11 Sep

Die verpasste Chance

Im Regenrennen von Peking klassierte ich mich auf dem 35. Schlussrang.  Enttäuscht bin ich vor allem deswegen, weil ich unter anderem wegen der unglücklichen Rennkonstellation meine Topform im Wettkampf nicht umsetzten konnte.

Der Wettkampfkurs entsprach demjenigen der Olympischen Spiele von 2008 und schien auf mich zugeschnitten mit den anspruchsvollen Rad- und Laufabschnitten. Der Abstand von meinem 19. Zwischenrang zum 15. WM-Rang war aufgrund der doppelt zu vergebenen Punktzahl bescheiden. Der 15. WM-Schlussrang hat für mich daher Bedeutung, weil er ein wichtiger Teil zu einer möglichen Vorselektion für die Olympischen Spiele bedeutet hätte.  Im Wissen um meine Form und den Wettkampfkurs, der meinen Stärken entgegenkommt, wusste ich um die grosse Chancen am heutigen Tag.

Das Schwimmen verlief besser als bei den meisten WM-Rennen dieses Jahrs und ich kam auf einer Position aufs Rad, wo ich es bisher in sämtlichen Rennen in die Spitzengruppe geschafft hatte. Aber eben, heute war ein anderer Wettkampf… Im quasi Paarzeitfahren mit Chris McCormack, dem aktuellen Hawaiisiegen, kam ich bis auf 20 Sekunden an die rund 30-köpfige Spitzengruppe heran, wo vor allem die Brownlee Brothers für ein konstant hohes Tempo sorgten. Unsere weiteren 20 Begleiter konnten oder wollten sich nicht an der Führung beteiligen, mit deren Hilfe ein Zusammenschluss sehr gut möglich gewesen wäre. Unverständlich für mich vor allem das Verhalten und Taktieren von einigen weiteren Top-Athleten, die dafür anschliessend die 10km Laufen mit einem Sprint eröffneten, mit dem sie sogar Bolt hätten Paroli bieten könnten – um dafür um einen 30. Platz kämpfen zu können… Mit einem solchen Wettkampfverständnis hätte ich mir an ihrer Stelle die mühsame Reise nach China gespart und würde stattdessen lieber am Knabenschiessen eine Schokobanane essen gehen.

Mit schweren Radbeinen und trotzdem soliden Lauf schloss ich den Wettkampf ab. Als Athlet gibt es für mich nichts frustrierenderes als diese Art von Wettkampf, wo ich gar nicht erst dazu komme, meine Möglichkeiten unter Beweis zu stellen. Aber das ist das Handicap, wenn man nach dem Schwimmen nicht in der Spitzengruppe klassiert ist. Vor 3 Wochen in Lausanne entschied ich mich, alles auf eine Karte zu setzten und fuhr in einer ähnlicher Situation alleine in die kleine Spitzengruppe vor. Letztendlich hätte ich mir wegen dem späteren Zusammenschluss den Effort fürs Laufen sparen können. Jetzt aber hätte sich ein solcher umso mehr bezahlt gemacht.

Zum Glück bietet sich bald die Möglichkeit zu Revanche: Am Montag in gut acht Tagen findet in Yokohama (gleich neben Tokyo) das WM-Rennen statt, welches dieses Frühjahr verschoben wurde. Der Wettkampf wird dann bereits zur nächstjährigen WM-Serie zählen. Ich hoffe, dass mir dann auch das nötige Wettkampfglück hold sein wird – wie etwa meinem Kollegen Sven Riederer, der es heute als letzter gerade noch in die erste Gruppe schaffte und den sensationellen 2. Rang erzielte, was ihm im WM Endklassement noch auf den 4. Rang brachte.

Viele Grüsse auch Peking,

Euer Ruedi

Ein Kommentar zu “Ruedi Wild am WM-Finale in Peking”

  1. Tom sagt

    12. September 2011, 00:06

    Kopf hoch ruedi, in Yokohama kannst du den Hammer auspacken und dann gehst’e 2 Schokobananen essen!

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