14 Okt

«Lang, hart, aber wunderschön!»

Mit Rebekka Trukenmüller hat eine weitere Sponser-Sportlerin am Embrunman teilgenommen. Der Langdistanz-Triathlon in Südfrankreich hat es in sich: Die Radstrecke wies ein Total von 4500 Höhenmeter, die Laufstrecke 600 Höhenmeter auf. Kein Wunder, dass von 1300 Athleten 270 das Ziel nicht erreicht haben. Rebekka gehört zu den glücklichen Finishern. Ihr Bericht:

Rebekka im Ziel

Begonnen hat natürlich alles beim Schwimmen, und hier wurde ich in diesem Wettkampf vor eine ganz neue Herausforderung gestellt. Um 5:50 Uhr erfolgte mein Start mit den 50 Frauen. Die Männer starteten 10 Minuten später, um 6:00 Uhr. Von diesen 50 Frauen war eine Handvoll nach kürzester Zeit vor mir außer Sichtweite und der Rest hinter mir…: außer Sichtweite. Vielleicht hatte ich vergessen zu erwähnen, dass es stockduster war und trotz heller Brille alles, was außerhalb eines fünf Meter Radius lag, im Schwarz verschwand. Deshalb war ich heilfroh, als ich bemerkte, dass noch eine Athletin an meinen Füßen schwamm, somit war ich nicht ganz alleine. Trotzdem war dies das einsamste Schwimmen, das ich je erlebt habe! Es war fast eine Erleichterung, als mich auf der zweiten Runde die erste Männergruppe von hinten überschwamm. Jetzt wusste ich zumindest, dass ich noch auf dem richtigen Kurs war. Da habe ich die paar Schläge gerne in Kauf genommen. Hin und wieder tauchten ein paar Kajaks und Bojen aus dem Nichts auf. Aus der dritten Männergruppe wurde mir dann plötzlich freundlich auf den Rücken geklopft: Andre hatte mich entdeckt und grüßte im Vorbeischwimmen. Nur leider habe ich im Anschluss meine Mitschwimmerin verloren und war nun im wahrsten Sinne des Wortes ganz alleine. Brustschwimmend versuchte ich nun die ungefähre Schwimmrichtung auszumachen, doch sehen konnte ich nichts. In der Ferne erahnte ich das Ufer und hörte auch von irgendwoher Stimmen, aber Französisch verstehe ich halt nicht. Ich entschied erst einmal, in gleicher Richtung weiter zu schwimmen, aber Panik breitete sich langsam aus. Glücklicher Weise entdeckte ich nach weiteren Metern eine Boje und einen Schwimmer! Was die Sache jedoch nicht besser machte war, dass dieser Schwimmer scharf nach links abbog. Das entsprach so gar nicht meinem Orientierungssinn. Neues Rätseln. Ein Glück, kam gerade die nächste Gruppe von hinten und ich gab mein Bestes, mich rein zu hängen, bis ich schließlich den ersehnten Ausstieg erblickte. War das eine Erleichterung! Der vereinzelte Schwimmer ist vermutlich noch auf seiner ersten Runde gewesen und in die zweite abgebogen. Das hätte also unglücklich enden können…

In der Wechselzone hatte jeder Teilnehmer seinen eigenen Wäschekorb und seinen eigenen Stuhl. Man konnte es sich also gemütlich machen. Jedoch sollte man wenigstens genügend Zeit einplanen, um sich warm anzuziehen. Ich zog nur ein Radtrikot über und war selbst im Anstieg der ersten 30 km unendlich froh, noch Ärmlinge eingepackt zu haben! Ich bin mir nicht sicher, ob ich die folgende Abfahrt sonst lebend runter gekommen wäre. Die wirkliche Härte dieses Rennens bekam ich etwa in der Mitte des 31-km-Anstieges zu spüren, als ich mir nichts sehnlicher wünschte, als ein oder zwei mehr Gänge. Bei jeder Pedalumdrehung fürchtete ich, dass es die letzte sein könnte. Und ich befand mich erst bei etwa Kilometer 85! Irgendwann hatte ich dann entgegen meiner Erwartung den Col d’Izoard doch erreicht und war ein wenig verwundert, dass mich lediglich zwei Frauen überholt hatten. Aber ich wusste: Nach der Abfahrt warteten zwei weitere 14%-Anstiege. Ich saß jetzt also ungefähr so lange auf dem Rad, wie ich für meine anderen Langdistanzen auch brauchte, nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich erst die Hälfte der 188-km-Radstrecke absolviert hatte! Auf dem Rückweg nach Embrun hatten wir in den flacheren Passagen dann auch noch mit heftigem Gegenwind zu kämpfen, aber mittlerweile war mir alles egal – solange ich nicht auf Grund von fehlender Geschwindigkeit umkippte. Es schoben auch Teilnehmer ihr Rad nach oben.

