16 Sep

Ein grosser Tag mit gewaltigen Emotionen!

Ihr grosses Ziel war der Gigathlon The Netherlands im Couple. Weil dieser abgesagt wurde, musste ein neues Ziel her. Fündig wurden die beiden Schweizer Anne-Sophie und Benno am Inferno Triathlon im Berner Oberland. Sie, die früher Fussball in der Nationalliga A spielte, und er, der zehn Jahre lang als Lizenzierter XCO-Bikerennen fuhr, harmonierten als Couple am Inferno 2014 prächtig, wie Bennos Rennbericht zeigt.

Benno und Anne-Sophie

«Vor mehreren Jahren machte mir ein Beitrag über den Inferno Triathlon im Schweizer Fernsehen gewaltigen Eindruck. Der Bericht über «Mister Inferno» Marc Pschebizin vergass ich nie ganz, doch ich widmete mich in den letzten Jahren vornehmlich dem Mountainbikerennsport und die Gedanken an den Inferno waren weit weg. Als ich in einem Team of Five am Gigathlon 2013 teilnahm, begann mich das Multisportfieber zu packen. Nach der Absage des diesjährigen Gigathlons in Holland war der Inferno daher schnell unser gemeinsames Saisonziel. So reisten wir beide mit grosser Vorfreude, aber auch mit einer Portion Respekt, am Freitag ins Berner Oberland. Nicht umsonst gehört dieser Event für Einzelathleten zu den zehn härtesten auf der ganzen Welt. Als Supporterin unterstützte uns Kollegin Stefanie Müller aus Davos. Als Olympiateilnehmerin in Sotschi im Snowboard-Alpin war sie für uns Antrieb und Inspiration zugleich. An diesem Tag erfuhren wir durch die Organisatoren die Absage der ersten Disziplin, das Schwimmen. Der Thunersee war schlicht zu kalt und daher bestand die erste Disziplin aus 3 km Laufen, eine kurze, intensive Sache. Unsere Chancen auf eine gute Platzierung waren mit diesem Entscheid gestiegen, da Anne-Sophie im Laufen deutlich stärker ist als im Schwimmen.

Benno

Nach dem Startschuss gelang ihr ein guter Lauf, sie übergab mir den Chip an Position 26 der Couples. Danach startete meine Reise auf dem Rennrad über 97 km mit 2150 Hm über Oberhofen-Sigriswil-Beatenberg-Interlaken-Meiringen-Grosse Scheidegg-Grindelwald. Gleich nach dem Rennradstart erfolgte die erste lange Steigung in Richtung Beatenberg. Ich fuhr in diesem ersten Abschnitt sehr zügig und konnte so schon etliche Plätze wett machen. Ich fühlte mich gut und hatte mich unter Kontrolle. Für das lange Flachstück entlang des Brienzersees nach Meiringen erwischte ich eine gute Vierergruppe. Obwohl ein Windschattenverbot verordnet ist und man ca. 10 m Abstand aufweisen sollte, kann man in einer solchen Gruppe Kräfte sparen. Das Tempo war genau richtig und so erreichte ich den Fuss der Steigung zur Grossen Scheidegg in einem sehr guten körperlichen Zustand. In der Steigung selber fand ich schnell einen guten Rhythmus und konnte mich zügig von der Gruppe lösen. Ich fühlte mich immer noch ganz gut und achtete genau auf die Verpflegung.

Benno am Inferno

Das Verpflegungskonzept von unserem Partner Sponser Sport Food funktionierte perfekt. Den Inferno fuhr ich mit Long Energy, auf dem Rad mit den Liquid Energy Gels und einem High Energy Bar, Bike mit den Liquid Energy BCAA Gels und einem Activator. Als Vorbereitung benutzte ich den Carbo Loader. Und nach dem Wettkampf Pro Recovery. Genial! Ich hatte keinen einzigen Einbruch in diesem Jahr, einfach perfekt!

