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Wie steht man ein 24-h-Bike-Rennen ohne Magenprobleme durch? Sponser-Sportler Philipp Mader verrät uns seinen Verpflegungs- und Material-Plan vom 24-h Rad am Ring.
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19 Okt

«There is nothing than 100 Miles»

Auf meiner Suche nach einem 100-Meilen-Lauf bin ich im Sommer auf die Internetseite des deutschen KuSuH-Trail 100 (Kraichgau und Stromberg und Heuchelberg) gelangt. Obwohl bereits eine Warteliste eingerichtet war, da nur 26 Startende zugelassen wurden, habe ich mich handschriftlich per Post (es gab keine Möglichkeit, sich per Internet anzumelden) und mit «meinem läuferischen Werdegang» um einen Startplatz beworben. Ende Juli schließlich hat mir der Organisator Wolfgang Höfle mittgeteilt, daß ich am 25. und 26. September 2010 dabei sein werde!

Die Wettkampfbesprechung im Sportlerheim des SV Oberderdingen am Freitagabend fand in sehr fröhlicher Stimmung statt: Wolfgang und seine Frau Angela haben noch einmal ausführlich auf wichtige Dinge des Laufes hingewiesen. Mich hat die Freundlichkeit und Offenheit der beiden zutiefst berührt. Hier ist man unter Freunden! Das Engagement der drei Hauptorganisatoren, aber auch der vielen freundlichen Helfer war unbeschreiblich. Wolfgang und seine Helferinnen und Helfer haben in unermüdlicher Arbeit die gesamten 100 Meilen mit weißen Punkten und Pfeilen gekennzeichnet, damit sich auch ja keiner verläuft.

Anschließend haben wir in gemütlicher Runde – die meisten Läufer kannten sich – im Sportlerheim des SV Oberderdingen leckere Spaghetti gegessen und dazu ein oder zwei, einige sogar drei Biere getrunken. Ich war darauf eingerichtet in meinem Volvo zu übernachten, aber natürlich habe ich Wolfgang Höflers Angebot, in der Turnhalle zu schlafen, sehr gerne angenommen.

Gegen 22:00 Uhr habe ich mich in der Sporthalle schlafen gelegt. Ich habe auf einer dicken Sportmatte herrlich geschlafen. Wolfgangs Frau Angela hat uns morgens mit einem tollen Frühstücksbüffet überrascht.

Nach dem Frühstück haben wir uns, wie am Vorabend von Wolfgang erbeten, pünktlich um 7:45 Uhr (frisch gewaschen und gekämmt) zum gemeinsamen Startphoto aufgestellt. Im strömenden Regen, genau um 7:52 Uhr schließlich erklingen die ersten Takte von «Stairway To Heaven» von Led Zeppelin. Nach Ende des Liedes sollten wir ohne Startschuß und ohne alles «selbständig» loslaufen.

Ich glaube, wir hatten alle eine Gänsehaut, als wir ganz ruhig der Musik zuhörten, die meisten wohl vielleicht in Gedanken an den langen Weg, der vor uns lag.

Kurz vor Ende des Liedes haben die wenigen Zuschauer eine schmale Gasse zum Stadion freigemacht. Mit den letzten Tönen haben alle angefangen zu klatschen. Ich war zutiefst bewegt von dieser sehr gefühlsbetonten Stimmung. An den begeisterten Zuschauern vorbei sind wir dann eine Stadionrunde gelaufen.

Dann ging es am Waldrand entlang Richtung Bretten. Es regnet leicht, aber es ist mit etwa 6 Grad recht mild. Das Läuferfeld zieht sich recht schnell auseinander, ich gehöre zu den langsamen und laufe im letzten Drittel.

Ich habe großen Respekt vor der anstrengenden 100 Meilen Strecke, aber keinerlei Befürchtungen, es nicht in der vorgeschriebenen Zeit von 28 Stunden zu schaffen. Ich bin in diesem Jahr bereits zwei 100 Km Läufe (Biel und Thüringen Ultra), einmal 181 Kilometer (TorTour de Ruhr) und mehrere Marathons gelaufen. Am vergangenen Sonntag bin ich als Testlauf den Kraichgau Ultra (44 Kilometer) locker unter 5 Stunden gelaufen.

