, weiter steigende Bedarf an Palmöl führte natürlich auch zu Anstrengungen in der Suche nach potentiellen Alternativen. Dies ist jedoch alles andere als eine einfache Aufgabe. Denn eine Alternative für Palmöl muss den Bedarf decken können, benötigt aber ebenfalls Landressourcen in geeigneter klimatischer Lage. Denn da der Hauptvorwurf an Palmöl ja die Zerstörung von Regenwald betrifft, müsste anderswo angepflanzt werden. Der Anbau muss auch ökonomisch tragbar sein für Anbauer, Käufer, Konsumenten und u. U. auch die Regierung des Anbaulandes. Weiter muss nicht nur die Produktion als Ganzes nachhaltig sein, sondern ein Substitut muss auch gesundheitlich akzeptabel sein. Potentielle Alternativen wären z.B. Pflanzenöle aus Soja, Raps, Kokosnuss oder den weniger bekannten Jatropha oder Jojoba. All diese Quellen haben die Hürde der technologischen Machbarkeit überwunden, aber es bestehen weiterhin Herausforderungen in Bezug auf Rentabilität, Akzeptanz und Nachhaltigkeit (z. B. Wasserverwertungseffizienz).

Unter diesen Voraussetzungen – ohne eine Alternative verfügbar – ist es keine Lösung, palmölfreie Produkte zu fordern. Konsumenten, welche meinen, nachhaltig zu handeln indem sie auf palmölhaltige Produkte verzichten, negieren eine entscheidende Tatsache: jegliches andere Pflanzenöl verursacht dieselben Folgen bzgl. Abholzung und andere Umweltschäden, sobald es in relevanter, industrieller Menge und als valabler Ersatz produziert werden soll. Es ist daher zu einfach, die Industrie anzuklagen. Es ist ein Sachzwang, dass praktisch jede industrielle Nutzung eines Rohstoffs einen Umwelteinfluss hat, und man nicht einfach einen Ersatz ohne Umweltfolgen einsetzen kann! Sonnenblumen im Garten liefern nachhaltige Kerne, wollte man aber damit Palmöl ersetzen, wären die Umweltfolgen gravierend bis fatal. Alles, was im kleinen Massstab nachhaltig sein kann, wird im grossen Massstab früher oder später zwangsläufig umweltschädigend. Weitere Beispiele sind Biotreibstoffe, welche mit der Nahrungsmittelproduktion und deren Landressourcen konkurrenzieren; Solar- und Windenergieanlagen, welche ebenfalls Rohstoffe benötigen und deren Herstellung toxische Beiprodukte erzeugen und ebenfalls Landreserven verknappen; fossile Brennstoffe schädigen die Atmosphäre durch CO2-Emissionen; und so weiter und so fort!

Nebenbei ist noch zu erwähnen, dass heutzutage Palmöl mit Nachhaltigkeitszertifikat der Standard ist. Nicht-zertifiziertes Palmöl ist in Europa praktisch gar nicht mehr erhältlich.

» Download «Nachhaltigkeit von Palmöl» (PDF deutsch)

» Download «Palm oil sustainability» (PDF english)

Grafik

Fotos: Jukwa Village Palm Oil Production in Ghana. Uploaded by Martin H. / Wikimedia Commons

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