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Akribisch, professionell, erfolgreich: Der amtierende deutsche Vize-Meister im Kanuslalom Florian Breuer gewährt uns in seinen spannenden Schilderungen einen Einblick in die letzten Stunden vor dem Wettkampfstart. Lesen! »

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18 Okt

«In Embrun wird dir nichts geschenkt!»

In der Sponser-Hall of Fame melden sich erfolgreiche Sportler, die auf Sponser-Produkte vertrauen, gleich selber zu Wort. Heute: Der deutsche Triathlet Nicolai Baumann, der sich mit seiner ersten Teilnahme am Embrunman 2014 einen Traum erfüllt hat.

Nicolai-Baumann

Schon länger spielte ich mit dem Gedanken in Embrun an den Start zu gehen. Dieses Jahr sollte es also dann soweit sein. Schon bei der Anreise zeichnete sich auf den letzten Metern ab, was für eine geniale Landschaft dieses Rennen wohl zu bieten hat.

Der Schwimmstart um 6 h morgens war verdammt früh. Es wird quasi bei Dunkelheit losgeschwommen. Die einzige Orientierung für die ersten 20 Minuten des Schwimmens war das kleine Boot, das mit einer Fackel bestückt war. Folglich versuchte jeder der 1200 Athleten diesem Licht irgendwie zu folgen – gespickt mit dem Vertrauen, dass der Kerl da vorne auch die richtige Linie findet. Auch wenn die Schwimmzeit nicht so schnell war, ging die Platzierung mit Rang 86 in Ordnung.

Vor dem Schwimmen entschloss ich mich, bis auf die Triathlonhose noch nichts Weiteres unter dem Neopren zu tragen. Grund dafür waren die doch sehr niedrigen Temperaturen von acht Grad. So hatte ich wenigstens nach dem Schwimmen halbwegs trockene Kleider an. In T1 angekommen, ging dann erst einmal das große Anziehen los: Socken, Top, Trikot und Ärmlinge. Eigentlich hatte ich an alles gedacht, trotzdem war es die ersten Stunden auf dem Rad einfach ziemlich kalt. Eigentlich gar nicht mein Wetter, aber irgendwie kam ich an diesem Tag problemlos damit zurecht. Zumindest, wenn man das Zähneklappern bei der Abfahrt vom Col d’Izoard vergisst. Ziemlich «warm» eigepackt ging es dann auf das Herzstück des Embrunman – die Radstrecke. Ich versuche sie einmal in drei einfachen Worten zu beschreiben. Traumhaft, hart und fair! Ja, das trifft es ziemlich genau. Ich habe mittlerweile schon einige Rennen gemacht, die eine schöne Radstrecke versprachen. Aber Embrun topt einfach alles. Es ist landschaftlich so ziemlich das Genialste, was ich je gesehen habe und ich habe meine Zweifel, dass es etwas gibt, das da ran kommt. Ich möchte jetzt nicht jeden Kilometer en détail (kann ich plötzlich Französisch?) erzählen, aber auf ein paar Punkte, die sich in meinem Kopf eingebrannt haben, eingehen.

Nicolai Baumann

In Embrun wird dir nichts geschenkt. Und das bekommt man direkt 300 m nach Ausgang der Wechselzone zu spüren. Wenn man sich bei anderen Ironman Rennen smooth aufs Rad schwingt und meist die ersten 10 km einmal im Kopf sammelt und einrollt, geht es in Embrun direkt einmal stramme 400 Höhenmeter am Stück bergauf. Im Anschluss folgt dann die erste Belohnung des Tages: eine kurze – aber trotzdem nicht ganz einfache Abfahrt hinunter zum See. Einige Meter (womöglich sogar 1-2 km) ging es flach am See entlang, ehe wieder ein ständiges Auf und Ab entlang des Durance-Tals folgte. Spätestens hier könnte man meinen, man hat schon so viele Höhenmeter hinter sich, wie sonst bei einem Ironman nach 180 km. Von Anfang an versuchte ich, mich auf dem Rad möglichst gut zu verpflegten. Regelmäßig gab es einen großen Schluck aus der Pulle mit Sponser Competition und nach Belieben auch mal den ein oder anderen Sponser Salty Nuts Riegel. Langsam zeigte sich auch die Sonne und kam hinter den Bergen hervor, von einem plötzlichen Temperaturanstieg merkte man jedoch kaum etwas. Nach einigen Kilometern im Durance-Tal ging es dann von der Hauptstraße hinunter in Richtung Col d’Izoard. Die nächsten Kilometer versprachen spaßig zu werden, denn von hier ab ging es knapp 1500 Höhenmeter hinauf zum Col d’Izoard auf 2360 Meter.

