01 Mrz

Nina-Kuster«Roller Derby wird mit vollem Körpereinsatz gespielt!»

Sie betreibt eine Sportart, die nicht zu den alltäglichsten gehört: Roller Derby. Im Interview erklärt Sponser-Sportlerin Nina Kuster (36) von den Zürich City RollerGirlz alles, was man über die faszinierende Sportart wissen muss. Und verrät natürlich auch ein paar Geheimnisse über sich selber…

Nina, kannst Du uns Deine Sportart kurz beschreiben? Die wenigsten wissen, worum es bei Roller Derby geht!

Da wäre zunächst das Material: Wir spielen auf Rollschuhen – nicht auf Inlineskates. Also Rollschuhe, wie wir sie von früher kennen, mit den 2 Achsen. Unser Spielfeld (Track) ist eine ovale, flache Bahn (23 x 33m), auf der wir im Gegenuhrzeigersinn unsere Runden drehen. Pro Team sind jeweils 5 Spielerinnen auf dem Track: 4 Blockerinnen und 1 Jammerin. Die Jammerin ist mit einem Stern auf dem Helm gekennzeichnet und macht die Punkte. Die Blockerinnen versuchen hauptsächlich, die gegnerische Jammerin vom Punkten abzuhalten oder helfen ihrer Jammerin beim Durchkommen und Punkten. Gepunktet wird durch Überrunden der Gegnerinnen. Eine Person = 1 Punkt. Zeit dafür hat man maximal 2 Minuten, dann ist der Jam spätestens zu Ende. Es gibt 30 Sekunden Pausen, um die 5 Leute auf dem Track auszuwechseln bevor der nächste Jam startet. Insgesamt werden 2 Halbzeiten à 30 Minuten gespielt. Das ist die ganz grobe Übersicht des Spiels, es gibt natürlich noch weitere unzählige Regeln! Das Spiel mag auf den ersten Blick chaotisch wirken, aber es steckt ganz viel Taktik dahinter. Und man muss innerhalb von Sekunden von offensive zu defensiv und zurück wechseln, je nach Situation im aktuellen Jam. Und auch wenn mit vollem Körpereinsatz gespielt wird, gibt’s viele Regeln: Blocken in den Rücken, Beinstellen, Ellbogen ins Gesicht etc. sind illegal und führen zu einer Strafe von 30 Sekunden auf der Strafbank. Bei groben, fahrlässigen Fouls könnte es auch zum Spielverweis kommen. Pro Spiel werden max. 14 Spielerinnen aufgestellt und wie vorhin erwähnt, werden zwischen den Jams normalerweise alle Spielerinnen ausgewechselt. Ich glaube, die Regeln sind sehr beeinflusst von anderen amerikanischen Vollkontaktsportarten (Ice Hockey, Football). Neben den Rollschuhen tragen wir Helm, Zahnschutz, Ellbogen-, Knie- und Handgelenkschoner. Und auch ganz wichtig: Wir benötigen mind. 5 oder besser aber 7 Schiedsrichter! Und ganz viele Freiwillige, die uns sonst noch aktiv behilflich sind im Spiel (Zeit stoppen, Punkte aufschreiben, Strafbank betreuen etc.). Ohne diese Leute könnten wir kein Spiel bestreiten!

Nina Kuster Roller Derby

Kannst Du von Deinem Sport leben?

So professionell ist Roller Derby noch nicht, v.a. nicht in der Schweiz! Ich arbeite Vollzeit im Marketing und hab gerade noch eine Weiterbildung im Bereich Social Media abgeschlossen.

Welches sind Deine grössten sportlichen Erfolge?

Die Teilnahme an der WM mit dem Schweizer Nationalteam im Dezember 2014 in Dallas. Und dass ich es nach meiner Knieverletzung im Jahr zuvor geschafft habe, nochmals zurück auf die Skates zu kommen und stark genug für die WM zu sein.

Wie lief es in Dallas?

