07 Feb

«Der Sommersportler wird im Winter gemacht!»

Für den deutschen Berglauf-Profi Marco Sturm hat das Sport-Jahr 2015 bereits im vergangenen November begonnen. Für die Saison 2015 hat sich der bald 37-Jährige Bayer viel vorgenommen, wie er im Interview erklärt.

Marco Sturm

Marco, ein kurzer Rückblick auf Dein vergangenes Sport-Jahr: An welche Höhepunkte erinnerst Du Dich gerne zurück? Und warum?

Es gab es mehrere Highlights, wobei sicher mein zweimonatiger USA-Aufenthalt im Sommer herausragt. Dank guter Vorbereitung in der Höhe Colorados wurde ich bei der Berglauf-Langdistanz- WM, im Rahmen des Pikes Peak Ascent, trotz eines grippalen Infektes 13. und WM-Bronzemedaillen-Gewinner mit der Mannschaft. Meine Zeit, die um 8 Minuten schneller als an gleicher Stelle 2010 war, hätte damals sogar WM-Rang Fünf bedeutet. Nur drei Wochen nach der WM wurde ich Zweiter bei einem Trailmarathon in Colorado, der in Höhen von bis zu 3700 m ü. M. hinaufführte. Neben den oben genannten Bergläufen in den USA und beim Zermatt-Marathon (Gesamt-Neunter) stellten auch mehrere Straßenläufe persönliche Höhepunkte dar. So gewann ich unter anderem einen Frühjahrs-Halbmarathon mit neuer persönlicher Bestzeit in 1:08:37. Beim Marathon Deutsche Weinstraße, einem sehr profiliertem Lauf mit 500 m Höhenunterschied, wurde ich Dritter (bester Europäer). Und als Pacemaker für Elite-Läuferinnen finishte ich den Mannheim- und Köln Marathon. Das nur als «Auswahl» aus meiner Saison 2014. Letztendlich war es eine «Allround-Laufsaison», vom Crosslauf, über Straßenlauf/Marathon, Naturlauf bis hin zum Bergmarathon. Jetzt fehlt nur noch Ultra(trail-)lauf! Ein Projekt, das 2015 ansteht. Last but not least – verletzungsfrei und gesund laufen, war und ist immer ein Highlight, unabhängig von Zeiten und Ergebnissen! Stimmt Gesundheit und Wohlbefinden, klappt es auch mit den Leistungen!

Marco-SturmDu hast uns Bilder von Dir an der Berglauf-WM in Colorado geschickt. Zielleinlauf war in unmittelbarer Gipfelnähe des Pikes Peak, auf 4300 m ü. M. Wie bereitet man sich in Deutschland auf solche abartigen Höhen vor? Der Körper muss ja nicht nur Leistung, sondern in Deinem Falle Höchst-Leistungen in einer sauerstoffarmen Luft erbringen!

In Deutschland kann man sich leider nicht auf einen Lauf wie den Pikes Peak Ascent vorbereiten. Tatsächlich verbrachte ich, wie bereits oben erwähnt, mehrere Wochen in der Höhe Colorados, u. A. 3 Wochen im Barr Camp auf 3100 m. Von dort aus lief ich insgesamt zehnmal auf den Gipfel des Pikes Peak. Vor allem die ersten Tage der Höhenanpassung sind extrem und das Lauftempo kann gar nicht langsam genug sein. Eine gute Grundlagenausdauer im Vorfeld ist stets essentiell für das Höhentraining. Egal wie gut die Anpassung/Form auch ist, der Sauerstoffmangel bleibt stets eine Herausforderung!

Wie kommt es, dass die Saison eines Berg-Spezialisten mitten im November, also eigentlich im Winter, beginnt? Liegt da nicht zu viel Schnee für ein seriöses Training?

Die Saison beginnt bei mir immer nach der Regenerationsphase im Anschluß an den letzten Wettkampf im Herbst eines Jahres. Dieses Jahr war dies der Wolfgangseelauf über 27 Kilometer Mitte Oktober. Im Anschluß daran trainierte ich drei Wochen lang nur nach dem «Lust und Laune»- Prinzip. Der Sommersportler wird im Winter gemacht, ein altes Sportlersprichwort. Gerade die solide Grundlagenausdauerbasis, von der man mitunter die gesamte Saison über zehren kann, wird in den «kalten Monaten» gelegt! Zuviel Schnee gibt es eigentlich nicht! In meiner südostbayerischen Heimat sowieso nicht. Liegt seltenerweise genug Schnee zum Skilanglaufen, gehe ich auf die Loipe zum Skilanglauf im klassischen Stil, ansonsten passe ich meine Laufstrecken- und –schuhe den jeweiligen Gegebenheiten an. Zudem trainiere ich unabhängig vom Wetter ganzjährig auf dem Rad (Rennrad und Mountainbike bzw. im Winter auch auf der Rolle), seit kurzem auch auf einem Crosstrainer. Vielseitigkeit ist Trumpf!

Welche sportlichen Ziele und Höhepunkte hast Du Dir für 2015 gesetzt?

Das erste große Ziel ergab sich sehr kurzfristig durch eine Einladung zu einem 50 km Ultratrail-Lauf in Hong Kong Anfang Februar. Dafür bereite ich mich in einem Höhentrainingslager in Kenia vor. Im Sommer wird die Zugspitz Challenge, die von meinem Hauptsponsor Scott Sports unterstützt wird, ein Highlight. Ich bin schon auf soviele Berge im In- und Ausland gelaufen, viele auch mehrfach, aber eben noch nie auf Deutschlands Höchsten. Ein weiteres absolutes «Nonplusultra» wäre die Berglauf-Langdistanz WM 2015 im Rahmen des Zermatt Marathons. Auf Grund der enormen Konkurrenz mache ich eine Teilnahme an eine Trainingslagerunterstützung durch Sponsor, Verein oder Verband abhängig. Die Konkurrenz steigt von Jahr zu Jahr und «dabeisein ist alles» zählt (leider) nur bei Olympia. Bei mir zuhause betragen die höchsten Steigungen gerade einmal 80 Höhenmeter, nicht genug, um einen Langdistanz-Berglauf erfolgreich vorzubereiten. Ansonsten gibt es noch (zu)viele Läufe in Nah und Fern. Als Bayer sehe ich es momentan noch unter dem Motto «schau mer mal»!

Marco.Sturm

Schwörst Du immer noch auf Sponser Competition, Gels und Sport Tea in der Wettkampfverpflegung? Oder hat sich da was geändert?

Ja, falls im Wettkampf Eigenverpflegung möglich ist, wie z. B. 2014 beim Marathon Deutsche Weinstraße, führe ich Sponser Competition zu. Zudem nehme ich bei Marathons stets Gels mit Coffein mit. Sport Tea verwende ich während/nach dem Training. Der Flüssigkeitsbedarf ist ja auch Stunden danach noch erhöht. Hierbei ist der Sport Tea für mich die geschmacklich beste Variante, um Flüssigkeit und Elektrolyte zu ersetzen. Da ich dieses Jahr in den Ultralauf einsteige, steigt die Wichtigkeit der Wettkampfernährung quasi mit der Länge der Laufdauer. Ich bin gespannt auf diese Herausforderung im Training und Wettkampf! Mehr darüber dann vielleicht im nächsten Interview!

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