Ich habe mir vorab das Rennen nach meinen Erfahrungen aus meinen 6 Biel-Läufen eingeteilt: ich will die ersten drei 40 Km Abschnitte jeweils in 6 Stunden laufen, d.h. um 20 Uhr will ich 8o Kilometer und genau um Mitternacht 100 Kilometer geschafft haben, um für die letzten 60 Kilometer noch 12 Stunden Zeit zu haben. Auf jeden Fall will ich in der Nacht 50 Kilometer schaffen (von 22:00 bis 6:00Uhr). Auf dieser 100 Meilen Strecke gibt es insgesamt 9 Verpflegungspunkte im Abstand von jeweils etwa 15 bis 20 Kilometern.

Den 1. Verpflegungspunkt in Bretten (km 19) erreiche ich nach rund zwei Stunden, also etwa eine Stunde schneller als geplant, aber es ist nicht schlimm, da ich weiß, daß ich langsamer werde.

Am Verpflegungspunkt trinke ich einen Becher Apfelsaftschorle, dann, nach einem kurzen Gespräch mit dem Vereinsvorsitzenden des SV Oberderdingen und einem Kameramann, mache ich mich nach noch nicht einmal 5 Minuten auf meinen Weg. Es geht nach einem kurzen Stück durch Bretten auf morastigen Waldwegen hinein in den Wald.

Etwa 2, 5 Stunden später, also gegen 12:45 Uhr erreiche ich den 2. Verpflegungspunkt Km 37 etwa. Ich bin jetzt ziemlich genau im Plan. Auch hier sind total nette Helfer, die sich quasi darum reißen, uns zu verpflegen.

Ich setze mich kurz hin, fülle meine beiden Trinkflaschen mit je 0,5 Liter mit Apfelsaftschorle und Johannisbeersaft auf – ich mag unterwegs am liebsten leicht säuerliche Getränke, esse ein Stück selbstgebackenen Kuchen und weiter geht’s!

Bis zum nächsten Verpflegungspunkt sind es etwa 18 Km, ich rechne mir rund 2, 5 Stunden Laufzeit. Es regnet während der gesamten Zeit ununterbrochen, zwischenzeitlich läßt der Regen etwas nach, aber richtig trocken werden die Sachen eigentlich nie. Meine Strümpfe sind inzwischen durchweicht, aber das stört mich nicht. Ich laufe die ganze Zeit allein, die meisten Läufer, auch die einzige Frau ist sind vor mir. Drei Läufer sind hinter mir.

Ich fühle mich jetzt richtig wohl, obwohl die Strecke im Wald immer schwerer wird. Die Feldwege sind total schlammig, die schmalen Waldwege sind unglaublich rutschig, so daß man kaum hochkommt und die Gefälle müssen ganz vorsichtig heruntergegangen werden, damit man nicht ausrutscht.

Trotz der guten Beschilderung verlaufe ich mich um einige hundert Meter. Ich gelange an einen Weg, an dem es links und rechts ab geht – kein weißer Punkt, also zurück. Ich war einen Moment unachtsam, weil ich eine SMS auf meinem Handy gelesen habe und deshalb einen Pfeil verpaßt habe. Nicht schlimm, nur einige hundert Meter, doch ich nehme mir vor, besser aufzupassen. Nicht auszudenken, wenn ich mich mehrere Kilometer verlaufen sollte.

Mir ist das einige Stunden später übrigens im Wald noch einmal passiert – einen Pfeil verpaßt – gottseidank habe ich schnell den richtigen Weg gefunden.

Der Weg bis zum Verpflegungspunkt km 56 kommt mir sehr weit vor. Ich bin schon wieder über 2,5 Stunden unterwegs – bald müßte der VP doch kommen. Noch etwa eine halbe Stunde, da kommt mir ein Läufer entgegen, der immer hinter mir war. Weil ich mich verlaufen habe, ist er jetzt vor mir. Aber ich habe nur etwa 10 Minuten verloren.

