PIC OF THE MONTH

Akribisch, professionell, erfolgreich: Der amtierende deutsche Vize-Meister im Kanuslalom Florian Breuer gewährt uns in seinen spannenden Schilderungen einen Einblick in die letzten Stunden vor dem Wettkampfstart. Lesen! »

Krämpfe ade!

Muscle-Relax-Sponser Das innovative Produkt Muscle Relax von Sponser hemmt und reduziert unkontrollierte Muskelkontraktionen und kann akut oder präventiv eingenommen werden.
19 Mai

Meine Vorbereitung auf einen langen Lauf

In wenigen Tagen, am Pfingstsamstag, den 22. Mai 2010 starte ich mit 40 anderen UltralangläuferInnen um 8:00 Uhr bei der TorTour de Ruhr, Deutschlands längstem Nonstoplauf über 230 Kilometer. Ich bin bisher noch nie mehr als 100 Kilometer am Stück gelaufen und deshalb unglaublich gespannt, was mich auf der langen Reise am RuhrtalRadweg erwartet!

Ich bin gut vorbereitet, obwohl ich in diesem Jahr nur zwei Marathons gelaufen bin, denn ich habe den ganzen Winter über gut trainiert und seit Dezember letzten Jahres keine längere Laufpause gemacht. Im vergangenen Jahr habe ich (neben einigen Halbmarathons) folgende Wettkämpfe absolviert: Bienwald Marathon Kandel, Freiburg Marathon, Rennsteig-Supermarathon, 100 Kilometer in Biel, Thüringen Ultra 100 Km, Allgäu Panorama Ultra Trail, Alb Marathon 50 Km.

Ich habe die Qualifikation für den Ultratrail du Mont-Blanc erlangt, aber leider hatte ich kein Glück bei der Auslosung der Startplätze. Mit den Jahren bin ich langsamer geworden, aber ich war ohnehin nie besonders schnell. Meine Marathonbestzeit ist 3:36 h (Hanse-Marathon 1996), die 25 Km de Berlin bin ich im gleichen Jahr in 1:55h gelaufen. Jetzt, mit 51 Jahren, setze ich mir keine zeitlichen Vorgaben mehr. Wichtig ist mir innerhalb des Zeitlimits einen schönen und gleichmässigen Lauf ohne schwere Einbrüche zu haben und gesund, munter, fröhlich und lächelnd ins Ziel zu kommen!

Bei den 100 Kilometer Läufen bleibe ich meistens an den Verpflegungspunkten eine Weile stehen, um kurz mit den Helfern zu plaudern und gemütlich zu essen und zu trinken. In Kirchberg habe ich mich auch schon einmal in aller Ruhe umgezogen, die Haare gewaschen und die Zähne geputzt.

In Biel ist der letzte Kilometer grandios: Wenn das Schild «KM 99» erreicht ist beginnt ein einzigartiger, beinahe unbeschreiblicher Triumphlauf! Ich gehe den letzten Kilometer sogar teilweise, um die traumhafte Stimmung möglichst lange auszukosten: meine Frau Christine, die mich dort erwartet, mich umarmt, mir einen Kuss gibt und meine Hand nimmt; Zuschauer und Finisher, die sich verneigen und klatschen, Chapeau-Rufe, der Sprecher, der meinen Namen nennt und mir gratuliert. Das ist pures Glück!

Ohnehin ist das Laufen kein besonders teures Hobby, wenn man nicht unbedingt durch die Welt reist, um einen Marathon zu laufen. Mich reizt weder ein Marathon in New York, noch in Honolulu; da, wo ich starte, komme ich bequem mit Bahn oder PKW hin; ich kann dort kostenlos oder gegen geringes Entgelt übernachten und die Startgelder sind angemessen.

Ich besitze immer etwa 10 Paar Laufschuhe, von denen mir aber irgendwie zwei oder drei Paar nicht richtig passen, mir nicht (mehr) gefallen oder zerschlissen sind. Meinen letzten Marathon bin ich in meinen etwa fünf Jahre alten, bequemen, gut gedämpften Saucony Schuhen gelaufen. Entgegen vieler Empfehlungen laufe ich in meinen Schuhen mindestens etwa jeweils 2000 Kilometer. Etwas wehmütig denke ich heute an meine ersten Laufschuhe zurück: ein Paar Karhu Lederschuhe, in denen ich sogar mehr als 3000 Kilometer gelaufen bin. Leider habe ich diese schönen Schuhe weggeworfen.

Meine Laufschuhe und die Laufkleidung sind meistens Auslaufmodelle oder Sonderangebote. Meine Lieblingslaufhemden wurden schon tausendmal gewaschen. Ich habe einen Kleiderschrank voll mit Lauf- und Radklamotten, darunter etwa 50 Finisher-Shirts, die ich gerne trage, weil ich mit ihnen einen schönen Lauf verbinde. Da ich – wie viele andere Sportler – ein wenig abergläubisch bin, trage ich bei meinen Ultraläufen aber oft das gleiche Shirt.

Ich höre keine Musik unterwegs, sondern ich höre auf die Geräusche in der Natur, ich sehe, fühle und rieche und– spreche die Tiere an, die ich unterwegs treffe und ich grüsse die alten Bäume. Ich benötige keine Pulsuhr, denn mit den Jahren kenne ich meinen Körper sehr genau und wenn es mir während eines Laufes einmal nicht gut geht laufe ich langsamer oder bleibe stehen um wieder Kraft zu schöpfen. Nachdem ich mich in Biel bei Kilometer 80 etwa hingesetzt habe, um mich auszuruhen, ich dann aber nur unter grossen Schmerzen wieder aufstehen und weiterlaufen konnte, vermeide ich es allerdings nach Möglichkeit mich hinzusetzen.

