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09 Nov

KochsalzSponser passt Deklaration der EU-Norm an

Aktuell und im Verlauf der nächsten 1-2 Jahre werden die Konsumenten feststellen, dass sich die Nährwerttabellen auf Lebensmitteln verändern. Neben der Reihenfolge der Nährstoffe wird nicht mehr Natrium, sondern neu «Kochsalz» ausgewiesen werden. Der Grund hierfür ist fachlich eigentlich nur schwer nachzuvollziehen und setzt ausserdem eine gewisse Geringschätzung des Gesetzgebers gegenüber der Belesenheit und Eigenverantwortung des Konsumenten voraus.

Bis heute mussten in korrekter Reihenfolge Energie, Eiweiss, Kohlehydrate, davon Zucker (alle Mono- und Disaccharide), Fett, davon gesättigte Fettsäuren, Nahrungsfasern und Natrium als die sogenannten «Big 8» deklariert werden. Bis Ende 2014 muss nun in der EU (Übergangsfrist in der Schweiz noch offen) die Reihenfolge angepasst werden und zudem aus dem im Produkt enthaltenen Natrium der (hypothetische) Gehalt an Kochsalz berechnet und deklariert werden.

Auch bei Sponser haben wir nun mit der Umsetzung dieser Vorschrift begonnen und stellen sukzessive bei Neudruck der Etiketten die Deklaration um.

Auf den ersten Blick mag es sich um eine unbedeutende Anpassung handeln. Viele an Ernährung mässig interessierte Konsumenten werden sich kaum darum kümmern, oder es gar nicht bemerken. Die meisten sind sich der Beziehung zwischen Natrium und Kochsalz (Natriumchlorid) gar nicht bewusst. Obwohl vermutlich die meisten den omnipräsenten Gesundheitskampagnen und –Botschaften schon mal begegnet sind, welche vor (zu) hohem Salzkonsum mit Blick auf hohen Blutdruck warnen.

Der «Witz» der neuen Deklaration ist nun aber, dass selbst in einfachen Grundnahrungsmitteln wie z.B. Haferflocken oder Weizenmehl plötzlich «Kochsalz» in den Nährwerten erscheint. Der Gehalt muss aus dem natürlicherweise enthaltenen Natrium durch Multiplizieren mit Faktor 2,5 berechnet werden. Für beide oben genannten Lebensmittel ergibt dies in etwa einen hypothetischen Gehalt an Kochsalz von 0,05 g/100 g. Dies ist natürlich sehr wenig.

Der Punkt ist aber, dass weder Natriumchlorid enthalten noch zugesetzt ist. Vor allem jedoch ist die Einnahme von Salz ernährungsphysiologisch eine ganz andere Sache als von Natriumcitrat, Natriumbikarbonat oder anderen Natriumverbindungen. Die Evidenz als auch die Warnungen vor einer gesundheitlich nachteiligen Wirkung eines hohen Salzkonsums basieren einzig auf Untersuchungen zur Einnahme von Natriumchlorid, d.h. dem Gebrauch von Tafelsalz und dem unkritischen Einsatz in der Küche und in verarbeiteten Lebensmitteln. Doch selbst dies ist höchst umstritten!

Nur im Alter, bei bestehendem Übergewicht, genetischer Salzsensitivität und bestehendem hohem Blutdruck wirkt sich ein hoher Salzkonsum zusätzlich negativ aus. Bei allen anderen lassen sich keine Effekte feststellen. Umgekehrt wurde in einer grossen Studie bei den aktuell sehr tiefen Salzeinnahme-Empfehlungen sogar eine erhöhte Gesamtsterblichkeit festgestellt (NHANES II follow up, Cohen et al, Am J Med, 2006)! Eine Interventionsstudie konnte nach Einnahme von Natriumbikarbonat sogar eine Blutdrucksenkung bei Patienten mit leicht erhöhtem Blutdruck zeigen – im Unterschied zur Einnahme von Natriumchlorid (Luft, J Hypertens, 1990).

Es ist also vielmehr entscheidend, in welcher Form Natrium eingenommen wird. Gesundheitliche Bedenken gehen meist aus dem (übermässigen) Gebrauch von Kochsalz hervor und betreffen auch nur die erwähnten Risikogruppen.

Bei Sportnahrung interessiert allerdings primär der Natriumgehalt, weswegen wir bei Sponser neben der obligatorischen Umrechnung und Angabe von Kochsalz weiterhin auch Natrium in geeigneter Form deklarieren werden (siehe beispielhafte Nährwerttabelle):

Kochsalz-Deklaration Sponser

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