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10 Sep

Alexandra Engen wird erste Weltmeisterin im Cross Country Eliminator

«Ich wollte mir das Ding einfach nicht mehr aus der Hand nehmen lassen, dann habe ich aufgehört nachzudenken und einfach noch einmal alles gegeben.» Dieser Entschluss machte Alexandra Engen vom Ghost Factory Racing Team am Sonntag zur ersten Weltmeisterin im XC-Eliminator im Stadtzentrum von Saalfelden vor einer beeindruckenden Zuschauerkulisse.

Am Tag vorher fand am Ortsrand die Cross Country Entscheidung statt, bei der bereits alle drei Ghost Fahrerinnen innerhalb der TOP20 finishten. 15 000 Zuschauer, davon gefühlte 14 000 österreichische Radsportfans machten die WM nur unweit von Lisi Osl‘s Heimat Kirchberg zu einem ganz besonderen Erlebnis. «Zuerst dachte ich, die vielen Fans setzen mich unter Druck, doch es hat mich einfach nur gepusht vor so einer Kulisse fahren zu dürfen.» Bereits am Donnerstag startete die Tirolerin, wie auch ihre beiden Teamkolleginnen, in der Staffelentscheidung und landete mit Österreich auf dem zehnten Rang. Beim Cross Country Rennen ‚bebte der Wald‘ wenn Lisi Osl an den österreichischen Fans vorbeikam, sie wusste aber nicht, wie zufrieden sie am Ende mit dem 16. Rang sein sollte. «Ich kam am Start gut zurecht, konnte aber ab Rennmitte nicht mehr weiter zulegen, so bin ich dann etwas nach hinten durchgereicht worden. Ich bin so dankbar für die vielen Fans, die diesen Tag sicher unvergesslich machten.», konstatierte Lisi Osl, die nach der ersten Runde noch unter den TOP10 zu finden war.

Katrin Leumann hatte besonders für das Staffelrennen Medaillenambitionen angemeldet, reichte es doch mit ihr und Ralf Naef das letzte Mal in dieser Besetzung zu einer Goldmedaille. Die Entscheidung um die letzte Medaille zwischen Deutschland und der Schweiz – die Italiener und Franzosen waren da schon uneinholbar enteilt – fiel erst mit dem Schlussfahrer, zu Ungunsten der Schweizer Equipe. Die Rückenbeschwerden in der Vorwoche der WM waren auch im Cross Country Rennen noch zu spüren: «Ich hatte keine Schmerzen, jedoch war ich verunsichert durch die Probleme in den letzten beiden Rennen. Deshalb habe ich drei Runden gebraucht um ins Rennen zu finden, da war der Zug bereits abgefahren». Von Rang 30 konnte sie sich bis zum Ende noch auf Rang 19 nach vorne arbeiten. Beim Eliminator am Sonntag hatte Katrin Leumann gleich im ersten Heat Pech; sie musste u.a. gegen ihre schwedische Teamkollegin antreten. Nach Rang 15 im Qualifikationslauf schied sie leider bereits im ersten Lauf der letzten 32 aus.

Einen goldenen Sonntag erwischte einmal mehr Alexandra Engen. Sie kam mit der schwedischen Staffel bereits am Donnerstag auf den sechsten Rang und fuhr am Samstag das beste Teamresultat mit Rang elf ein. In ähnlicher Manier wie bei den olympischen Spielen legte sie erst in der zweiten Rennhälfte die Karten auf den Tisch und kämpfte sich in den letzten beiden Runden noch von Platz 18 auf elf vor. Auch ein Sturz konnte die Aufholjagd nicht mehr bremsen und brachte Alexandra Engen ihr bestes Elite WM Resultat ein.

Die größten Podiumshoffnungen ruhten da jedoch noch auf ihrer Paradedisziplin im XC Eliminator am Sonntag. Bereits in der Qualifikation meldete sie mit der absoluten Bestzeit und drei Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz ihren Medaillenanspruch an. Ähnlich wie beim XCE Weltcupsieg in Nove Mesto (CZE) konnte die Schwedin jeden Heat gewinnen und verwies in einem packenden Finale mit mehreren Führungswechseln die Schweizerin Jolanda Neff und die Polin Dawidowicz auf die weiteren Ränge. «Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben, ich musste im Finale hart kämpfen und wollte das Rennen einfach unbedingt gewinnen. Ich wollte den Sieg nicht mehr aus der Hand geben. Das war aber sicher das spannendste Eliminator Finale, das ich je gesehen habe oder gefahren bin. Ich bin so glücklich, dass ich das hier erleben darf und möchte mich bei allen bedanken, die das ermöglicht haben. Das ist ein unglaublicher Sieg in einer Saison, die mit einer Verletzung im Frühjahr gar nicht positiv begonnen hat», waren die ersten Worte nachdem sich die frisch gebackene Weltmeisterin vor dem Österreichischen Publikum verneigte und stolz ihr Rad im Zielraum küsste.

Die drei WM Teilnehmerinnen starten am kommenden Wochenende beim Bundesligafinale in Bad Salzdetfurth. Dort wird die Bundesliga Gesamtführende Alexandra Engen erstmals ihr WM Trikot im Sprint präsentieren dürfen und ihre Teamkolleginnen um die weiteren Plätze in der Gesamtwertung kämpfen.

Fotos: ZVG

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