12 Mrz

Interview mit Jean-Claude Küttel, Teamarzt der Eishockey Nationalmannschaft

Eishockey wird von den Zuschauern als überaus attraktiver, temporeicher und emotionsgeladener Sport wahrgenommen. Ein Interview mit Jean-Claude Küttel (56), Teamarzt der Eishockey Nationalmannschaft von Swiss Ice Hockey, zeigt, dass beim spannenden Kampf um den Puck auf spiegelglattem Eis eine Vielzahl von Erfolgsfaktoren zusammenspielen müssen, damit ein Team erfolgreich ist.

Auf dem Eis rasen Eishockey-Spieler mit bis zu 40 km/h aufeinander zu, was nicht immer ohne Folgen für die Gesundheit der Spieler bleibt. Empfinden Sie als Arzt Eishockey als eine Risiko-Sportart, in der zu viele schwere Unfälle passieren?

Es sind nicht nur die Unfälle, in denen Spieler gegen Spieler treffen. Viele Verletzungen entstehen auch durch die Dritteinwirkung der Bande. Es sind aber in den allermeisten Fällen Verletzungen, die «zum Eishockey gehören» respektive in Sportarten mit Körperkontakt vorkommen. Wirklich gravierende, schwere Unfälle, welche die Gesundheit der Spieler langfristig beeinträchtigen, sind eher selten. Wir Ärzte arbeiten zusammen mit den Eishockey-Technikern eng zusammen und arbeiten darauf hin, dass Eishockey so wenig Verletzungen wie möglich provoziert und Eltern ihre Kinder sorgenlos ins Eishockeytraining bringen können.

Welche körperlichen Voraussetzungen muss ein Eishockey-Spieler mitbringen, um es in einen Top-Club zu schaffen? Gibt es da Faktoren und Eigenschaften, die ein Spieler zwingend von Natur aus mitbringen muss? Oder kann man sich mit Fleiss und Wille alles Erforderliche antrainieren?

Natürlich ist ein guter Körperbau von Vorteil. Aber würde die breite Öffentlichkeit die Spieler der Nationalmannschaft ohne Ausrüstung sehen, wäre schnell klar, dass Eishockey keinen spezifischen Körperbau bedingt, wie zum Beispiel die Grösse der Basketballspieler. Es gibt grosse, breit gebaute, aber auch kleinere, feinere Spielertypen. Am Schluss hat vieles mit Willen und Arbeitseinstellung zu tun, aber ein gewisses Mass an Talent und Spielverständnis muss – wie in jeder anderen Sportart – auch vorhanden sein.

Können Sie uns Details zur Ernährung im Eishockey-Sport verraten? In einigen Sportarten entscheidet die Ernährung über Sieg oder Niederlage. Ist es im Eishockey auch so, dass man zur richtigen Zeit die richtige Nahrung oder Flüssigkeit zuführen muss, um auf einem Top-Level spielen zu können? Was raten Sie ihren Spielern in Sachen Ernährung unmittelbar vor, während und kurz nach einem Match?

Eishockey bedingt eine gute Basis im Bezug auf Fitness, Kraft und Ausdauer. Es ist aber nicht zu vergleichen mit klassischen Ausdauersportarten, wo auf die Minute genau die richtige Menge eingenommen werden muss. Als Arzt und somit Verantwortlicher für die Ernährung der Nationalspieler während den Zusammenzügen und an der WM liegt es in meiner Verantwortung, zur richtigen Zeit die richtigen Mahlzeiten mit viel Kohlenhydraten sowie immer genügend Flüssigkeit – auch mit Zusätzen versehene – bereit zu stellen. Die Spieler sind praktisch während des gesamten Jahres mit ihren Clubs am Arbeiten und haben von da ihre Gewohnheiten. Eine Aufgabe ist auch, möglichst alle Gewohnheiten der Spieler in Sachen Ernährung abzudecken. Die Ratschläge sind also von meiner Seite her eher zurückhaltend. Die Spieler sind Profis genug, dass sie wissen, was ihrem Körper gut tut.

Gibt es in den Mannschaften ganz allgemeine Ernährungsrichtlinien, die zu jeder Zeit – also auch während der Trainingszeiten – eingehalten werden müssen? Wie sehen diese aus?

In der A-Nationalmannschaft nicht. Bei den Nachwuchsnationalmannschaften sind die Vorgaben etwas genauer, die Richtlinien in Sachen Ernährung etwas strenger. Die jungen Spieler brauchen in der Regel etwas mehr Betreuung.

Angenommen, Sie dürften am Regelwerk Anpassungen vornehmen: Welche Regeln müssten im Eishockey aus medizinischer Sicht geändert werden, um den Sport sicherer zu machen?

Wie eingangs erwähnt arbeiten wir eng mit den Sporttechnikern zusammen und hinterfragen regelmässig die Ursachen von häufig auftretenden Verletzungen. Daraus gehen immer wieder Vorschläge aus den medizinischen Kommissionen hervor. Beispiel: Wir plädieren, dass die Banden obligatorisch in allen Stadien mit den beweglichen, Schock absorbierenden Systemen ausgestattet werden. Im Bezug auf die leider eher oft vorkommenden Hirnerschütterungen wäre dies sicher eine Verbesserung.

Und zum Schluss: Können Sie selber als Zuschauer bei einem Eishockey-Spiel so richtig mitfiebern? Oder sitzen Sie wie auf Nadeln, weil in jedem Moment ein medizinischer Notfall eintreten könnte?

Ich bin während des Spiels auf der Bank und bin in erster Linie für die Wechsel-Statistik zuständig und somit sehr stark eingebunden und beschäftigt. Arzt zu sein ist während Spielen ohne Verletzungen quasi eine Nebenrolle, so grotesk es klingt. Passiert jedoch etwas, kann und muss ich sehr, sehr schnell umschalten. Das muss man können als Sportarzt. Aber was sicher ist: Ich harre nicht den Notfällen, ich bin aber bereit, wenn sie dann eintreffen.

Fotos: Swiss Ice Hockey (Bild Nr. 1); Jörn (Bild Nr. 2) / www.pixelio.de

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