PIC OF THE MONTH

Wie steht man ein 24-h-Bike-Rennen ohne Magenprobleme durch? Sponser-Sportler Philipp Mader verrät uns seinen Verpflegungs- und Material-Plan vom 24-h Rad am Ring.
Mehr dazu »
29 Okt

Daniela und Domenico nehmen eine «Auszeit»

Kürzlich erregte ein ganz besonderes Bild die sportlichen «Surfer» im World Wide Web. Darauf waren Kiloweise Sponser-Produkte zu sehen, im Hintergrund zwei professionelle Triathlon-Velos, darüber der Text «Auszeit nehmen» und rechts davon die Erklärung: Daniela und Domenico aus Aarau verabschieden sich nach Übersee. Wir wollten wissen, was es mit der Idee auf sich hat und fragten nach, wozu man für eine Auszeit Tonnenweise Sportnahrung benötigt.

Wer seid Ihr, woher kommt Ihr und was macht Ihr normalerweise beruflich?

Daniela ist aufgewachsen in der Region Biel, lebt in Aarau und hat Betriebswirtschaft an der FH studiert. Zurzeit arbeitet sie bis Ende Jahr als Controllerin. Domenico ist aufgewachsen in Aarau, lebt in Aarau und arbeitet bis Ende Jahr als Schulleiter bei AKAD Profession in Bern und hat Wirtschaftsinformatik an der FH studiert.

Weshalb die Idee, zwei Jahre lang eine «Auszeit» zu nehmen?

Wir haben beide, seit wir aus der Schule sind, 100% gearbeitet und berufsbegleitend studiert. Nach dem Studium ging es im ähnlichen Stil weiter, so dass wir einfach zu wenig Zeit für die «wirklichen» Dinge im Leben hatten. Für uns bestand schon lange der Wunsch zu reisen. Aber auch den Triathlon wollen wir nicht vermissen. So haben wir uns gesagt, dass wir das Ganze gleich richtig und ausgiebig machen: Training, Ironman, Reisen und dann wieder von vorne.

Daniela hat sich schon länger gewünscht, einmal eine Auszeit zu nehmen. Ursprünglich wollte sie für längere Zeit auf Reisen gehen. Mit zunehmender sportlicher Tätigkeit ist dann auch die Idee aufgekommen, Reisen und Sport zu verbinden. In vielen langen Gesprächen und Träumereien hat sich dann unsere jetzige Form der Auszeit konkretisiert.

Wann genau beginnt die Auszeit, wann endet sie?

Die Auszeit beginnt genau am 01. Januar 2011 mit dem Flug nach Gran Canaria für unser Wintertrainingslager und hört voraussichtlich im Januar 2013 mit einer Reise in Chile/Argentinen auf.

Worum geht es bei Eurer «Auszeit» genau?

Wir wollen jeweils für verschiedene Ironman’s trainieren und anschliessend im entsprechenden Land eine Reise anhängen. Geplant sind 4 Ironman. Unser erster Ironman wird im Juli 2011 in Zürich stattfinden. Anschliessend werden wir 3 Wochen im Zug durch Europa reisen, 1 Woche auf dem Segelschiff (Adria/Kroatien), um am Schluss noch 1 Woche Badeferien auf der Insel Brac (Kroatien).
Den zweiten Ironman werden wir im Dezember 2011 auf Australien (unterhalb Perth) absolvieren und anschliessend Australien und Neuseeland (Neuseeland mit einem Fahrrad) bereisen.
Im August 2012 möchten wir den Ironman Kanada machen, um auch Kanada (Westen) zu bereisen.
Der letzte Ironman wird in Mexiko im Dezember 2012 stattfinden, um anschliessend Chile/Argentinien (Anden) zu bereisen.

Habt Ihr schon vorher sehr viel Sport gemacht? Wenn ja, welchen Sport und welche Wettkämpfe?

Domenico: Bis vor 5 Jahren habe ich in den unteren Ligen als Plausch Fussball gespielt und hatte nicht viel mit Ausdauersport am Hut. Die Waldläufe habe ich gehasst, um es auf den Punkt zu bringen. Als ich dann aber zum 4. Mal die Bänder am Fussgelenk gerissen habe, wollte ich mir das Gekicke nicht mehr antun. Als ich dann Daniela vor 5 Jahren kennengelernt habe, haben wir relativ schnell mit gemeinsamem Sport angefangen.
Daniela:  Als Jugendliche habe ich hobbymässig Leichtathletik betrieben, habe dann zwischendurch 2 Jahre lang Thai-Kick-Boxen gemacht und bin später 2x pro Woche ins Spinning und 2 x Laufen gegangen. Als ich Domenico kennen lernte, sind wir gemeinsam Laufen gegangen, haben gemeinsam das MTB entdeckt, dann das Rennvelo und haben uns schlussendlich für eine Crawl-Kurs angemeldet, damit wir mal an einem Mini-Triathlon teilnehmen konnten.
2009 haben wir dann den Gigathlon als Couple sowie den Medium Triathlon Locarno gefinisht. 2010 wieder den Gigathlon als Couple, den Ironman 70.3 in Rapperswil sowie den Medium Triathlon Locarno. Unser Saisonabschluss war der Hallwilerseelauf (Halbmarathon).