Es war beeindruckend, die Top Teams (USA, England, Kanada) spielen zu sehen. Toll war auch, dass andere kleine Teams wie wir am Start waren und es trotz WM immer noch einige dieser «Community»-Momente gab. In der Schweiz z. B. kennt ja kaum jemand Roller Derby, ausser man kennt jemanden, der selber spielt. Das macht uns zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, auch Teamübergreifend und sogar Nationenübergreifend. In anderen Ländern ist der Sport schon viel bekannter: In den USA, dem Ursprungsland von Roller Derby, spielen es Tausende, es gibt Junior Teams, die besten Teams spielen vor Tausenden Zuschauern in Hallen wie unser Hallenstadion. Es war erst die 2. WM überhaupt, der Sport ist noch sehr jung und es ist alles noch freundschaftlich. Nach dem Spiel feuerte man andere Teams an, gegen welche man vielleicht am nächsten Tag antreten musste. Man feiert zusammen, schliesst neue Freundschaften und erfreut sich an Erfolgen von anderen Mannschaften (v.a. bei den Underdogs natürlich). Wir haben unsere Spiele leider alle verloren, zwei davon äusserst knapp, das hätte genauso gut anders enden können. Das ist sehr schade, aber wir sind eine der jüngsten und kleinsten Roller Derby Nationen, ich glaube wir dürfen uns darüber nicht zu fest ärgern oder uns damit belasten. Wir haben sicher viel mitgenommen von der WM, was wir verbessern können. Und das nächste Mal treten wir einiges stärker an! Für mich persönlich war es insofern ein Erfolg, da ich ohne Beschwerden (Knie) das ganze Turnier durchspielen konnte.

Roller Derby mit Nina Kuster

Welcher wichtige Wettkampf steht bei Dir in den nächsten Monaten an?

Diverse Heim- und Auswärtsspiele:

7.3.2015 zu Hause gegen Göteborg (S)
18.4.2015 zu Hause gegen Karlsruhe (D)
25.4.2015 in Frankfurt (D)
30.5.2015 in Metz (FR)
27.6.2015 zu Hause gegen Dresden (D)
11.7.2015 in München (D)

Die nächsten Spiele mit dem Nationalteam sind leider noch nicht festgelegt, aber da wird es sicher auch noch das eine oder andere Freundschaftspiel geben dieses Jahr.

Welches ist Dein grösstes sportliches Ziel, das Du je erreichen möchtest?

Das war die WM. Ob ich’s noch ein 2. Mal an eine WM schaffe, hängt wohl davon ab, wann die nächste stattfinden wird (ist noch nicht bekannt) und ob ich bis dann verletzungsfrei bleibe. Ich gehöre schon zu den älteren Spielerinnen und hab mir gesagt, dass ich mir im Falle einer weiteren Verletzung diesen langen, anstrengenden Weg zurück vermutlich ersparen werde. Wär aber schon schön, mal noch ein WM-Spiel zu gewinnen! Das ist etwas, das ich gerne noch erleben möchte.

Roller Derby Nina Kuster

Welche Rolle spielt die Ernährung beim Roller Derby?

Ich glaube, die richtige Ernährung ist schon sehr wichtig bzw. kann ein Vorteil sein. Ich muss aber zugeben, dass ich keine strikte Diät einhalte. Als ich angefangen, habe mehr zu trainieren, hat sich meine Ernährung automatisch verändert. Ich hatte einfach mehr Lust auf gewisse Nahrungsmittel und dachte mir dann, mein Körper braucht das wohl durch das härtere Training und solang es gesund ist, warum nicht. Ich bin Vegetarierin und hab eine Allergie, bei der ich Vollkorn, Nüsse, Tofu etc. meiden sollte – äusserst ungünstig. Ich habe das mit der Allergie erst vor etwas mehr als einem Jahr rausgefunden, meine Ernährung umgestellt und hatte dann das Gefühl, dass meine Leistungen viel schwächer sind. Dann hab ich bewusster angefangen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und hab auch geschaut, mit welchen Nahrungsmittelergänzungen ich die fehlenden Vitamine und Nährstoffe aufnehmen kann. Und besonders vor Spielen oder gerade vor der WM hatte ich über längere Zeit auch mit der Ernährung darauf hingearbeitet, mich möglichst gut vorzubereiten. Im Alltag ist das für mich so aber nicht immer machbar. Alleine schon mit der Vollzeitarbeit und dem ausser Haus essen.

Long Energy BerryHast Du ein Lieblingsprodukt von Sponser?

Ich mag das Schoko Whey94 Pulver! Es schmeckt super Lecker und ist gut für mich. Und Long Energy Berry als Sportdrink weil’s viel weniger süss ist als das was man sonst so in den Läden findet.

Fotos mit bestem Dank an: Gabryel Sport Photographie

Einen Kommentar schreiben

Neu bei Sponser

Das neue Sportgetränk Ultra Competition von Sponser wurde speziell für die Anforderungen auf Ultra- und Langdistanzen entwickelt. Mehr dazu »

Krämpfe ade!

Muscle-Relax-Sponser Das innovative Produkt Muscle Relax von Sponser hemmt und reduziert unkontrollierte Muskelkontraktionen und kann akut oder präventiv eingenommen werden.

Facebook