30 Mai

Wem schadet Kochsalz, wem nützt es?

Die Gesundheitsbehörden warnen davor, für Athleten ist es der wichtigste Elektrolyt in Sportgetränken: Kochsalz. Wir hinterfragen die Empfehlungen zur Kochsalzreduktion nach wissenschaftlichen Kriterien und erklären, warum Sportlern das Natriumchlorid in Sportgetränken nichts anhaben kann.

Kochsalz, chemisch Natriumchlorid, wird gemeinhin als Verursacher von hohem Blutdruck verdächtigt. Natrium, meist in der Salzverbindung Natriumchlorid, ist aber auch das wichtigste Elektrolyt in Sportgetränken. In Anbetracht der verbreiteten Gesundheitskampagnen und den Empfehlungen zu weniger Salzkonsum könnte beim einen oder anderen Sportler nun Unbehagen aufkommen. Doch es gilt erst einiges klarzustellen. Zum einen ist die Datenlage zu Kochsalz und hohem Blutdruck bei weitem nicht so klar, wie uns versucht wird weiszumachen. Zum andern gilt es zwischen Natriumchlorid und Natrium als solches bzw. in anderer Verbindung zu unterscheiden.

Im Prinzip basieren die Empfehlungen zur Kochsalzreduktion einzig auf der grossen Intersalt-Studie von 1997, woraus öffentliche Gesundheitsorganisationen und –Behörden ihre Kampagnen ableiten. Das Ziel einer reduzierten Kochsalzeinnahme soll durch einen verminderten Einsatz in der Lebensmittelindustrie erreicht werden, in der Annahme, dass über 70% des eingenommenen Kochsalzes aus verarbeiteten Lebensmitteln stammen. Durch die Kampagnen erscheint dem Konsumenten ein Produkt mit «wenig Kochsalz» vorteilhaft, was die Lebensmittelindustrie dazu bewegt, solche Produkte vermehrt herzustellen. Allerdings hinterfragt in dieser «win-win-win» Situation niemand mehr die Fakten, was wir an dieser Stelle nun tun wollen.

Vorderhand kann als nachgewiesen gelten, dass eine Kochsalzreduktion in Risikogruppen für Herzkreislauferkrankungen gesundheitlich vorteilhaft ist, also bei älteren Personen, Übergewichtigen, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Salzsensitivität. Interessanterweise spricht man heute von – vermutlich genetisch bedingter – Salzsensitivität und Salzresistenz, entsprechend der Reaktion des Blutdrucks auf eine erhöhte Salzeinnahme. Dies sind an sich allgemein anerkannte Fakten. Es ist allerdings irritierend festzustellen, dass der in der Intersalt-Studie festgestellte Zusammenhang zwischen hoher Salzeinnahme und hohem Blutdruck komplett verschwindet, sobald man die in der Studie einbezogenen vier Naturvölker – mit einem «natürlicherweise» tiefen Salzkonsum – ausschliesst! Dass bei solchen Naturvölkern ganz andere blutdrucksenkende Faktoren wie z.B. körperliche Aktivität, kein Übergewicht, etc. eine Rolle spielen und das Gesundheitsrisiko mindern, liegt auf der Hand.

Weiter hat die sogenannte NHANES II follow-up Studie aus dem Jahr 2006 eine umgekehrte Abhängigkeit zwischen Natrium (also nicht unbedingt Natriumchlorid!) und kardiovaskulärer Gesamtsterblichkeit festgestellt: Von den Personen, die weniger als 5,8 g Salz (also Natriumchlorid) täglich einnahmen, sind mehr gestorben als von denjenigen, die einen höheren Konsum hatten. Notabene empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Kochsalzkonsum von weniger als 5 g pro Tag. Neben diesen «Beobachtungs-Studien» gibt es auch eine Interventionsstudie, welche sogar eine Blutdruckverminderung (in leicht hypertonischen Patienten) nach der Einnahme von Natrium-Bikarbonat fand – im Gegensatz zur Einnahme von Natriumchlorid.

An dieser Stelle kann man also festhalten, dass eine Kochsalzreduktion nicht a priori allen Personen hilft, eine zu tiefe Kochsalz- und/oder Natriumeinnahme sogar ungünstig sein kann, und dass Natriumchlorid nicht mit anderen Natriumverbindungen gleichgesetzt werden kann. Es ist sicherlich so, dass Personen mit bestehendem Bluthochdruck salzsensitiver reagieren als solche mit normalem Blutdruck. Es stellt sich die Frage wie bei Huhn und Ei, was war zuerst: hoher Blutdruck oder Salzsensitivität? Es ist auch deutlich, dass selbst eine markant verminderte Salzeinnahme nur kleine Blutdruckveränderungen im Vergleich zur generellen Vermeidung von Übergewicht bewirkt.

Schlussfolgernd lässt sich sagen: Wer einen grenzwertigen Blutdruck hat, der kann es mit einer Kochsalzreduktion versuchen. Wer dazu salzsensitiv ist, mag eine (kleine) Verbesserung erreichen. Wer aber salzresistent ist, fängt besser an zu trainieren, um seinen Blutdruck vermutlich weit stärker zu verringern. Wessen Blutdruck in Ordnung ist, der kann alle Salzempfehlungen getrost vergessen nach dem Motto: «Sportliche Aktivität ist per se blutdrucksenkend!»

Und um nochmals auf das zuoberst angesprochene Sportgetränk zurückzukommen: der Natrium- und Chloridgehalt in Sportgetränken entspricht in etwa der Menge, welche durch die getrunkene Flüssigkeit und den Ausgleich der Schweissverluste benötigt wird. Man hat hier netto also eine Nullbilanz in Bezug auf die tägliche Natrium- und Chlorideinnahme.

Factsheet «Kochsalz – ein Risiko für die Gesundheit?» zum Downloaden als PDF.

Foto (1): Alexander Klaus / www.pixelio.de

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