Der erste Abschnitt des Anstieges führt am Tal der Guil entlang und ist mit seinen 3-5% noch recht moderat; dieser «Spaß» ist etwa 16 km lang. An einer Kreuzung (oder war es ein Kreisverkehr?) beginnt dann der zweite Abschnitt des Anstieges. Ist man zuvor teilweise noch auf dem Auflieger gefahren, ist spätestens ab jetzt Schluss damit. Wer bisher die Landschaft schon traumhaft fand, der bekommt auf den nächsten 14 km nochmals eine Packung drauf. Nach wie vor versuchte ich, kontrolliert zu fahren. Kilometer für Kilometer ging es in Richtung Col d’Izoard. Irgendwann verlor ich im Anstieg jegliche Gedanken und kurbelte wie in Trance weiter. Doch kurz vor Ende wurde ich wieder hellwach, denn dort kommt dann leichtes Tour de France Feeling auf. Trotz der immer noch niedrigen Temperaturen haben sich dort oben ein paar Fans und Verrückte angesiedelt, um die Athleten die letzten Meter über die Passhöhe zu pushen.

Nicolai_Baumann

Oben angekommen war dann erst einmal Verpflegen angesagt. Das Radl mit neuen Flaschen bestücken und einen Karton ins Trikot, für die anstehende lange und heute auch ziemlich kalte Abfahrt hinunter nach Briançon. Auf dem Rückweg ging es wieder durch einige Täler zurück in Richtung Embrun. Mittlerweile kam der Wind direkt von vorne, was in Kombination mit etlichen Hügeln und Anstiegen ziemlich fies war. Einfach weiterhin cool bleiben und konstant fahren, dachte ich mir, denn ich wusste, dass noch einige Gemeinheiten bevorstanden. Eine dieser war ein Anstieg mit rund 15% bei km 150, der kerzengerade ausging. Man kann die Stunden zuvor noch so locker und zurückhaltend gefahren sein, aber so ein Teil tut einfach weh. Im weiteren Verlauf folgten wieder unzählige Hügel und Wellen. Mittlerweile hat man sich aber daran gewöhnt und lacht innerlich quasi schon, wenn man wieder einmal im Wiegetritt einer dieser Dinger hinter sich liess. Während man in anderen Rennen bei km 172 schon ans «ausrollen» und Laufen denkt, bekommt man in Embrun noch einmal richtig gezeigt, wo der Hammer hängt. Die Labestationen in Embrun sind übrigens teilweise an absolut fiesen Stellen, es ist keine Seltenheit das man mit 50 km/h an einer vorbeifliegt. Es ist also eher russisches Roulette, ob man für die nächste Zeit Wasser hat oder nicht. Der finale Anstieg hat noch einmal rund 300 Höhenmeter und führt über kleine und zum Teil sehr schlechte Straßen hinauf nach Chalvet. Von dort aus geht es dann aber wirklich nur noch bergab nach Embrun. Für die letzte Abfahrt ist es nochmals zu empfehlen noch keinen noch so kleinen Gedanken an den anstehenden Lauf zu verlieren, denn diese Abfahrt hat nicht nur etliche 180-Grad-Kehren, sondern ist auch noch mit unzähligen Schlaglöchern und Unebenheiten bestückt.

Gut verpflegt und ohne Energieengpass war dann der Ritt über eine der wohl schönsten Radstrecken nach 7:18 h beendet. Im Nachhinein sah ich, dass es wohl ein doch recht langsames Rennen war. Immerhin blieb der Sieger über 20 Minuten hinter seiner Vorjahreszeit. Ich denke, das war vor allem dem Wind auf der Radstrecke geschuldet. Eigentlich lief alles nach Plan – soweit man so ein Rennen überhaupt planen kann. Vom Rad abgestiegen, fühlte ich mich noch relativ frisch – sofern man nach rund 185 km und fast 4000 Höhenmetern von Frische reden kann. Aber sagen wir mal so: Ich hätte in einem schlimmeren Zustand sein können. Aufgrund dessen war ich auch optimistisch, auf der Laufstrecke noch ein wenig Boden gut machen zu können. Die ersten beiden Kollegen, die mit mir vom Rad stiegen, konnte ich auf den ersten Metern gleich kassieren. Abermals kontrolliert ging ich die Sache an und lief mein Tempo.

Bis Kilometer 12 lief alles rund und plötzlich war der Ofen aus. Urplötzlich suchten mich absolut fiese Magenschmerzen heim und an ein Tempo, das dem Laufen gleicht, war nicht mehr zu denken. Die verbleibenden 30 Kilometer des Marathons fühlten sich von der Dauer so lange an wie die 7 Stunden auf dem Rad zuvor. Nach mehrmaligem Hinlegen auf der Laufstrecke war ich mir nicht mal sicher, ob ich das Ziel heute überhaupt noch sehen werde. Es ist einfach ein fieses Gefühl zu wissen, dass du nach Abschluss der ersten Runde mit 21 km das Gleiche nochmal hinter dich bringen musst. Also schnürte ich die LOWA für die restlichen 21 km und machte das Beste daraus. An den Labestationen bedankte ich mich freundlich und hoffte, in dieser Form mein Französisch auffrischen zu können. Für die Kids jedenfalls nahm ich jeden Extrameter in Kauf, um mit Ihnen «Gi’me Five» zu machen. Zeit und Platzierung spielten schließlich schon lange keine Rolle mehr. Irgendwann, nach 13:30 h, war dann das Rennen vorbei und ich war zufrieden damit, ins Ziel gekommen zu sein.

Embrun – Ich komme eines Tages wieder!

Im Ziel

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