Verpflegungspunkt 55: Jutta und Georg (der Finanzchef des KuSuH 100 Trails) haben ihr Haus für die Läufer geöffnet. Es gibt Kaffee, jede Menge selbstgebackenen Kuchen, Salzgebäck, Schokolade, alle möglichen Getränke. Wir werden umsorgt – ich kann vor Rührung kaum sprechen. Ich fühle mich unglaublich wohl.

Nach der herzlichen Verabschiedung geht es weiter. Ich weiß jetzt schon, daß ich nächstes Jahr wieder hier laufe, wenn ich darf.

Ich rufe Christine an und sage ihr, daß ich «gerade Kirchberg passiert habe»- sie kennt das von den 100 Kilometern Biel. Wir treffen uns immer in Kirchberg.

Ich bin total gut drauf jetzt – 55 Km in 8 Stunden. Um 20 Uhr will ich laut meinem Plan 80 und um 0 Uhr 100 Kilometer haben. Alles paßt. Noch vier Stunden für etwa 25 Kilometer. Dann wieder 4 Stunden bis 100. Dann noch satte 12 Stunden für 60 Kilometer. Ich muß in der Nacht bis 6 Uhr 50 Kilometer schaffen! Ich rechne jetzt nur noch. Der Regen geht mir auf den Zeiger. Meine Klamotten, mein Rucksack, Schuhe und Strümpfe sind jetzt durchgeweicht. Trotzdem laufe ich aber immer noch ganz locker, alles andere würde wohl zum jetzigen Zeitpunkt bedeuten, daß ich nicht in der vorgegebenen Zeit ins Ziel komme.

Gegen 19 Uhr erreiche ich den Verpflegungsunkt Km 73. Ich trinke eine wohlschmeckende Brühe, esse eine Brezel, obwohl ich eigentlich gar keinen Hunger habe, aber die Helferinnen und Helfer dort sind so unglaublich nett…

Ich bin rundherum zufrieden, bleibe etwas länger dort als ich eigentlich wollte, weil ich mich richtig gut unterhalte. Natürlich staunen die Helferinnen und Helfer über uns. Einige von ihnen sind wohl schon einmal einen Halbmarathon gelaufen oder manche haben auch bereits einen Marathon absolviert, aber 100 Meilen sind für die meisten unvorstellbar. Ich erzähle ein wenig von meinen Ultraläufen, komme natürlich wieder ins Schwärmen und erst als mich jemand fragt, ob ich eigentlich keine Angst hätte, so allein im Wald, komme ich in die Realität zurück.

Ich rüste mich für die Nacht: Fleecpullover, warme Mütze und Stirnlampe. Herzliche Verabschiedung und weiter geht’s! Noch ein paar Kilometer, dann wird’s dunkel. Ich telefoniere noch einmal mit Christine, wünsche ihr viel Spaß beim Konzert. Ich schalte mein Handy ab, denn ich will die Tiere im Wald nicht stören, vereinbare aber mit Christine, mein Handy um Mitternacht wieder einzuschalten, damit sie mich kurz anrufen kann, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist.

Ich habe zur Sicherheit zwei Stirnlampen und eine kleine Fahrradlampe und natürlich auch Ersatzbatterien dabei. Ich habe keinerlei körperliche Beschwerden, hoffe, daß es so bleibt und daß ich gut durch die Nacht komme. Nur etwa 15 Kilometer bis zum nächsten Verpflegungspunkt in Sternenfels, dann habe ich bald 100 Kilometer.

Genau um 21:43 erreiche ich den Verpflegungspunkt in Sternenfels, bereits 15 Minuten später mache ich mich wieder auf den Weg. Nur noch rund 13 Kilometer bis 100 Kilometer und noch 2 Stunden bis Mitternacht. Ich bin richtig fröhlich jetzt. Bin voll in meinem Zeitplan, fühle mich noch frisch und kein bisschen müde.

Es hat aufgehört zu regnen, der Mond lugt sogar ab und an zwischen den Wolken hervor, meine High-Tech-Kleidung ist sogar wieder trocken, nur die Strümpfe und Schuhe sind natürlich klatschnaß.

