24 Sep

«Da fühlt sich mancher Hobbybiker wie ein Profi!»

Zu den Bike-Rennen der härteren Sorte gehört sicherlich der Grand-Raid Cristalp in den Walliser Alpen. Der älteste und schwerste Marathon in Europa stellt sogar für Profis eine besondere Herausforderung dar. Zwei Biker des Teams «Storm Biker» haben den Grand-Raid unter die Räder (und am Pas de Lona unter die Füsse!) genommen und berichten von ihrer Heldentat frei nach dem Motto: «hart, härter, Grand-Raid Cristalp»!

Am vergangenen Wochenende nahmen die Biker Enrico Geschwandtner und Christian Groß vom Team «Storm Biker» aus Sachsen zusammen mit zwei befreundeten Radsportlern am legendären Grand-Raid Cristalp Marathon in der Schweiz in den Walliser Alpen teil. Eine Herausforderung der ersten Klasse! Die Schlüsselstelle bei diesem Rennen ist die Tragepassage nach 110 km hinauf zum Pas de Lona auf 2800 m ü. M., dort muss das Rad ca. 45 min. geschoben oder getragen werden. Denn einzig ein schmaler Pfad führt die Geröllhalde hinauf, welche die über 2500 Teilnehmer aller Strecken bewältigen müssen.

Dieser Marathon wird als Point to Point-Rennen ausgetragen, der Start erfolgt in Verbier und das Ziel befindet sich in Grimentz. Durch ein ausgeklügeltes Busshuttlesystem gelingt es dem Veranstalter, alle Teilnehmer der verschiedenen Streckenlängen wieder an ihren Ausgangsort zu bringen. Zur 21. Auflage hatten die Veranstalter die ohnehin schon schwere Strecke nochmal verschärft. 137 km und 5622 Hm mussten die Fahrer auf der langen Distanz bewältigen.

Durch eine frühe Anreise am Freitag konnte der erste Berg schon mal unter die Stollen genommen und das Wahnsinnspanorama genossen werden. Nach der technischen Abnahme der Räder und dem Aushändigen der Startunterlagen hieß es früh zu Bett gehen. Am Samstagmorgen um sechs Uhr fiel der Startschuss, das bedeutete: Um vier Uhr aufstehen, ausgiebig Frühstücken und gegen halb sechs im Dunkel der Nacht Richtung Start fahren.

Punkt sechs Uhr erfolgte der Start und mehr als 420 Langstreckenfahrer machten sich auf den langen und schweren Weg Richtung Grimentz. Am ersten langen Anstieg wurde die Nacht langsam zum Tag, Alphornbläser begleiteten die Fahrer. Die Sonne kam hinter den Gletschern hervor. Groß konnte sich vorn im Feld behaupten, Gschwandtner wenige Positionen dahinter. Wohl wissend, was sie noch erwarten würde, ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhren konstant ihren Rhythmus.

Nach knapp einer Stunde war der erste Anstieg geschafft. Mit kurzem Blick auf die umliegenden Gletscher wurde konzentriert in die Abfahrt gegangen. Hubschrauber flogen am zweiten sehr steilen Anstieg sehr nah an die Strecke heran, um möglichst gutes Bildmaterial zu bekommen. Da fühlt sich mancher Hobbybiker wie ein Profi. Die beiden Storm Biker kamen gut mit der Strecke zurecht und lobten die sehr gute Verpflegung und auch wenn technische Probleme auftraten, war an jeder Verpflegungsstelle ein Technikservice.

Am Mandelon, dem vorletzten Anstieg, machte sich die bereits zurückgelegte Distanz bemerkbar, wäre hier jeder andere Marathon bereits zu Ende, mussten noch weitere 900 Höhenmeter zurückgelegt werden. Am höchsten Punkt des Anstieges durften die Fahrer ihr fahrtechnisches Können unter Beweis stellen. Dieser Trail, gespickt mit fußballgroßen Steinen, konnten nur teilweise gefahren werden. Im Tal von Evolène waren zwar zwei Drittel der Strecke schon absolviert, aber die größte Herausforderung stand den Teilnehmern noch bevor. 1500 Höhenmeter am Stück, verteilt auf knapp 20 km mussten jetzt zurück gelegt werden. Noch einmal volle Flaschen ergattert und Energie in Form von Obst und Riegeln zugeführt, konnte der Anstieg in Angriff genommen werden. Die beiden Radsportler kamen trotz der mehr als sechs Stunden Fahrzeit den Berg bis zur berühmten Schlüsselstelle dieses Rennens gut hinauf. Das Zeitlimit, das vor der Tragepassage ausgeschrieben war, brauchten sie nicht fürchten, bei den letzten zu fahrenden Kehren konnte schon ein Blick auf das Bevorstehende geworfen werden.

Eine dreiviertel Stunde Schinderei erwartete die Biker. Am Anfang noch fahrbar, musste alsbald abgestiegen werden, das Rad geschoben, dann wieder getragen werden. Die vielen Zuschauer, die über die gesamte Strecke die Fahrer anfeuerten, überboten sich hier nochmals vor lauter Begeisterung. Eine Wahnsinnsstimmung, die Menschen schreien einen förmlich den Berg hoch, man will eigentlich stehen bleiben vor Erschöpfung, aber die Leute motivieren einen so sehr, dass man doch weiter läuft, das Rad auf dem Rücken.

Man kann kaum beschreiben, welche Anstrengung man nach so einer Distanz noch vollbringen muss, um den Pas de Lona zu bezwingen. Das muss man selber erlebt haben. Die grandiose Aussicht bei strahlendem Sonnenschein entschädigt ein wenig, wenn man am Gipfel steht. Ab hier folgen noch 15 km ruppige Abfahrt bis ins Ziel nach Grimetz, dabei muss ein Flussbett mehrmals durchquert werden, ehe man im Ziel von den zahlreichen Zuschauern empfangen wird.

Christian Groß kam nach 10:06 h als 43. ins Ziel, Enrico Geschwandtner überquerte nach 11:09 h als 69. die Ziellinie. Von den 422 gestarteten Fahrern kamen nur 283 im Ziel in Grimentz an. Eine Ausfallquote von 33% zeigt die Schwere dieses Rennens auf.

Unser Fazit: Alles in allem eine sehr gut organisierte und logistisch gut geplante Veranstaltung in einem der schönsten Gebiete der Alpen. Eine wunderschöne, wenn auch schwere Strecke haben sich die Veranstalter ausgedacht. Die erste Teilnahme am Grand-Raid Cristalp wird nicht die letzte sein, so waren sich die beiden «Storm Biker» im Ziel schnell einig.

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