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04 Feb

Interessante Fakten zu Aspartam

Frage: Mich würde interessieren, warum Sponser Sport Food in einigen Produkten den Zusatzstoff Aspartam verwendet.

Antwort: Anfragen zu Aspartam kommen recht häufig. Interessant ist vor allem, dass so viele Vorbehalte gegen Aspartam bestehen, wo es aus nichts anderem als den beiden Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin besteht, welche natürlicherweise in jedem beliebigen eiweisshaltigen Lebensmittel (und zwar in x-fach höherer Menge) vorkommen.

Die Abbaustoffe wie z.B. Methanol werden erst bei der Verstoffwechslung gebildet. Und zwar genau so wie bei jedem anderen proteinhaltigen Lebensmittel oder bei Alkohol. Bezeichnend ist aber, dass jedes eiweisshaltige Lebensmittel das Hundertfache an diesen beiden Aminosäuren beitragen kann, als es aus Aspartam-gesüssten Produkten möglich ist (ausser man trinkt 6 und mehr Liter Cola light pro Tag). Selbst ein Ei oder sogar ein Glas Orangensaft fallen diesbezüglich schwerer ins Gewicht! Im Gegensatz zu einigen anderen Süssstoffen sind bei Aspartam auch keine allergenen Reaktionen zweifellos belegt, obwohl dies auch ab und zu von Konsumenten angenommen wird, bzw. nicht 100%ig ausgeschlossen werden kann. Doch dies ist bei Allergien eher die Regel als die Ausnahme. Einzig beim Gendefekt Phenylketonurie sollte Aspartam vermieden werden – allerdings können diese Personen praktisch keine normalen, eiweisshaltigen Lebensmittel mehr essen, da wie erwähnt Phenylalanin praktisch in jeglichem Eiweiss vorkommt.

Aspartam ist eine der sichersten Substanzen in unserer Nahrung überhaupt. Da mache ich mir weit mehr Sorgen über Antibiotika in Rohmilchkäse (übrigens kein Unterschied ob Bio- oder konventioneller Käse!), Aflatoxin und Ochratoxin (eine der stärksten krebserregenden Gifte überhaupt) in getreidehaltigen Lebensmitteln und Nüssen (vor allem Bio!). Auch das sogenannt «natürliche» Süssungsmittel Stevia finde ich persönlich heikler.

Fazit: Aspartam ist bei Weitem das am besten untersuchte und sicherste Süssungsmittel. Nicht nur das, es gibt keinen besser untersuchten Lebensmittelzusatz überhaupt! Selbst Lebensmittel an sich sind nicht so gut untersucht. So wusste man bis vor einigen Jahren noch nichts vom krebserregenden Acrylamid, welches bei der Erhitzung von simplen kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Brot, Rösti, etc. entsteht und als kanzerogen gilt. Sucralose ist ein anderer, sehr neuer Süssstoff, welcher vielversprechend ist. Doch hier weiss man effektiv noch relativ wenig darüber, weswegen wir bei Sponser noch zurückhaltend sind. Bekannt ist aber schon, dass Sucralose biologisch nicht abgebaut wird, d.h. im Zürichsee konnte man verschiedene Süssstoffe nachweisen wie Saccharin, Cyclamat und bereits die noch relativ neue Sucralose. Ökologisch zumindest also bedenklich.

Logischerweise konnte man kein Aspartam nachweisen, da wie gesagt dieser Süssstoff – so paradox es klingen mag – der natürlichste ist, weil es nämlich in die beiden Aminosäuren gespalten und ganz normal verdaut wird.

Die ganze Polemik um Aspartam kann getrost als moderne Legende abgetan werden. Einerseits genährt durch die Zuckerindustrie, andererseits durch Ernährungspuristen, welche die Lebensmittelindustrie zum Feindbild haben. Der Treppenwitz ist, dass der Lebensmittelindustrie immer vorgeworfen wird, sich zuwenig um die Risiken zu kümmern, wenn aber Millionen in solche Safety Assessments investiert werden wie beim Aspartam, dann heisst es, die Wissenschaftler seien ja doch von der Industrie bezahlt…

Interessante Infos zur ganzen Thematik sind im Factsheet «Aspartam» (PDF) zusammengestellt.