Links und rechts im Wald immer wieder grüne Augen, die mich beobachten. Gottseidank treffe ich keine Wildschweine. Der Weg wird schwerer jetzt. Ich quäle mich die Steigungen herauf, werde müder. Ich sehne mir den  Verpflegungspunkt Km 98,7 herbei, doch erst um 23:42 Uhr erreiche ich ihn. Kurz vor Mitternacht laufe ich weiter. Ich habe die 100 Km nicht ganz geschafft bis Mitternacht, aber ich bin dennoch sehr zufrieden. Noch beinahe 12 Stunden für 60 Kilometer. Das sollte kein Problem sein. Jedoch kommt gerade jetzt eine gewaltige Steigung, die ich hochkeuche.

Meine Uhr kann ich nicht mehr ablesen, wahrscheinlich die Batterien leer oder vielleicht hat sie den beinahe 12 stündigen Regen nicht vertragen. Ich schalte mein Handy ein, kann jedoch die Tastensperre nur nach unzähligen Versuchen lösen.

Ich quäle mich eine schwere Steigung im Wald hinauf. Vier Mountainbiker, die die ganze Nacht unterwegs sind, um Läufern gegebenenfalls im Notfall zu Hilfe zu kommen sind kurz hinter mir. Um genau 1:24 Uhr erreiche ich den unbemannten Kontrollpunkt. An der höchsten Stelle des Laufes ist an einem Steinhaufen eine Plastikschachtel mit einer Liste befestigt, in der man Name und Uhrzeit eintragen soll. Nur gut, daß die Mountainbiker mich darauf hinweisen, daß ich mich in die Liste eintrage. Obwohl ich natürlich das Roadbook genau gelesen habe, hätte ich nicht mehr daran gedacht.

Ebenso wußte ich nicht mehr, daß ich genau den gleichen Weg wieder herunter muß und dann einen schmalen Trail wieder hinauf.

Die Stirnlampe wird immer schwächer, die zweite Stirnlampe leuchtet nur sehr schwach, also Batterien wechseln. Ich habe Glück und erreiche eine Schutzhütte. Ich setze mich hin, trinke beinahe einen halben Liter Apfelsaftschorle und nehme dazu zwei Powergels.

Irgendwie fühle ich mich in der Hütte beobachtet. Ich blicke nach oben und entdecke einen kleinen Vogel, der mich interessiert beobachtet. Ich schalte meine Lampe aus um ihn nicht zu stören und gehe ganz leise aus der Hütte. Was für eine wunderschöne Begegnung! Ich bin wieder einigermaßen fit, die Powergels und das Trinken haben mir gutgetan.

Gut gestärkt laufe ich weiter. Christine ruft gegen 2 Uhr an; ich keuche gerade einen Hügel hoch. Mir geht es überhaupt nicht gut jetzt. Bin müde. Komme nur mühsam voran. Die Füße schmerzen und jeder Schritt tut weh. Ich habe wegen der andauernden Nässe große Blasen unter der Fußsohle.

Ich sehne mir den Verpflegungspunkt herbei. Es kann doch nicht mehr weit sein. Hoffentlich habe ich mich nicht verlaufen. Jedes Mal leise Jubelschreie, wenn ich einen Punkt entdecke.

Ich bin jetzt sehr müde, zwige mich aber weiterzulaufen. Ich komme gut voran. Ich bleibe nicht stehen, jede Steigung gehe ich, jedes flache Stück und jedes Gefälle laufe ich konsequent, auch wenn die Füße sehr schmerzen.

Ich muß mich jetzt sehr konzentrieren mich nicht zu verlaufen und renne mit dem linken Fuß, d.h. genau mit dem linken großen Zeh gegen einen großen Stein. Dieser Zeh ist ohnehin schon etwas lädiert – vor Schmerzen stöhne ich laut auf. Hoffentlich ist der Zeh nicht gebrochen. Dennoch laufe ich weiter und bereits kurze Zeit später stolpere ich über einen dicken Ast. Ich bin beinahe am Ende.

