28 Jan

Im Einer Leichtgewicht an die Weltspitze

Noch bevor sich die Aufmerksamkeit der Schweizer Ruderszene am Wochenende auf die Swiss Rowing Indoors gerichtet hat, gab eine der Grössten ihres Fachs den Rücktritt bekannt. Pamela Weisshaupt, die Ruder-Weltmeisterin 2008 und 2009 und Vize-Weltmeisterin 2011 im Einer Leichtgewicht trat am 25. Januar 2013 vom Spitzensport zurück. Wir von Sponser danken Pamela für die gute Zusammenarbeit und wünschen der aussergewöhnlichen Athletin für die weitere Zukunft von Herzen alles Gute!

Pamela Weisshaupt, die 1994 mit dem Rudern begann, gewann gleich zu Beginn ihrer Sportlaufbahn zwei Junioren-WM-Medaillen im Doppelvierer: 1996 belegte sie im schottischen Strahtclyde den 3. Platz und 1997 gewann sie in Hazewinkel in Belgien ihren ersten Vizeweltmeister-Titel. In der Saison 1996 war sie auch national sehr erfolgreich: Sie gewann die Schweizer Meisterschaften im Doppelzweier und im Doppelvierer. Diese frühen Erfolge zeigten das ausserordentliche Talent von Pamela Weisshaupt für den Rudersport. Sie motivierten die ehrgeizige Athletin, sich auf eine Laufbahn als Spitzensportlerin zu konzentrieren.

Zum Rudersport fand Pamela Weisshaupt über ihre beiden Brüder, die diesen Sport bereits betrieben. Sportlich betätigt hingegen hatte sie sich schon lange. Sie spielte intensiv Fussball, schaffte es mit dem FC Schwerzenbach bis an die Schweizer Meisterschaften und wurde als Juniorin oft bei der Damen-Mannschaft eingesetzt. Auch als Judoka, Schwimmerin, Triathletin und Läuferin sowie als Rennrad- und MTB-Fahrerin erzielte sie beachtliche Erfolge.

Im Mai 1994 trat Pamela Weisshaupt an ihrem damaligen Wohnort Uster dem Ruderclub bei. Nach nur einem halben Jahr Training auf dem Greifensee bestritt sie im Herbst ihre ersten Wettkämpfe. An ihren ersten Schweizer Meisterschaften im Sommer 1995 holte sie den 2. Rang im Einer, auch Skiff genannt. An den Junioren-Weltmeisterschaften (JWM) 1995 in Poznan (Polen) belegte sie mit dem Doppelvierer den 8. Rang. In den folgenden Jahren holte Pamela Weisshaupt an den Schweizer Meisterschaften in unterschiedlichen Kategorien weitere Medaillen. Sie wurde zu einer wichtigen Leistungsträgerin für den Schweizer Rudersport.

International aufmerksam wurde man auf Pamela Weisshaupt 1999. Sie gewann im Doppelzweier Leichtgewichte an den Weltmeisterschaften in St. Catharines, Kanada, den B-Final. Mit diesem 7. Schlussrang erreichte sie die Olympia-Qualifikation für Sydney 2000. Da es sich um einen Quotenplatz handelte, wurden noch Anpassungen am Bootsteam durchgeführt und sie musste auf den Start verzichten. Die Olympischen Spiele blieben für Pamela Weisshaupt während ihrer gesamten Ruderkarriere ein wichtiger Ansporn. Ein Start ist für Frauen Leichtgewichte nur im Doppelzweier möglich. Für die Olympischen Spiele 2004 in Athen setzte sich Pamela Weisshaupt deshalb mit Lea Fluri (Solothurn RC) in den Doppelzweier. Trotz guter Leistungsentwicklung der beiden konnten sie sich keinen Startplatz sichern.

