21 Mai

Von «nie mehr» bis «auf Wiedersehen im nächsten Jahr»!

100km? – Nie im Leben werde ich mir so etwas antun. So die verständnislose Überzeugung der meisten Mitbewohner unseres Planeten. Die meine auch. Wenigstens bis vor wenigen Jahren.

Dann fing sich irgendetwas tief drinnen an zu regen: «Feigling». «Andere schaffen es auch». «Den Marathon hast Du doch einigermassen im Griff». «Die Tür zu einem wirklichen Abenteuer». Und dann war da noch die zauberhaft-gespenstische Stimmung, welche die Läuferschar jedes Jahr verbreitete, wenn sie um Mitternacht durch unser Städtchen zog. Und ein Feigling bin ich nun wirklich nicht!

So fand ich mich denn am 15. Juni 2007 inmitten von Tausend Gleichgesinnten in der späten Abenddämmerung am Start zum 49. Bieler 100-km-Lauf. (Wohlverstanden: ein allereinziges Mal nur, um zu wissen, wie es ist und zu was ich fähig bin.)

Als Anfänger peilte ich gleich ein (zu) ehrgeiziges Ziel an. Über die Marathondistanz ging es einigermassen locker, aber dann wurden Beine und Schritte schwer und schwerer. Die Steigung nach Mülchi bei km 42 kostete mich bereits den Grossteil meiner Kraft und meines Ehrgeizes. Also Umstellen auf Plan B. Oder lieber ganz aufgeben?

Mindestens bis Kirchberg hältst du durch, sagte ich mir, das wäre immerhin persönlicher Distanz-Rekord. Irgendwie schaffte ich es tatsächlich nach Kirchberg (km 56). Nach kurzer Pause mit Verpflegung (soweit sie der Magen zu schlucken bereit war) und einer Blitzmassage ging es doch weiter, zum Ho Chi Minh Pfad.

Den hatte ich vermeintlich rekognosziert, aber ein bequemes Strässchen und nicht diesen steinigen, holperigen und glitschigen Pfad, den ich in vollkommener Dunkelheit ertastete. Trotz aller Vorsicht lag ich nach halber Strecke unvermittelt der Länge nach im Nassen, mit zerschundenem Ellbogen und Knie und ein paar blauen Zehen. Zu allem Überfluss ein Wadenkrampf, der das Aufstehen unmöglich machte.

Glücklicherweise rückten zwei hilfsbereite Kollegen nach. «Va bene?» – «Si, che porcheria!» Aufgeben? – doch nicht hier, wo man mich möglicherweise erst als Skelett finden wird. Also weiter, wenngleich die Bewegung nur unter Höllenqualen in Gang kam. Vor Biberist wieder einige Lichtblicke: der treue Fahrradbegleiter, der erste Vogelgesang und Spuren der Zivilisation.

Bis Bibern ging es ganz leidlich, wobei das stetige leichte Ansteigen das mittlerweile gemächliche Tempo entschuldigte. Dann die fürchterliche Steigung Richtung Arch (km77). Nach erneuten Beinkrämpfen ein Eiertanz abwärts bis zur Aare. Hier wurde die verheissungsvolle Morgenstimmung durch einen veritablen Platzregen jählings vernichtet. Innert Sekunden war man klitschnass, Schuhe und Socken verschmolzen zu einem grauen Brei. Aber wenn du bis hier gekommen bist, wäre es ein Hohn, den Rest nicht auch noch irgendwie zu schaffen.

Vor Büren hörte immerhin der Regen auf, und der Rest ist ja flach – so glaubte ich. In Tat und Wahrheit gibt es mehrere Anstiege, die des Teufels sind und mich einer nach dem anderen zum Gehen zwangen. Und jedes Mal war die Versuchung riesig, das Gehen beizubehalten. Im Kopf rechnete es laufend: Wann wärst Du mit 5km/h im Ziel? Das übriggebliebene Restchen Ehrgeiz und die Rücksicht auf meinen armen Fahrradbegleiter – der mir soeben erneut den Krampf wegmassiert hatte – brachten den Laufschritt doch wieder irgendwie in Gang. Kurz nach halb acht erreichten wir schliesslich das Eisstadion, überglücklich und stolz, aber mit dem unumstösslichen Vorsatz: einmal und nie wieder!

Nachtrag: Im nächsten Frühling fing es innerlich an zu nagen: die gröbsten Fehler kennst du nun, vielleicht ginge es diesmal noch etwas besser. Es ging tatsächlich besser und das «nie wieder» auf der Ziellinie wich einem «mal sehen».

2009 schliesslich, nach neuer persönlicher Bestzeit, verliess ich das Eisstadion mit einem überzeugten «auf Wiedersehen im nächsten Jahr». Als Eigengeschenk zum 60sten.

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