Am nächsten Verpflegungspunkt in Ensingen erhole ich mich wieder. Ich setze mich kurz hin, trinke eine heiße Brühe und weiter geht’s. Rund 115 Kilometer, es ist kurz nach 3 Uhr. Noch 9 Stunden für etwas mehr als 45 Kilometer. Ich werde nicht langsamer, obwohl ich jetzt wirklich sehr müde bin. Ich singe jetzt meinen meditative Singsang: Go Buddy Go, Go Buddy Go, Go Buddy Go, Go Buddy Go, Go Buddy Go! Mein Freund Jochen hat mir einmal diesen Text per SMS gesendet, keine Ahnung was er bedeutet, aber er hilft mir, meinen Laufrhythmus beizubehalten.

Ich habe die Nacht bald überstanden! Ich bin in meinem Plan. Ich bin zwar müde, habe aber körperlich keinerlei Beschwerden, außer, daß die Fußsohlen schmerzen, und das ist nicht besonders schlimm. Zwischendurch hatte ich einmal Knie – und Oberschenkelschmerzen, aber das ist alles weg. Um kurz vor 6 Uhr erreiche ich Km 129,5. Noch sechs Stunden für 30 Km, das schaffe ich, auch wenn ich die ganze Zeit gehen müßte.

Aber jetzt geht es leider wieder einen steilen Hügel bergauf. Es ist so schwer, daß ich nur noch stöhnend den Hügel hochkomme. Dann geht es wieder steil herunter, aber es ist wegen des Regens so glitschig, daß ich nicht laufen kann. Ich fluche jetzt still vor mich hin!

Zwischenzeitlich habe ich die Läuferin und die beiden Läufer eingeholt, da sie an den Verpflegungspunkten etwas länger bleiben als ich. Inzwischen haben sie mich aber wieder abgehängt. Dafür laufe ich jetzt mit Gerhard, der immer vor mir war, sich aber um etliche Kilometer verlaufen hat und deshalb hinter mir war.

Wir laufen ein Stück gemeinsam, aber ich bekomme Angst das Zeitlimit von 28 Stunden nicht zu schaffen und renne eine lange Gefällstrecke im Höchsttempo herunter. Bestimmt 30 Minuten halte ich durch. Ich laufe am Anschlag und als die Strecke wieder flach wird, ist mein Puls sicher bei über 180 Schlägen pro Minute. Ich habe Angst, ohnmächtig zu werden oder mich hinsetzen zu müssen.

Ich bleibe kurz stehen, trinke, atme langsam und erhole mich wieder. Weiter. Lauf! Lauf! Lauf! Lauf! Es kann nicht mehr weit sein! Bald 10 Uhr. Ich habe keine Vorstellung, wie viel Kilometer es noch sind. Laufen kann ich nicht mehr gut. Jeder Schritt schmerzt jetzt. Gerhard hat mich wieder eingeholt. Ihm geht es wieder besser.

Dann kommt uns ein Mountainbiker entgegen, den wir fragen können, wie weit es nach Oberderdingen ist. 7 Kilometer! Ich glaube ihm kein Wort, obwohl er uns mitteilt, daß er uns entgegenfahren sollte, um uns ins Ziel zu begleiten. Vielleicht will er uns Mut machen. Ich bin mißtrauisch. Nur noch 7 Kilometer, kann das stimmen?

Ich spreche kaum noch! Ich will nur noch ins Ziel. Immer noch habe ich Angst, das Zeitlimit nicht zu schaffen. Oberderdingen. Gegen 11 Uhr. Jetzt glaube ich langsam, es zu schaffen. Nach meinem Gefühl müßte es jetzt rechts ab gehen, doch: die Pfeile zeigen nach links. Wieder Panik. Wie weit noch. Eine lange Gerade flach herunter. Traumhaft. Ich laufe wieder! Wir nähern uns dem Zentrum.

Jetzt rechts, dann sehe ich die Sporthalle. Menschen klatschen! Ich sehe ein Schild: Ziel! Ich laufe direkt in die Halle – und umarme Wolfgang und seine Frau!  Alle Last fällt von mir ab! Keine Schmerzen mehr! Unbeschreibliche Freude!

27:26 Stunden. Geschafft! Ich habe den KuSuH-Trail 100 tatsächlich geschafft! Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt! «There is nothing than 100 Miles» lautet die Aufschrift auf dem T-Shirt, das wir mit vielen anderen schönen Geschenken erhalten.

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