Ich habe auch gelernt aufzuhören, wenn es nicht mehr geht. Bei dem Langdistanz-Triathlon in Roth habe ich 2006 auf der Laufstrecke bei Kilometer 11 aufgegeben und im Jahr darauf bin ich noch nicht einmal bis zur Startleine geschwommen, weil ich mich nicht gut gefühlt habe. Irgendwann in den nächsten Jahren werde ich aber noch einmal bei dem «schönsten Langdistanz-Triathlon der Welt» starten und – ins Ziel kommen!

Als einzigen technischen Schnickschnack habe ich mir kürzlich eine GPS – Uhr geleistet, damit ich endlich einmal genau weiss, wie viele Kilometer ich im Training gelaufen bin. Seit rund 20 Jahren trainiere ich bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit, mindestens dreimal in der Woche, ausgenommen wenn ich krank bin (das ist äusserst selten der Fall) oder wenn ich keine Lust habe (es kommt vor, dass ich zwei bis drei Wochen Laufpause mache). Einige Jahre habe ich nicht mehr an Marathonläufen teilgenommen, weil ich keine Lust mehr hatte irgendwohin hin zu fahren, hohe Startgelder zu bezahlen, durch Städte wie Berlin und Hamburg zu rennen oder von Zuschauern angebrüllt zu werden: «Eins, zwei drei…», aber trainiert habe ich trotzdem immer.

Ich hätte jederzeit einen Marathon laufen können und bin sonntags ganz oft mehr als 30 Kilometer gelaufen. Am liebsten laufe ich jedoch die ganz langen Strecken. Ich liebe die 100 Kilometer von Biel und den Thüringen Ultra! Diese Ruhe unterwegs in der Bieler Nacht, die Gerüche, die wundervolle Landschaft, der Sonnenaufgang – ich bekomme eine Gänsehaut!

Übrigens bin ich in den vergangenen vier Jahren monatlich etwa rund 1000 Kilometer Fahrrad gefahren. Erst seit letztem September fahre ich wieder Auto – ich kann endlich wieder in Ruhe mit Christine frühstücken, geniesse die Bequemlichkeit und bin trotzdem noch oft genug mit meiner Rennmaschine unterwegs!

Da ich ein Frühaufsteher bin, so gut wie nie fernsehe, kaum Zeit vor dem PC verbringe, auch sonst keine zeitaufwendigen Hobbies betreibe, und vor allen Dingen meine Frau nichts dagegen hat, habe ich genug Zeit für lange Trainingsläufe – wenn sich andere sonntags aus dem Bett quälen, habe ich oft schon einen 30 Kilometer Trainingslauf absolviert (im Sommer mache ich mich bereits zwischen 5 und 6 Uhr auf den Weg).

Eine meiner wichtigsten und besten Entscheidungen in meinem Leben hat mit dem Laufen zu tun: ich habe vor rund 10 Jahren das Rauchen aufgegeben. Mir war es eigentlich immer peinlich als Marathonläufer zu rauchen, bis ich es endlich geschafft habe aufzuhören. Ausserdem trinke ich keinen Alkohol – ich habe bis vor 10 Jahren so viel getrunken, dass es bis an mein Lebensende reicht.

Seitdem ich laufe lebe ich gesünder. Ich schlafe besser, ernähre mich bewusster und führe insgesamt ein erfüllteres Leben! Ich erlebe ganz bewusst den Wechsel der Jahreszeiten und lebe mehr im Einklang mit der Natur. Schon viele Jahre führe ich ein Lauftagebuch: Abends trage ich mit einem alten Kolbenfüllfederhalter in ein schönes Buch meine Empfindungen während eines Laufes, Wetterdaten, natürlich die Entfernung, Laufzeit und besondere Erlebnisse ein. Manchmal nehme ich die alten Bücher zur Hand um mir die Erlebnisse eines schönen Laufes zurückzuholen.

2004 habe ich nach dem Bieler Einhunderter unter anderem geschrieben:

«… dieser total düstere Waldweg bei km 46. Steigung, Matsch, Regen, Kälte, Einsamkeit. Kein Mensch weit und breit. Ich musste immerzu an Achim Reichels «Regenballade» denken, bis ich aber konsequent jeden düsteren Gedanken verjagt habe und Landschaft, Lauf und Regen schön fand. Ich bin sicher, dass ich ohne diesen kalten Guss nicht ins Ziel gekommen wäre – noch nie zuvor habe ich bei einem Lauf so gelitten». Dann aber: «… Alles ist gut! Medaille empfangen. Finisher- Shirt abholen. Duschen. Frische Sachen anziehen. Alles geht jetzt so leicht, keine Anspannung mehr, es kommt eine ruhige, entspannende, wohltuende Zufriedenheit. Dann nur noch nach Hause wollen. Sich verabschieden. Und denken: Irgendwann musst du wieder nach Biel!»

Ein Kommentar zu “TorTour de Ruhr als Vorbereitung auf Biel”

  1. Verena sagt

    16. Mai 2012, 11:50

    Was für ein schöner Text voller Begeisterung und Ruhe!

Einen Kommentar schreiben

Geheimwaffe

Maximiere Deine Leistung! Der innovative NO-Booster für Blutfluss – Sauerstoff – Leistung. Nitroflow Performance² - die neue Geheimwaffe von Sponser.

Facebook

Smartshake



Der neue Smartshake™ mit Pulverreservoir eignet sich als treuer Begleiter für die Zubereitung von Eiweissshakes im Fitnesstudio oder zu Hause. Fassungsvermögen: 600 ml.