Ein Bild fiel in Eurem Blog besonders auf: Berge von Sponser-Produkten. Wie lange soll das reichen?

Wenn man das Ganze einzeln betrachtet, dann würde sich folgendes Bild ergeben:

Multiprotein 180: 115 Tagesportionen für Beide
Pro Recovery: 71 Tagesportionen für Beide
Long Energy Getränkepulver: 182 Portionen pro Trainingsstunde
Competition Getränkepulver: 30.5 Portionen pro Trainingsstunde
Liquid Energy: 31.5 Portionen pro Trainingsstunde

Natürlich werden wir aber auch mal einen Biber, Riegel oder ähnliches noch dabei haben, so dass es bis Ende Mai reichen sollte.

Habt Ihr Lieblingsprodukte von Sponser, die Euch während der gesamten Auszeit begleiten werden?

Den Pro Recovery Shake sowie die Gels.

Was passiert, wenn Euch irgendwo am anderen Ende der Welt die Sportnahrung ausgehen wird? Verpflegt Ihr Euch dann mit einheimischen Produkten oder lässt Ihr Euch Sponser-Nahrung nachschicken?

Wir werden ein Notfall-Paket zusammenstellen, welche uns die Mutter von Domenico bei Bedarf senden kann. Dies vor allem, falls vor Wettkämpfen uns was ausgehen sollte. Wir möchten am Wettkampftag nichts Neues ausprobieren…

Ihr habt Eure Wohnung und Eure Jobs gekündigt. Wie fühlt sich das an, wenn man nirgendswo verankert ist? Totales Freiheitsgefühl? Oder ein wenig Bammel auch?

Freiheit pur! Bis jetzt haben wir noch gar keinen Bammel verspürt und freuen uns riesig auf unser Abenteuer.

Welches denkt Ihr, wird unterwegs die grösste Herausforderung sein?

Auf den Körper zu hören. Ob Amateur oder Profi, das Risiko des Übertrainings ist immer da. Langweilig wird es uns aber bestimmt nicht, da wir anfangs noch Spanisch lernen und auch Projekte mit der AKAD am laufen haben.

Sind auch schon Zweifel aufgekommen, ob Ihr Euer Projekt wie geplant durchziehen könnt? Habt Ihr Euch Alternativen oder einen «Plan B» zurechtgelegt, falls jemand verletzt ist oder das Geld ausgeht oder so?

Natürlich haben wir uns damit befasst, bzw. uns vor allem Gedanken gemacht, sollte sich jemand von uns ernsthaft verletzten oder krank werden. Für einen solchen Ernstfall haben wir uns versichert.  Wir haben aber keinen Plan B. Sollte etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen, müssen wir die Karten neu mischen und werden auf Grund der neuen Situation Entscheidungen treffen.

Wie sieht die finanzielle Seite Eures Projektes aus? Habt Ihr genug auf der Seite, um zwei Jahre davon zu leben? Oder müsst Ihr zwischendurch arbeiten gehen? Wenn ja: Was?

Wir haben auf diese Auszeit hin längere Zeit gespart und haben eine Notreserve angelegt, welche wir während unserer Auszeit nicht anzerren wollen. Unser Budget sieht aber kleinere Einnahmen vor, welche wir durch Internetjobs durch die AKAD bekommen werden. Zusammen mit den Ersparnissen und den Internetjobs können wir mit grosser Wahrscheinlichkeit diese 2-jährige Auszeit finanzieren.

Wer sich für Eure Auszeit interessiert, dem wird empfohlen, den Blog www.auszeit-nehmen.ch zu verfolgen. Wie oft werdet Ihr in updaten?

Während der Auszeit werden wir 2 bis 4 Einträge im Monat machen. Wir wollen die Leute nicht mit unserem Privatleben langweilen. Wir möchten etwas von unseren Erfahrungen preisgeben in Form von Trainings- und Ernährungstipps, Fahrradrouten, Trainingsbedingungen, Tipps für eine Unterkunft, für solche, die auf Gran Canaria oder Mallorca trainieren möchten.

Einen Kommentar schreiben