Und auch das Bundesamt für Gesundheit äussert sich in beruhigender Weise zur Sicherheit von Aspartam: «Das Zusatzstoffpanel (AFC) der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) hat die Langzeitstudie über die Kanzerogenität von Aspartam der «European Ramazzini Foundation, Bologna» bewertet. In seiner Stellungnahme, die am Freitag, 5.5.06 im Rahmen einer Pressekonferenz in Rom vorgestellt wurde, kommt das Expertengremium zum Schluss, dass auf der Basis aller zurzeit zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Studien, keinerlei Notwendigkeit besteht, weder an der Sicherheit von Aspartam zu zweifeln noch dessen kürzlich festgelegten «Acceptable Daily Intake (ADI)» von 40 mg/kg Körpergewicht in Frage zu stellen. Das Panel weist auch darauf hin, dass die Aufnahmemenge von Aspartam in Europa mit 10 mg/kg Körpergewicht weit unter dem festgelegten ADI-Wert liegt. Das Bundesamt für Gesundheit stimmt mit der Bewertung der EFSA-Experten überein und sieht keinen Handlungsbedarf.»

6 Kommentare zu “Aspartam”

  1. Marco sagt

    10. Juni 2011, 14:39

    was soll das mit Aspartam??? Alles nur erfunden, ich nenne es Selbstverleugnung, Warheit über Aspartam ist schon lange bekannt, also wird diese Artikel auch nicht viel ändern.

    ASPARTAM ist NERVEN GIFT.

  2. Remo sagt

    10. Juni 2011, 14:56

    Tja, zu solchen Kommentaren kann ich als Fachmann nur sagen: ich weiss, was ich nicht weiss – und rede darum auch einem Automechaniker oder einem Sanitär nicht drein, was richtig und was falsch ist! Dort wo ich was verstehe, kann ich aber sicherlich besser „richtig“ und „falsch“ bewerten, als Experten, welche überall immer nur Verschwörungen sehen. Gruss, Remo Jutzeler

  3. Clemens sagt

    29. Juni 2011, 20:03

    …ich kann nur sagen;dass viele menschen die in solchen gremien sitzen IMMER irgendetwas mit der entsprechenden industrie zu tun haben.sie werden in irgendeiner
    form entlohnt (geld o.wechsln später zu den unternehmen etc.) für ihre aussagen,dass das Produkt gesundheitlich unbedenklich ist.dann folgen noch ein paar „wissenschaftlich“ studien,die natürlich von der industrie bezahlt werden-aber sich für unabhängig erklären,die das belegen.und „schwupp“ wird das produkt für unproblematisch eingestuft.und wenn dann später andere (unabhängige) studien zeigen,dass der stoff doch gefährlich sein könnte,wird diese studie „auseinander-genommen“ und die „versuchsaufbau- oder auswertung“ usw. als nicht wissenschaftlich abgeurteilt.dann folgen weitere,von der industrie gesponsorte studien, die beweisen wiederum,dass der stoff unbedenklich ist. that’s it.
    -so sieht‘ s aus leute.
    -Macht UND Geld regiert die WELT !!! ;-)

  4. Remo sagt

    30. Juni 2011, 10:48

    Tja, geht in dieselbe Ecke. Wer meinst, bezahtl den überhaupt Forschung? Die Industrie! Nestlé bezahlt x Millionen in die Grundlagenforschung z.B. der ETH. Ist also die ganze ETH korrumpiert? Dies ist alles Unsinn. Aber eben, Verschwörungstheoretikern kann man’s nie recht machen. Wenn die Industrie Geld in die Forschung und Sicherheits-Assessments bezahlt, heisst es „nicht unabhängig“. Wird nichts investiert, heisst es „unsicher, nicht genug erforscht, man will vertuschen“. Aber eben, diese Schizophrenie ist wohl dem Menschen naturgegeben. Lustig ist auch, dass alle meinen, was nicht-industriell gewonnen aus dem Boden wächst sei gesund. Aber man informiere sich mal über Aflatoxin, Ochratoxin in Biogetreide oder Kupferbehandlung und Bodenrückstände im Bioobstbau! Ich sage, etwas mehr Vertrauen in die Fachleute und Einsicht in die eigene Unkenntnis ist angebracht.

  5. Hildegard sagt

    5. Juni 2013, 16:35

    Voll und ganz mit Remo einverstanden. DIese Verschwärungstheorien sind effektiv absurd vgl hier: http://www.aspartam.ch/das-experiment

    LG
    Hilde

  6. Rainer sagt

    16. September 2013, 11:47

    danke für den Hinweis zu http://www.aspartam.ch . Echt spannende Info.

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