04 Mai

«Jetzt geht es um die Qualifikation für die World Games!»

Er ist mehrfacher Europameister, wurde schon Welt- und Vize-Weltmeister und wurde zudem mit dem «Silbernen Lorbeerblatt» – der höchsten verliehenen sportlichen Auszeichnung in Deutschland – geehrt. Trotzdem führt Marcel Hassemeier (23) aus Warendorf bei Münster eher ein Schattendasein als Spitzensportler. Der Grund: Seine Sportart Rettungsschwimmen ist nicht olympisch.

Marcel Hassemeier

Marcel, Du bist einer der erfolgreichsten Spitzensportler weltweit im Rettungsschwimmer. Kannst Du uns erklären, in welchen Disziplinen sich Rettungsschwimmer messen?

Rettungsschwimmer messen sich in verschiedenen Disziplinen. Zum einen gibt es die Hallendisziplinen, bei denen sich die Athleten, wie bei reinen Schwimmwettkämpfen untereinander im Wettlauf gegen die Zeit messen. Der Unterschied zum «normalen» Schwimmen liegt darin, dass bei uns mit verschiedenen Materialien gearbeitet wird, wie zum Beispiel Flossen, normierte Puppen (welche die zu rettende Person simulieren) und Gurtretter (ein spezielles Rettungsgerät). In diesen Disziplinen müssen dann zum Beispiel diese Puppen abgeschleppt werden, unter anderem auch mit Hilfe der Flossen und des Gurtretters. Bei diesen Disziplinen werden somit noch mehrere Faktoren abgefragt, wie zum Beispiel technische Elemente (das Einklinken der Puppe mit dem Gurtretter oder das Flossen anziehen und das Umlegen des Gurtes während des Wettkampfes). Bei allen Disziplinen wird natürlich auf die Ausführung geachtet und ob die Disziplin Regelgerecht ausgeführt wird. Hierzu gibt es strenge Regelungen. Verstöße führen zur Disqualifikation in der Disziplin.
Des Weiteren gibt es neben den Hallendisziplinen im Rettungssport auch noch die Freigewässerdisziplinen bei denen sich die Athleten in Gewässern (im See oder im Meer) untereinander messen. Bei diesen Disziplinen gibt es keine Zeitmessung, hier zählt nur der direkte Vergleich. Auch im Freigewässer werden unter anderem Hilfsmittel benutzt, wie zum Beispiel Rettungsbretter, Rettungskajaks sowie Gurtretter. Hier wird bei den Einzeldisziplinen in der Regel ein Parcours im Meer absolviert. Die Staffeln sind mit einer Rettungsübung zu vergleichen. Ein Beispiel ist, dass bei einer Staffel ein Schwimmer zu einer Bojenkette schwimmt, dort anschlägt und von einem Retter (mit Flossen und Gurtretter) zum Ufer geholt wird, wo das Opfer dann von zwei weiteren Personen aus dem Wasser gezogen wird.

Marcel Hassemeier

Lebst Du von Deinem Sport oder arbeitest / studierst Du nebenher?

Es wäre schön, wenn ich die Frage mit «ja» beantworten könnte. Leider gibt es beim Rettungssport keinerlei finanzielle Förderungen vom Verband und auch nur wenig Sponsoren. Geld verdienen kann man damit bis auf eine kleine Ausnahme nicht. Diese Ausnahme ist die Förderung in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, die ich ebenfalls genießen konnte (Oktober 2009 bis Juli 2011). Leider geht diese Förderung auch nur begrenzt für zwei Jahre, da es eine nichtolympische Sportart ist. Auch Preisgelder gibt es bei uns nicht. Ich mache derzeit eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Kreisverwaltung in Warendorf, womit ich mein Lebensunterhalt und den Sport finanziere.

Wie sieht das Training eines Rettungsschwimmers aus? Spulst Du etliche Kilometer im Becken ab oder sind andere Trainingselemente wichtiger?