Die extrem steilen Abschnitte nach der Rosenlaui forderten mich zwar, doch ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch deutlich mehr Reserven als letztes Jahr, was mich motivierte. Noch mehr motivierte mich der Zuruf eines vor mir gestarteten Single-Athleten, dass erst ca. 3 Couples vor mir passiert hätten. Ich lag also an 4. Stelle und konnte es kaum glauben. In den letzten steilen Kehren des Passes erblickte ich weit vorne Marc Pschebizin (10-facher Singlesieger des Infernos). Dieser bildete ein Couple mit Andrea Huser (Gigathlonsiegerin und ehemalige Mountainbikemarathon-Profifahrerin). Ich musste also wirklich schnell sein. In der Abfahrt nach Grindelwald riskierte ich nicht Kopf und Kragen und kam so heil in der Wechselzone an.

Benno Bike

Nach dem Wechsel der Schuhe ging es für mich weiter auf dem Mountainbike. Es standen 30 km mit 1180 Hm an. Die Strecke führte hinauf zur Kleinen Scheidegg und danach über Wengen ins Lauterbrunnental nach Stechelberg. Wiederum schnell fand ich einen guten Tritt und schon bald erblickte ich wieder den Marc vor mir. Es dauerte dann noch einige Zeit, doch in der Mitte des langen Anstieges war ich am Hinterrad von Mister Inferno. Ich konnte es kaum glauben, meinem Idol so nahe zu sei und traute mich beinahe nicht, ihn zu überholen. Ich zog aber meine Pace weiter und fuhr schnell ein Loch von ca. 50 m heraus. Ab diesem Zeitpunkt waren wir das führende Couple-Team! Ich blieb ruhig und konzentriert und verpflegte mich gut, ich war im Flow. Doch Marc biss sich fest und das Loch wurde nicht grösser. Nach einer Laufpassage kurz vor dem Gipfel hatte er mich beinahe wieder eingeholt. Ich erreichte aber den Kulminationspunkt als erstes Couple-Team.

Benno und Anne-SophieZusammen stachen wir in die schnelle Abfahrt. Im unteren technischen Teil musste ich ihn kurz ziehen lassen, da meine Vorderbremse kurzzeitig nicht mehr einwandfrei funktionierte. Danach fuhr ich mit einer gewissen Sicherheitsmarge bergab. Auf den letzten flachen Kilometern im Lauterbrunnental konnte ich wieder zu Marc aufschliessen. Ich fuhr zu ihm heran und erzählte ihm kurz meine Geschichte, dass ich gestern zur Motivation ein Porträt über ihn schaute und heute ein so toller Fight mit ihm habe. Dieser Typ inspirierte mich so stark, dass ich wirklich über mich hinauswachsen konnte – wunderschön! Er zollte meiner Fahrweise am heutigen Tag grossen Respekt. So erreichten wir die Wechselzone zusammen auf den ersten beiden Plätzen (Abschnittsbestzeit auf dem Bike und 3. Platz auf dem Rennradabschnitt). Seit 12 Jahren fahre ich Mountainbikerennen, noch immer hatte ich meine Emotionen auf der Ziellinie im Griff, doch diesmal nicht. Meine Augen waren feucht. Ich zeigte vermutlich meine beste Ausdauerleistung, und dies zusammen mit dem Mister Inferno zu erleben, war ein gewaltiges Gefühl!

Ich übergab danach den Chip an Anne-Sophie für ihren Berglauf nach Mürren, der über 17 km mit beachtlichen 850 Hm führte. Ich beruhigte sie und teilte ihr mit, dass sie diese Ausgangslage einfach geniessen sollte. Ich fuhr zwar einen Vorsprung von über 15 min auf das dritte Team heraus, doch diese Couples hatten super Bergläuferinnen, so blieb ich realistisch. Anne-Sophie zeigte aber eine solide, gute Leistung und wir liefen auf dem grandiosen 4. Rang ins Ziel ein. Wir waren sehr happy damit und extrem stolz auf das Geleistete!»

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