Rebekka Trukenmüller

Bei Kilometer 175 musste noch der fünf Kilometer lange Hausberg erklommen werden, bevor die steile Abfahrt in die Wechselzone begann. Nach 7:52:35h auf dem Rad habe ich es schließlich doch noch geschafft, mein Rad fahrend in die Wechselzone zurück zu bringen. Vor dem Laufen hatte ich deutlich weniger Respekt, dann hier war die Gefahr umzukippen deutlich geringer. Mit frischem Elan und aller noch übrig gebliebenen Energie – was nicht mehr allzu viel war – ging es nun zu Fuß weiter. Und wenn ich schon beim Radfahren überwältigt gewesen bin von der unglaublichen Unterstützung an der Strecke, gab es hier kaum einen Meter, an dem niemand stand und einen anfeuerte. Es ging nun in zwei Runden um den See, durchs Städtchen Embrun

 und in weiter Runde zurück zum See. Der Wind war ständiger Begleiter. Mein Vorsatz war: die Laufstrecke entspannt angehen und genügend Reserve einplanen. Die Hitze hat es mir dann aber nicht leicht gemacht. Ich verstand jetzt, weshalb ein Großteil der Teilnehmer mit Trinkgürteln und Flaschen unterwegs war. Deshalb genoss ich das Cola-Wasser-Iso-Gemisch an den Versorgungsstellen umso ausgiebiger. An die unbekannte Gel-Versorgung traute ich mich aber nicht heran. Dies führte dann vermutlich dazu, dass ich irgendwann auf der Streck Hunger bekam. Das war mir bis jetzt im Wettkampf noch nie passiert! Nach längerer Abwägung griff ich an der Versorgungsstation zu einem Cracker. Als ich dann aber rein biss und feststellen musste, dass es sich um Käsecracker handelt, war das mit dem Hunger erst einmal vorbei.

Ich hatte mir im Vorfeld kleine Zwischenziele gesetzt: Auf dem Rad wollte ich unter 8h bleiben und das war mir ja auch knapp gelungen. Beim Marathon wäre es schön, die 4h-Marke nicht zu überschreiten. Als ich feststellte, dass ich für die erste Runde 1:53h gebraucht hatte, rechnete ich mir aus, dass ich für die zweite Runde ganze 14 min mehr Zeit hätte. Das war ein gutes Gefühl. Diese Zeit brauchte man dann jedoch auch. Ich hatte den Eindruck, dass die Steigungen in der zweiten Runde noch steiler geworden waren. Nur gut, dass ich aus den Erfahrungen vom Norseman wusste, dass ab einem bestimmten Steigungsgrad Laufen nicht mehr schneller ist als Gehen, aber deutlich anstrengender. Also ging ich im Kopf schon einmal durch, an welchen Steigungen ich mir das Gehen erlauben würde – da kamen eine ganze Menge zusammen.
Und irgendwann näherte ich mich auch dem Ziel und konnte mit 3:57:22h die 4h-Marathonmarke unterbieten. Am Ende durchlief ich den Zielbogen nach 13:03:31 h und schaffte es damit auf den 10. Platz der Frauen-Gesamtwertung! Das war ein langer und harter Wettkampf! Aber gleichzeitig war er wunderschön. Wir sind durch großartige Landschaften gefahren und gelaufen. Wirklich überall standen Leute an der Strecke und haben uns angefeuert- es wurde somit nie langweilig.
Im Ziel genoss ich dann eine große Portion Pommes und eine Massage, bevor es mit Rad und Wäschekorb zurück zur Unterkunft ging…

Rebekka Trukenmüller im Ziel

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