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Akribisch, professionell, erfolgreich: Der amtierende deutsche Vize-Meister im Kanuslalom Florian Breuer gewährt uns in seinen spannenden Schilderungen einen Einblick in die letzten Stunden vor dem Wettkampfstart. Lesen! »

Krämpfe ade!

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06 Jul

Der Erlebnisbericht von Wolfgang Strobel

Nachdem ich im Winter auf dem Salomon Zugspitz Ultratrail aufmerksam geworden bin, reifte in mir der Gedanke, daran teilzunehmen. Die Eckdaten der Supertrail genannten «kurzen» Strecke waren heftig: 68,9km und 3127 Höhenmeter. Die Abstiegsmeter waren auch nicht zu verachten; diese summierten sich auf 3400 Hm.

So ging es also Ende Juni 2011 um kurz vor Sieben mit Shuttle-Bussen nach Leutasch, um von dort zu starten. Trainiert war ich eigentlich. Eigentlich! Ja, ich hatte zwar im Training schon mal 50km mit knapp 3000hm gelaufen. Nur: Wie komme ich mit der Dauer klar? Ich kalkulierte 11 Stunden plus/minus 15min. Naja, letzter werde ich schon nicht werden. Meine beiden Trinkflaschen am Laufrucksack waren mit Sponser Competition und Long Energy gefüllt. BCAA Gels und Liquid Energy waren auch dabei.

Am Start ertönte der Highway to Hell-Song, das passte irgendwie. Es war zwar kein Highway – eher das Gegenteil. Peng! Los gings. 350 Athleten nahmen den Kampf mit der Strecke auf. Ich lief einfach mal mit. Es ging coupiert Richtung ersten großen Anstieg über Hämmermoosalm, Wettersteinhütte, Wangalm hoch zum Scharnitzjoch auf 2040 m ü. M.. Alles lief prima, auch der folgende Downhill. Ich war recht schnell bergab unterwegs, auch in den sehr ausgewaschenen und teilweise verblockten Passagen im Wald.

Nun gings fast eben durch die Leutasch Richtung Mittenwald und ich spürte ein Ziehen in der Hüfte. Es sollte nicht das letzte Ziehen bleiben. Hoch zum Ferchensee, dann der Abzweig zum Bannholzerweg. Dort die 3. Verpflegung mit BCAA Gel, von denen ich schon einige genommen habe. Dazu gab es Festnahrung in Form von gesalzenen Gurkenscheiben. Ich war ja schon fast 5 Stunden unterwegs. Das leichte Krampfen meiner Schienbeinmuskeln lies mich Salz nachfassen. Es wurde danach besser. Dafür verspannten sich langsam mein Nacken und Schultern. Der mit zig Stufen gespickte Downhill über den Kälbersteig machte mir ein neues Problem deutlich: Ich bekam Schmerzen beim Bergablaufen. Was heißt laufen, gehen war angesagt.

Über die Eiserne Brücke für die Partnachklamm hatte ich einen kurzen Blick übrig, ich kenne ja alle Wege. Quasi der Heimvorteil. Ob es ein Vorteil war, die Strecke zukennen? Ich denke nein.

Über Partnachalm es waren mehr als 7Stunden vergangen. Ich sah nimmer ganz frisch aus. Laut den Leuten an Strecke war ich gut dabei. Es folgte der lange steile Anstieg von der Laubhütte zum Sattel am Kreuzeck. Eine Serpentine nach der anderen. Schmaler Weg, steil und ich hatte das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen.

Nun waren von der 5 Verpflegung noch knapp 400hm über die Hochalm zum Osterfelderkopf zu bewältigen. Ich ging es mit gutem Schritt an. Laufen berghoch hatte ich schon länger eingestellt. Dann war ich oben, nur über die Hupfleite zur Verpflegung und dann den Jägersteig runter nach Hammersbach. Von dort sind es dann 2,5km in Ziel. Klingt einfach, aber 1300 Hm runter waren happig. Ich lief wie Duffy Duck bergab. Die Holzstufen in der Hupfleite waren glitschig vom Dauerregen der letzten Tage.

Mit Willen und Activator schaffte den Abstieg. Dann die letzten paar Kilometer auf Teer. Ein Glück, dass es schon kurz vor acht Uhr abends war und ich nicht in die Gefahr lief, von irgend einer Hausfrau in Grund und Boden gerannt zu werden. Dann noch 500m, 400, 300 ,200 – ich sah den Ziel-Bogen!

Wow, viele Leute am Musik Pavillon in Grainau. Riesen Applaus, ich fühlte mich, als hätte ich gewonnen. Ja, ich habe gewonnen. Ich habe die Strecke besiegt. In 11:05 Stunden kam ich als 30. der Masters Wertung nach knapp 69km und 3200hm ins Ziel.

Ich bin Stolz auf mich und alle, die diesen Lauf beendet haben Jetzt werden die Laufschuhe nur bei schlechtem Wetter geschnürt. Die nächste Zeit werde ich wieder mehr auf dem Velo sitzen.

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