Das Training eines Rettungsschwimmers sieht ähnlich aus wie das eines «normalen» Schwimmers. Neben täglichen Wassereinheiten mit etlichen Kilometern im Becken, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Trainings auch das Landtraining. Landtraining ist in meinem Fall drei Mal die Woche für je zwei Stunden Krafttraining sowie tägliche Stabilisationstrainingseinheiten.

Marcel-Hassemeier

Du hast letztes Jahr die Auszeichnung «silbernes Lorbeerblatt» erhalten. Was ist das für eine Auszeichnung und was bedeutet sie Dir?

Das Silberne Lorbeerblatt ist die höchste verliehene sportliche Auszeichnung in Deutschland. Für mich bedeutet diese Auszeichnung mehr als jeder Erfolg, den ich bisher hatte. Es ist für mich eine riesen Ehre, mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet worden zu sein, vor allem weil ich eine Sportart betreibe, die nicht jeder kennt bzw. sicherlich viele so nicht kennen. Die meisten, die Rettungsschwimmen hören, denken erst einmal an die Strandwache an Deutschlands Küsten und wissen überhaupt nicht, was genau dahinter steht. Daher ist es etwas ganz besonderes für mich, von höchster Ebene für die erbrachten Leistungen geehrt zu werden.

Welches sind Deine größten sportlichen Erfolge?

Meine größten Einzelerfolge sind der Weltmeister- sowie der Vizeweltmeistertitel 2010 in Ägypten sowie fast noch wichtiger die zwei Europameistertitel (beide mit Weltrekord) bei der Europameisterschaft in Alicante 2011.

Marcel HassemeierDu hast Dich kürzlich an der Hand verletzt. Ist Rettungsschwimmen eine gefährliche Sportart?

Die Verletzung ist nicht in einem Wettkampf passiert, sondern während eines Trainingslagers bei Staffelläufen in der Turnhalle. Als eine gefährliche Sportart würde ich es allerdings nicht bezeichnen. Wie in jedem Sport treten muskuläre Verletzungen auf oder auch Muskelfaserrisse auf. Etwas gefährlicher ist es eher im Freigewässer bei starkem Wellengang, da es passieren kann, dass die Rettungmaterialien durch die Wellen unkontrolliert umhergeschleudert werden und auch hin und wieder dadurch Athleten verletzt werden. Dies passiert aber auch nicht sehr häufig.

Welche wichtigen Wettkämpfe stehen bei Dir in den nächsten Monaten an?

Für mich geht es in den nächsten Monaten in erster Linie um die Qualifikation für die World Games in Kolumbien. Die World Games sind sozusagen die olympischen Spiele der Nicht-Olympischen-Sportarten. Dieses Event findet ebenfalls nur alle vier Jahre statt, immer in dem Jahr nach Olympia. Die Qualifikation ist mein erstes Ziel, da ich auf Grund eines Trümmerbruches schwersten Grades im Handgelenk im letzten Jahr für vier Monate ausgefallen bin. Ansonsten gibt es auf dem Weg zu der Qualifikation für die World Games noch den einen oder anderen Wettkampf, den ich absolvieren werde, um meine Form zu testen.

Welchen Stellenwert besitzt eine spezifische Sportnahrung in Deiner Sportart? Und wie verpflegst Du Dich während Trainings und Wettkämpfen?

Ab einem gewissen Pensum an Sport ist für mich spezifische Sportnahrung unabdingbar. Sie hilft mir besser und schneller zu regenerieren und somit effektiver zu trainieren. Eine optimale Nahrungsergänzung hilft mir, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und sogar zu verbessern. Im Training sowie bei Wettkämpfen verpflege ich mich hauptsächlich mit einem Elektrolytmix in Kombination mit L-Glutamin, sowie nach dem Training durch Proteinshakes und BCAAs.

Hast Du ein Lieblingsprodukt von Sponser?

Ich kann mich auf keines speziell festlegen. Es ist eher eine Mischung aus verschiedenen Sponser-Produkten. Meine Favoriten sind zum einen das Whey 94 CFM aus der Pro-Reihe, dann das Sponser Pro Amino EAC sowie das L-Glutamin 100 % Pure auch aus der Pro-Reihe.

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