PIC OF THE MONTH

Wie steht man ein 24-h-Bike-Rennen ohne Magenprobleme durch? Sponser-Sportler Philipp Mader verrät uns seinen Verpflegungs- und Material-Plan vom 24-h Rad am Ring.
Mehr dazu »
22 Jun

Ein einmaliges Erlebnis – so oder so!

Eigentlich käme an dieser Stelle nun mein Bericht über den gemachten 100 Kilometerlauf von Biel. Leider habe ich mir vor kurzem jedoch den Meniskus gerissen, so dass ein Start am diesjährigen 100-km-Lauf nicht möglich war (Ein kleiner Tipp am Rande: Glaubt dem Arzt nicht wenn er sagt, es sei in 4 Wochen alles wieder ok…).

Nichts desto trotz braucht es mehr als ein Meniskus, um mich vom 100-km-Lauf fernzuhalten. Also machte ich das Beste daraus und habe die Aufgabe als Begleiter gemeistert. Ich möchte in diesem Beitrag deshalb mal meine Eindrücke als «aktiver Passiver» beschreiben. Aktiv, weil ich immer live dabei war und passiv, weil ich nicht direkt gelaufen bin.
Der Start in Biel verheisst Wettertechnisch nicht viel Gutes. Die Wolken verdichten sich und es scheint, als ob es jede Sekunde anfangen könnte zu regnen. Da Petrus aber wahrscheinlich selber am Lauf teilgenommen hat, bleibt es in dieser Nacht weitgehend trocken und mit 15-16C° relativ warm.

Es ist kurz vor 22.00 als sich alle Läufer an den Start begeben. Man kann die Spannung förmlich fühlen. Dann der Grosse Moment….10..9..8..7..6..5..4..3..2..1..«Päng». Der Start ist erfolgt und aus den Lautsprechern ertönt eine Stimme die sagt: «Ich wünsche euch eine Gute Nacht und wir sehen uns morgen wieder in Biel». Wenn man in die Gesichter der einzelnen Teilnehmer schaut, ist die Anspannung wie weg und alle haben ein Lächeln auf dem Gesicht. 8 Monate Training genau für diese Nacht, endlich ist es soweit!

Es geht quer durch die Stadt Biel, wo schon Tausende von Zuschauern auf die Läufer warten und jeden frenetisch bejubeln. Hier in der Stadt Biel wird übrigens nächstes Jahr der Start und das Ziel des 100-km-Laufes sein. Nachdem die Glückshormone so richtig freigesetzt wurden, geht es langsam aber sicher Richtung Dunkelheit. Deshalb säumen unzählige Stirnlampen den Weg quer durchs Feld, was fast wie ein Rebenlichtumzug aussieht!

Nach einiger Zeit in der Dunkelheit wechselt die Szenerie plötzlich wieder. In Aarberg und Lyss sind richtige Volksfeste im Gang und auch dort werden alle Läufer lautstark unterstützt. In Lyss können dann endlich die Begleiter mit den Fahrrädern dazu stossen und die Läufer durch die Nacht begleiten. Von nun an wird es ruhiger und auch ein wenig idyllischer. Man hat viel Zeit, um über sich und die Welt nachzudenken und ehe man sich versieht, ist man schon beim berühmt berüchtigten Ho-Chi-Ming-Pfad in Kilchberg angelangt.


Der Ho-Chi-Ming-Pfad (eigentlich Emmendamm genannt) ist eines der Highlights des 100-km-Laufs von Biel. Es geht durch enge Pfade und hohes Gras. Überall pflügen Wurzeln und glatte Steine den Weg und man ist froh, ohne umzufallen oder Misstritt hindurch zu sein. Trotzdem immer wieder schön!

Danach geht es immer wieder rauf und runter bis man endlich die Aare erreicht. Von da an geht es mehrheitlich nur noch flach weiter ausser eines kurzen Anstiegs in Meinisberg. Nach diesem kurzen Anstieg kommt auch schon bald das KM 95 Schild. Nun folgend die wahrscheinlich längsten 5 Kilometer, die man je gerannt ist!

Jeder Schritt schmerzt und man möchte eigentlich nur noch anhalten und aufhören. Und trotzdem kämpft man bis zum Ziel. Obwohl für einige eigentlich das Ziel schon bei KM 99 erreicht ist. Hier stehen selbst gestandene Männer neben das Schild und brechen in Tränen aus. Hier sieht man Emotionen, welche sonst nur in Hollywoodfilmen zu sehen sind. Dann gaht es auf den Ehrenkilometer ins Ziel…GESCHAFFT!!

«Nie mehr» hat meine Frau unmittelbar nach dem Zieleinlauf gesagt, NIE MEHR! Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und sie hat mich gefragt, ob ich sie das nächste Jahr wieder begleite… Der 100-km-Lauf von Biel ist einfach eine einmalige Sache, jedes Jahr wieder!

Tags

Ein Kommentar zu “100-km-Lauf 2010 – der Bericht von Andreas Ruefer”

  1. Roni sagt

    30. Juni 2010, 07:56

    Schöner Beitrag. Macht gleich Lust den Lauf auch mal zu betreuen :-)

Einen Kommentar schreiben