29 Apr

Von der Intensivstation zum 100-km-Lauf in Biel

Zum ersten Mal habe ich im März 1994 vom Bieler 100-km-Lauf gehört: Ich habe mich in Kandel beim Bienwald Marathon einer netten Gruppe von fünf Läufern angeschlossen, die den Marathon zur Vorbereitung auf den Bieler 100-km-Lauf absolviert haben. Da mich ihre interessanten Erzählungen von den Erlebnissen in Biel zutiefst berührt haben, bin ich das für mich viel zu hohe Tempo von Anfang an mitgelaufen, um möglichst viel von diesem Lauf zu erfahren – nach etwa 25 Kilometern bin ich total eingebrochen und nur noch mit letzter Kraft habe ich es ins Ziel geschafft.

Ich habe mich dann aber zunächst nicht mehr weiter mit dem Thema Biel beschäftigt, denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, 100 Kilometer zu laufen. Im November 1994 bin ich mit einer schlimmen Blinddarm-Entzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden; eine Notoperation hat mich gerettet, eine weitere Operation wegen eines Darmverschlusses nur wenige Tage später folgte. Mein Immunsystem ist anschliessend zusammengebrochen. Überlebt habe ich aufgrund meiner hervorragenden körperlichen Verfassung und geistigen Stärke.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich mir auf der Intensivstation vorgenommen habe, gesund zu werden und in Biel die 100 Kilometer zu laufen.

Am 19. Februar 1995 schliesslich bin ich das erste Mal wieder gelaufen. In meinem Lauftagebuch steht an diesem Tag: «ICH LAUFE WIEDER! Bin ganz langsam losgetrabt. Ich konnte gar nicht fassen, dass ich laufe. Auf dem Flughafenweg sind mir dicke Tränen übers Gesicht gerollt. Ich habe an die Zeit im Krankenhaus gedacht. An den ersten Ausgang, als ich so traurig war, als ich auf dem Rückweg die beiden Marathonläufer in der Hasenheide sah. Ich bin 26 Minuten gelaufen!»

Immer öfter habe ich dann über einen Start in Biel nachgedacht, bis ich im März 1996 auf meiner Trainingsrunde mit einem netten Läufer ins Gespräch gekommen bin: Reinhard hat mit grösster Begeisterung vom «Bieler-Hunderter» berichtet. Er machte mir Mut mitzulaufen und am Mittwoch, den 10. April 1996 endlich meldete ich mich für die 100 Kilometer von Biel an!

Dieses Jahr werde ich zum 6. Mal in Biel laufen und wieder werden mir – wie in den Jahren zuvor – am Start einige dicke Tränen über die Wangen rollen, weil ich wieder dabei sein darf!

4 Kommentare zu “Mit Freudestränen an den 100-km-Lauf in Biel”

  1. Remo sagt

    29. April 2010, 11:52

    Schöner Beweggrund und dass es dir wieder gut geht. Persönlich hat mir der „OS-Hunderter“ gereicht! Wir sind zwar die ersten 57 km gejoggt, aber direkt nach der „Überlebenswoche“ mit Durchfall, im Tenüe und leichtem Gepäck waren die restlichen km schon hart. Von den rund 15.5 h auf den exakt 102 km benötigten wir dann eine geschlagene h für den letzten km und quälten uns mit Magen-Darmkrämpfen ins Ziel… Damals kannte ich noch kein SPONSER Sport Food und wir assen Kohletabletten gegen den Durchfall;-))

  2. Regina sagt

    30. April 2010, 16:09

    Werden denn Kohletabletten heute im Wettkampf nicht mehr eingesetzt, wenn es einem Läufer/einer Läuferin wegen Magen-Darmkrämpfen so richtig dreckig geht?!

  3. Remo sagt

    3. Mai 2010, 08:34

    Keine Ahnung. Aber wer Kohletabletten braucht, hat wohl vorher etwas falsch gemacht…oder ist im Militär;-)
    Hilft ja auch nicht wirklich gegen die Ursachen, hält einfach Flüssigkeit im Körper zurück. Ob das besser gegen Dehydrierung hilft, ist nicht klar. Man muss halt einzig nicht mehr alle paar Minuten in die Büsche…

  4. Gabriele sagt

    28. Mai 2010, 10:37

    Hei Günther, dein Bericht hat mich sehr bewegt. Toll, wie du deinen gesundheitlichen Tiefstpunkt überwinden und dein Versprechen von der Intensivstation in die Realität umsetzen konntest! Ich wünsche dir noch viele Bieler Teilnahmen bei bester Gesundheit!!! Herzliche Grüsse aus der Schweiz und alles Gute!

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