10 Dez

Rennpause im Jahr 2013

Ultraradfahrer Kevin Biehl blickt mit gemischten Gefühlen auf seine vergangene Rennsaison zurück. In sein Doppelleben als Radfahrer und Vater musste er sich erst einleben. Jetzt hat er entschieden, sich im Jahr 2013 vorübergehend vom Wettkampf-Sport zu verabschieden, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. In seinem Blog-Beitrag erklärt er seine Beweggründe:

Vor einem Jahr wusste ich nicht, wie die Saison 2012 aussehen wird. Werde ich überhaupt noch zum trainieren kommen? Zuerst musste ich mich an die neue Situation gewöhnen, als Vater und Hausmann zuhause zu bleiben und meinen neuen Aufgaben gerecht zu werden. Somit blieb am Anfang das Training komplett weg.

Aus diesem Grund beschloss ich, während der Saison jeweils kurzfristig zu entscheiden, welche Rennen ich absolvieren werde. Schlussendlich wurden es doppelt so viele Rennen wie im Vorjahr. Dies aber nur, weil ich mich mehrheitlich für kleine Kurzstreckenrennen in der Region entschieden hatte. Das einzige Langdistanzrennen in diesem Jahr war der Radmarathon über 600 Kilometer.

Dank einiger guter Resultate wurden diverse Medienberichte über mich veröffentlicht und ich konnte trotz einer reduzierten Saison die Aufmerksamkeit auf meine Person lenken. So versuchte ich jeweils auch meine Sponsoren bestens zu vertreten. Dies war für mich sehr wichtig, da ich meinen Sponsoren sehr viel zu verdanken habe. Wer mich persönlich kennt, weiss, dass ich keine halben Sachen mache.

Durch das reduzierte Training war ich jeweils vor den Rennen ziemlich nervös, da ich das Gefühl hatte, mir nicht gerecht zu werden. Mit der jetzigen Situation kann ich mich nicht mehr identifizieren. Das Training hat keine Regelmässigkeit mehr und somit auch keine Struktur. Damit ist ein Leistungserhalt auf diesem Niveau nicht mehr möglich.

Um mir und allen andern gerecht zu werden, habe ich mich nach langem Überlegen entschieden, ab 2013 eine grössere Rennpause einzulegen. Natürlich werde ich weiterhin sportlich aktiv bleiben, aber ohne Rennteilnahme. Die Zeit, die ich jeweils für die Sponsorensuche, Texte schreiben, diverse Gespräche führen, usw. benötigt habe, will ich meiner Familie widmen. Gleichzeitig möchte ich das Leben auch wieder einmal von einer anderen Seite betrachten. Ohne jeden Morgen den Ruhepuls zu messen, das Gewicht zu kontrollieren und ein Sporttagebuch zu führen.

Diesen Entscheid zu treffen, fiel mir nicht sehr leicht. Habe ich mir doch in den letzten drei Jahren ein perfektes Team zusammengestellt, hervorragende Sponsoren eingeholt und mich mit dem besten Material ausgerüstet. Ich hoffe sehr, dass ich auf diese Elemente in ein paar Jahren zurückgreifen kann, wenn ich ein eventuelles Comeback geben möchte.

Auf jeden Fall stehen jetzt meine Frau und unsere einjährige Tochter ganz im Vordergrund. Ich möchte auch nochmals allen, die mich bis heute auf diesem Weg begleitet haben, meinen herzlichen Dank aussprechen. Was ich in den letzten Jahren alles erreichen konnte, wäre ohne die Hilfe von vielen Leuten gar nicht machbar gewesen. Diese Zeit wird mir immer in bester Erinnerung bleiben. Hiermit verabschiede ich mich aus dem Rennzirkus mit einem «Auf Wiedersehen»!

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