Für die Olympiade 2008 in Peking unternahm Pamela Weisshaupt 2007 zusammen mit dem Schweizerischen Ruderverband und Fabiane Albrecht (SC Thun) erneut einen Versuch, sich im Doppelzweier zu qualifizieren, jedoch erfolglos. Mit Eliane Waser (SC Luzern) bestritt sie 2008 den Weltcup in München und die Nachselektionsregatta in Poznan (Polen). Der 6. Rang reichte nicht für die Qualifikation. Pamela Weisshaupt liess sich nicht entmutigen und versuchte erneut einen schnellen Doppelzweier für die Olympiade 2012 in London zu bilden. Unterstützt vom Schweizerischen Ruderverband trainierte sie mit Eliane Waser und Olivia Wyss (SC Sursee). Nach einer enttäuschenden Wettkampfsaison mit Olivia Wyss und einem aussichtslosen Trainingswinter verabschiedete sie sich im März 2011 vom Olympiakader und gab ihren Traum auf.

Das Skiff war von Beginn an das treuste Trainingsgerät von Pamela Weisshaupt. Sie verbringt, aus Trainings- und Distanzgründen, den grössten Teil der Zeit mit ihrem Boot, unabhängig von den Verbandsprojekten und ihren Ruderpartnerinnen, die weit entfernten Schweizer Clubs angehörten. Als Perfektionistin feilte sie hartnäckig an ihrem Ruderschlag, verbrachte viel Zeit im Kraftraum und organisierte ihr Leben als Leistungssportlerin. Der hohe Einsatz lohnte sich. Pamela Weisshaupt ruderte im Einer Leichtgewichte erfolgreich an die Weltspitze. In der Saison 2006 gewann sie mit Silber und Bronze gleich zwei Weltcupmedaillen und belegte an den Weltmeisterschaften in Eton (GBR) den fünften Finalplatz. Ab März 2008 liess sie sich von Claudia Blasberg trainieren, einer Weltklasse-Athletin im Doppelzweier Leichtgewichte, die ihre Karriere nach den Olympischen Spielen 2004 beendet hatte. Mit ihrer neuen Trainerin perfektionierte sie ihren Stil weiter, arbeitete an den kleinsten Details und wurde so zu einer der wohl besten Gleiterinnen. Die Zusammenarbeit trug bereits im ersten Jahr Früchte: In Linz fuhr Pamela Weisshaupt 2008 zum ersten Mal als Weltmeisterin über die Ziellinie. Dank ihr konnte der Schweizer Ruderverband nach neun Jahren endlich wieder eine Weltmeisterin feiern.

Im August 2009 holte sie die Goldmedaille und damit den Weltmeister-Titel erneut in einem spektakulären Final auf dem Malta-See im polnischen Poznan. An den Weltmeisterschaften 2011 in Bled (Slowenien) gewann die erfahrene Athletin Silber und wurde damit vor der grösstenteils jüngeren Konkurrenz Vize-Weltmeisterin. Im selben Jahr gewann sie noch Bronze am Weltcup in München und Silber am Weltcup in Luzern.

Nach der Saison 2012, als Pamela Weisshaupt (33) das Training für die Saison 2013 aufnahm, zog sie persönlich Bilanz: «Die Trainingsinvestition, um an der Weltspitze mithalten zu können, ist gross und intensiv, aber auch interessant. Das hat mich schon immer fasziniert. Und das tut es auch heute noch. Dennoch möchte ich mich nicht mehr den täglichen Trainings stellen. Das nötige Talent zu besitzen, um meinem Traumberuf Spitzensportlerin nachgehen zu können und dabei noch auf dem Podest zu stehen, habe ich besonders in den letzten Jahren als Privileg schätzen gelernt. Ich habe viele meiner Ziele erreicht. In der Saison 2012 gewann ich die lang ersehnte, erste Goldmedaille an einem Weltcup. Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt gekommen.»

Dem Rudersport bleibt Pamela Weisshaupt auch nach ihrem Rücktritt treu. Seit 2001 betreibt sie unter dem Namen Pam’s Ruderschule ihr eigenes Unternehmen. Hier begeistert sie Hobby- und Freizeitsportler für das Rudern sowie Menschen, die Sport in ihren Alltag integrieren wollen.

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